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Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen

03.06.2009 | 08:33 Uhr
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen

Essen. Wer Opel hilft, muss auch Arcandor helfen - dieser Satz ist seit einigen Tagen immer wieder zu hören. Doch das heißt nicht, dass er stimmt. Gegner wie Unterstützer von Staatshilfen feilen derzeit an ihrer Kommunikationstaktik. Und sollten dabei den Wähler nicht für dumm verkaufen.

Vom ehemaligen liberalen Wirtschaftsminister Rexrodt stammt der Satz: Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt. Nie war er so falsch wie heute. Aber auch der Umkehrschluss wäre falsch: Politik findet in der Politik statt. Längst findet Politik in der Wirtschaft statt. Tatsächlich haben sich wohl noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte Politik und Wirtschaft so gegenseitig durchdrungen wie heute. Ob das gut ist für Deutschland, wissen wir nicht.

Nun glaubt alle Welt an einen Automatismus, der so aussieht: Wer Opel hilft, kann Arcandor die Hilfe nicht verweigern. Und dann auch nicht Schaeffler, nicht Porsche, usw. Aber das stimmt so nicht, jedenfalls nicht unbedingt. Es ist auch eine Frage der Deutungshoheit. Will sagen: Gerade jetzt ist Kommunikation gefragt. Wer bringt seine Argumente besser an die Frau, den Mann?

Nieten in Nadelstreifen

Den Aufschlag hat der SPD-Kandidat Steinmeier gemacht, der Opel erst um jeden Preis retten wollte und dann öffentlich Magna favorisierte. Die Kommunikationslinie lautete: Wir dürfen die Arbeiter nicht im Stich lassen. Inzwischen folgt Müntefering bei Arcandor. Seine Kommunikations-Taktik: Wer Arbeiter rettet, muss auch die Verkäuferinnen herauspauken.

Das wird nicht leicht zu widerlegen sein. Es sei denn, den Gegnern des lockeren Staatsgeldes fallen ein paar ebenso eingängige Slogans ein. Also etwa: Warum soll der deutsche Steuerzahler die Aktionäre von Thomas Cook päppeln (die profitieren, wenn sie nicht von ihrem Eigentümer Arcandor in die Pflicht genommen werden)? Weshalb sollen wir alle bluten für Nieten in Nadelstreifen? Wieviel von unserem Geld kommt überhaupt bei der Karstadt-Verkäuferin an? Soll sich der Staat von einer Manager-Elite erpressen lassen, ihnen unser wohl verdientes und hoch versteuertes Geld gleich säckeweise hinterherwerfen?

Opel ist noch längst nicht gerettet

Man sollte Wähler nicht für dumm verkaufen. Schon die Opel-Rettung lehnte die Hälfte der Deutschen ab. Und in der Tat ist Opel noch längst nicht gerettet, offenbar muss gerade der Standort Bochum schwer bluten. Und ob Investoren erst einmal Milliarden von unserem Geld einkassieren, um dann hinterher doch Werke zuzumachen, wissen wir nicht.

Dass Ministerpräsidenten Werke in ihren Bundesländern retten wollen, ist klar. Aber das hat mehr mit Politik als mit Wirtschaft zu tun. Die Kanzlerin versucht, die Dinge auszupendeln. Das wird sie nicht durchhalten können. Interessant, dass zu den Zweiflern der SPD-Finanzminister gehört. Er weiß, wer am Ende die Zeche zahlen muss.

Ulrich Reitz

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Kommentare
03.06.2009
16:20
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von zander100 | #29

# 28
Warum die Linken wählen? Besser, will sagen linker, als die derzeitige Regierung können die es auch nicht machen.

03.06.2009
16:12
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von immerNettr.kantruediger | #28

immerNett..... whats happened, etwa von Arbeitslosigkeit bedroht?
Vielleicht sind die Linken doch nicht die schlechtesten

03.06.2009
10:59
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von immerNett | #27

Die Russen geben ihr Geld doch nicht umsonst aus. Die Arbeitsplätze werden Zug um Zug nach Russland verlagert. Die währen auch schlecht beraten wenn sie die Produktion bei den Lohnkosten in Deutschland belassen würden. Die Gewerkschaft wird sich auf russische Niedriglöhne einlassen müssen. So wird Steuergeld versenkt. Glück auf.

