Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Einzelhandel

Otto-Versand an Teilen von Arcandor interessiert

16.05.2009 | 10:19 Uhr
Otto-Versand an Teilen von Arcandor interessiert

Essen. Der angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor steckt mitten in einer radikalen Sanierung und will sich dabei auch von Geschäftsteilen trennen. Das weckt Interesse beim Konkurrenten Otto-Versand. Die Übernahmekasse der Hamburger jedenfalls ist nach Verkäufen wieder gut gefüllt.

Der Versandhandelsanbieter Otto interessiert sich für Teile des angeschlagenen Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor. Alle Konzepte, die E-Commerce-fähig sind und sich auf andere Länder übertragen lassen, seien grundsätzlich von Interesse, sagte Unternehmenschef Hans-Otto Schrader der «Wirtschaftswoche» mit Blick auf die Arcandor-Versandsparte Primondo mit dem Flagschiff Quelle und etlichen Spezialversendern. Sollten diese zum Verkauf gestellt werden, «könnte durchaus das eine oder andere Unternehmen dabei sein, das über diese Vorzüge verfügt».

Arcandor will sich langfristig unter anderem von seinen rund 1500 Quelle-Shops und 115 Technikcentern trennen. Das traditionsreiche Versandhaus will sich künftig verstärkt auf sein Internetgeschäft konzentrieren.

Schrader zufolge hat Otto nach dem Verkauf von Anteilen am französischen Kreditspezialisten Cofidis seine Nettofinanzverschuldung von 9,7 Milliarden Euro 2008 auf rund 2,8 Milliarden Euro abgebaut. Dies schaffe Raum für Expansion und Investments. Allerdings wirke sich der Cofidis-Verkauf auch negativ auf die Bilanz aus. Durch die Abgabe der unternehmerischen Führung bei Cofidis werde die Otto-Group-Bilanz 2008/09 bei allen Vorsteuer-Kennzahlen, also zum Beispiel dem Gewinn vor Steuern, leider starke Rückgänge ausweisen, sagte er.

Die weltweite Wirtschaftskrise hat Schrader zufolge bislang kaum Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns auf dem deutschen Markt. «In Deutschland läuft es bisher erstaunlich gut», sagte er. Dank des sich in der Krise gut entwickelnden Online-Geschäfts «wachsen wir weiter leicht». (ddp/ap)

DerWesten

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/95607/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
13.200 Schlecker-Frauen ohne Job - Verdi gibt Politik Schuld
Schlecker
Der Gläubigerausschuss beschließt die Abwicklung des insolventen Unternehmens, da keine wirtschaftliche Perspektive erkennbar sei. 13.200 Beschäftigte verlieren damit endgültig ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig entbrannte ein Streit, wer für die Schlecker-Pleite verantwortlich ist.
Text 43 Kommentare 43
Deutsche Textilfirmen entdecken „made in Marokko“
Mode
Konzerne wie Zara oder Diesel lassen verstärkt ihre T-Shirts und Jeans in Afrika fertigen. Die Vorteile gegenüber China liegen auf der Hand: Es ist preisgünstiger – und schneller. Kritiker sorgen sich allerdings um die Näherinnen.