Parfümerie-Kette Douglas will zurück an die Börse

Das Hagener Unternehmen Douglas will mit seiner Parfümeriesparte an die Börse zurückkehren.
Das Hagener Unternehmen Douglas will mit seiner Parfümeriesparte an die Börse zurückkehren.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vom einstigen Mischkonzern ist nicht mehr viel übrig. Die Hagener konzentrieren sich jetzt aufs Parfümeriegeschäft. Notierung noch für 2015 geplant.

Hagen/Frankfurt.. Zurück nach vorne: Was innerhalb der Branche länger erwartet wurde, ist jetzt Gewissheit – Douglas will zurück an die Börse. Das hat das Hagener Unternehmen am Freitagvormittag mitgeteilt. Mit dem Douglas-Konzern, der erst 2013 aus dem Parketthandel genommen worden ist, hat das Unternehmen anno 2015 allerdings kaum noch was zu tun.

Insider rechnen damit, dass die Aktie durchaus ein Schwergewicht im Handel werden könnte. Douglas selbst wollte zum Ausgabekurs, zur möglichen Aktionärsstruktur und zu den Erwartungen keine Stellung nehmen. Auch zum möglichen Zeitpunkt hielt sich das Unternehmen bedeckt; die Notierungsaufnahme sei noch für das laufende Jahr geplant, hieß es.

Hagen soll Hauptsitz bleiben

Nur so viel ist damit klar: Die Eigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Advent International als Mehrheitseigner, und die Hagener Familie Kreke als Minderheitsgesellschafter, wollen sich am Kapitalmarkt bedienen – und frisches Geld einsammeln.

Die zumindest gute Nachricht für den Standort Hagen: Die Volmestadt soll nach Informationen unserer Redaktion zentraler Hauptsitz des Unternehmens bleiben. Und: „Für die Mitarbeiter ändert sich im Arbeitsalltag nichts“, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage.

In der Rückschau fügt sich jetzt das Bild über den radikalen Umbau des einstigen Mischkonzern logisch zusammen: 2013, nach dem Einstieg von Advent, das Delisting. Seit dem ist unter dem Holding-Dach kaum ein Baustein auf dem anderen geblieben. Im Frühjahr 2014 ist als erstes die Süßwarensparte Hussel verkauft worden; im Herbst des gleichen Jahres folgte die Trennung von der Juwelierkette Christ. Allein für die Thalia-Buchhandlungen und die Modegeschäfte Appelrath-Cüpper fand sich bislang kein Käufer; beide (ehemalige) Tochtergesellschaften sind seit dem 1. Oktober 2014 aus der früheren Holding ausgegliedert.

„Zugang zum Kapitalmarkt“

Dafür erwarb Douglas 2014 die französische Parfümeriekette Nocibé und die Münchener Himmer-Parfümerien. Nach eigenen Angaben ist Douglas mit einem „Marktanteil von rund 17 Prozent die größte Parfümeriekette Europas“ mit 1700 Filialen in 19 Ländern.

Der Mischkonzern hat sich verkleinert, konzentriert – um zu wachsen. Ein Umbau, der als börsennotiertes Unternehmen mit Veröffentlichungspflichten nicht so reibungslos möglich gewesen wäre.

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Während die FAZ noch Mitte März spekulierte, Douglas solle für rund drei Milliarden Euro verkauft werden, liegt seit gestern eine andere Absichtserklärung der Eigentümer vor: der neuerliche Börsengang. „Ein Börsengang bietet uns einen direkten Zugang zum Kapitalmarkt. Investoren haben die Möglichkeit, in ein europaweit führendes Unternehmen zu investieren“, lässt sich Dr. Henning Kreke in der Mitteilung vom Freitag zitieren.