03.06.2009
10:34
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.06.2009
07:28
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von Argus | #25

Was Arcandor veteilt, können genauso gut andere verteilen. Was Opel produziert, können so nicht andere produzieren. Arcandor soll pleite gehen, Opel nicht. Auf der Frankfurter Zeil tummeln sich die gleichen Marken wie überall im Ruhrgebiet. Die Langeweile aus der Masse ödet an, wenn man die Kunden quasi uniformiert ihren Life Style präsentieren sieht.

02.06.2009
22:46
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von tintintin | #24

In der sozialen Hängematte wegschlummern? Niemals. Macher sein und bleiben! Konservativ wählen!

02.06.2009
21:53
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von Silke Nieder | #23

Die Schulden des gesamten Wirtschaftssystems explodieren und werden unter der Masse ihres eigenen Gewichtes zusammenbrechen. Herr Wirtschaftsminister Guttenberg erkennt diese marode Lage sehr gut, indem er eine sofortige Insolvenz befürwortet - und er warnt vor entsprechender Lösung bei Arcandor. Wo jetzt noch Kredite mit vollen Händen ausgeteilt werden, steht in naher Zukunft die Erhaltung des Bestehenden im Vordergrund, was wiederum Geldknappheiten auslösen wird. Ferner trägt das Problem der alternden Bevölkerung und fallende Geburtenzahlen dazu bei, das das System nicht funktionsfähig ist. Eine daraus resultierende Depression wird aufgrund der Globalisierung sicherlich schlimmer werden als die von 1929.

02.06.2009
21:48
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von rotrotgrün nach Schamfrist | #22

Steinmeier weiss, dass er nur mit Rot-Rot-Grün Kanzler werden kann, denn die CDU kann die SPD nicht einholen. Was wir jetzt sehen ist das Vorspiel auf einen fliegenden Machtwechsel in der nächsten Legislaturperiode von der großen Koalition zu einer von den Linken tolerierten Minderheitsregierung.

02.06.2009
21:45
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von Nahles macht uns zur DDR 2 | #21

Die SPD führt Deutschland auf den Weg in den Staatskapitalismus. Leute wie die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, die in ihrem ganzen Leben noch nicht einen Tag einer geregelten Arbeit nachgegangen ist, bereiten den Systemwechsel systematisch vor. Das Ziel: Eine SPD-geführte Bundesregierung mit Unerstützung von Grün und spätestens Ende 2010 zu etablieren.

02.06.2009
21:11
Opel & Co - Wähler sollte man nicht für dumm verkaufen
von franki2002 | #20

ja, ja sozialstaat deutschland...ich finde es richtig das geholfen wird, wo es nötig ist. ich zahl schon seit zwanzig jahren solidaritätszuschlag... und über dieses geld der steuerzahler wird auch nicht so herumdebatiert.... also wenn ich schon dem osten helfe dann können sie meinetwegen auch den opelstandorten hier in meiner gegend mit meinem steuergeld helfen und ich will es auch nicht zurück :-)... also am besten wäre es den solidaritätszuschlag umzuwandeln in krisenzuschlagsfond oder so was...... denn unsere steuergelder werden nicht erst seit gestern rausgeworfen...... Ja und das geld der steuerzahler ist es auch noch nicht. es ist nur eine bürgschaft, jetzt kann sich opel geld von banken Leihen... also das volk nicht verarschen und eine bürgschaft als geldkredit oder als geldgeschenk verkaufen das opel gemacht wurde.. jeder cent +zinsen wird zurückgezahlt....

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