Parken Männer besser als Frauen? Zehn Irrtümer rund ums Autofahren

Wer kann besser einparken - Männer oder Frauen?
Wer kann besser einparken - Männer oder Frauen?
Foto: ThinkStock
Mehr als die Hälfte der Deutschen hat einen Führerschein, die meisten ein Auto, alle eine Meinung zu den wichtigsten Fragen am Steuer. Parken Männer besser als Frauen? Bauen alte Fahrer mehr Unfälle? Darf ich rechts überholen? Die zehn größten Irrtümer rund um das Autofahren.
  • Auch im heißesten Sommer darf man nicht barfuß fahren

    Essen.. 

Nein, nein. Die Straßenverkehrsordnung schreibt weder Schuhe vor noch schließt sie ungeeignete wie High Heels oder Flip-Flops aus. Bei einem Unfall kann jede mangelnde Sorgfalt zur Mithaftung führen. Die Rechtslage bei Schweißfüßen ist allerdings weiterhin unklar.

  • Lichthupe zu geben ist Nötigung

Nein. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf die Lichthupe eingesetzt werden, um dem Vorausfahrenden zu zeigen, dass man ihn überholen möchte. Gilt nicht nur für BMW-Fahrer.

  • Mit zunehmenden Alter bauen Senioren genau so viele Unfälle wie Fahranfänger

Stimmt in absoluten Zahlen überhaupt nicht. Rentner sind mit ihrer geringen Fahrleistung in viel weniger Unfälle verwickelt als Berufstätige. Ältere oberhalb von 75 Jahren werden bei Unfällen aber prozentual genauso häufig als Verursacher eingestuft wie Fahranfänger. Es ist nicht verboten, dem völlig dementen Großonkel die Autoschlüssel zu verstecken.

  • Männer parken besser als Frauen

Unbewiesenes Vorurteil. Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass Frauen unter den gleichen Voraussetzungen (Übung) genauso gut oder schlecht einparken wie Männer. Ein britischer Parkplatzbetreiber hat einen Monat lang 2500 Parkversuche mitgefilmt und kam zu dem jüngst veröffentlichten Ergebnis. Frauen finden schneller einen Parkplatz, kommen rückwärts besser in die Lücke und stellen sich auch noch sauberer mittig hinein. Zum Glück benötigten sie laut dieser Studie zum Einparken fünf Sekunden länger als Männer.

Darf man auf der Autobahn manchmal rechts überholen?

  • Geringfügige Punkteverstöße können sich über die Jahre bis zum Führerscheinverlust summieren

Langjährig vorgetragenes Stammtischgerede. Bislang verlängert sich die Verjährungsfrist einfacher Verstöße einmalig um zwei auf insgesamt fünf Jahre, wenn in der Wartezeit ein Verstoß dazu kommt. Für das Erreichen des Maximalstands von 18 Punkten verliert im Jahr nur einer von 10 000 Autofahrern seinen Führerschein. Chronische Raser und fahrende Trinker sind die einzigen, die Flensburg zu fürchten haben.

  • Rechtsüberholen auf der Autobahn ist manchmal erlaubt

Fehleinschätzung. Im dichten Verkehr, auf Autobahnaufffahrten und sich teilenden Autobahnen darf rechts schneller gefahren werden als links. Dies Sonderreglungen dürfen nicht zum klassischen Vordrängeln ausgenutzt werden. Rechts vorbei ist nicht nur politisch gefährlich.

  • Knapp über Tempo 50 kann ich in der Stadt nicht belangt werden

Falsch. Abgezogen werden von der ermittelnden Geschwindigkeit lediglich drei km/h, so die Essener Polizei. Bei 54 km/h bleiben 51 km/h übrig, und dafür wird ein Bußgeld fällig. Schneller als die Polizei erlaubt ist immer zuviel.

Sind Elektroautos umweltfreundlicher?

  • Für immer mehr Autos ist gar kein Platz da

Mitnichten. 50 Millionen Pkw mal zehn Quadratmeter Parkfläche ergeben einen Flächenbedarf von 500 Quadratkilometer, die Größe von Dortmund und Essen zusammengenommen. Das gesamte Straßennetz in Deutschland wird auf eine Länge 630.000 Kilometer geschätzt. Vor dem Auto ging man davon aus, dass die Großstädte irgendwann im Pferdemist ersticken müssten.

  • Die Ölmultis machen mit dem Benzinpreis was sie wollen

Leider nein. Die Kurve der Tankstellenpreise bewegt sich über die Jahrzehnte genauso wie die Kurve der Rohölpreise. Gemessen am Verbrauch und den Einkommen musste fürs Tanken eigentlich immer länger gearbeitet werden als heute. Die Verstaatlichung von Ölkonzernen hat noch nie den Preis gesenkt. Schön wäre es aber doch.

  • Elektroautos sind umweltfreundlicher

Falsch. Nur bei einem Überangebot an Strom aus regenerativen Quellen wäre die Ökobilanz besser, wenn man Elektro- und konventionelle Fahrzeuge gleicher Größe und Leistungsfähigkeit miteinander vergleicht. Es sei denn, man hält Atomstrom für eine saubere Sache.