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Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch "erhebliches Einsparpotenzial"

05.10.2012 | 14:47 Uhr
General Motors will Opel nicht verkaufen. Das US-Unternehmen dementierte einen entsprechenden Zeitungsbericht.

Detroit.  Opel-Mitarbeiter sehen das vermutlich anders: Der Interimschef des Autobauers, Thomas Sedran, hat laut einem Interview "erhebliches Einsparpotenzial" in seinem Unternehmen ausgemacht. GM dementiert den Bericht einer italienischen Zeitung, die über einen möglichen Opel-Verkauf an Fiat spekuliert hatte.

Opel-Interimschef Thomas Sedran bereitet den angeschlagenen Autobauer auf weitere Einsparungen vor. "Wir haben festgestellt, dass wir bei den Produktkosten noch erhebliches Einsparpotenzial haben", sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran dem "Tagesspiegel". "Es geht um eine signifikante Größenordnung. Da ist einiges an Musik drin." Konkrete Summen nannte er aber nicht. Derweil beteuerte der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM), trotz hoher Verluste zu seiner deutschen Tochter zu stehen.

Sedran erklärte, GM habe globale Anforderungen an Komponenten und Teile, "die in der Branche unüblich sind". Opel sei häufig viel zu sehr an strengen Standards orientiert, die in den USA gesetzlich vorgeschrieben seien. Eine Alternative zum Verbleib unter dem Dach von GM gibt es für Sedran aber nicht: "In diesem Geschäft könnte die Marke Opel nicht alleine bestehen", sagte er. "Aus Konzernsicht wäre es ein strategischer Fehler, Europa der Konkurrenz zu überlassen."

"GM steht vollkommen hinter Opel"

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Opel - das Aus für den Standort Bochum

Das deutsche Automobilunternehmen Opel feierte erst jüngst 150. Jubiläum. Doch 2008 begann für die Rüsselsheimer der Kampf gegen die Insolvenz. Nun macht der Konzern den Produktionsstandort Bochum dicht. Tausende Arbeitsplätze fallen weg.

Die Marke stehe nicht zum Verkauf, erklärte unterdessen auch der stellvertretende GM-Chef und Opel-Aufsichtsvorsitzende Stephen Girsky. Er wies damit den Bericht der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" zurück, die ohne Angabe von Quellen berichtet hatte, Fiat könnte Gespräche über einen Opel-Kauf wieder aufleben lassen.

"GM steht vollkommen hinter Opel", erklärte Girsky. Fiat hatte 2009 eine Offerte für Opel vorgelegt, nachdem GM die Tochter im Zuge einer weitreichenden Restrukturierung zum Verkauf gestellt hatte.

Schlechte Nachrichten drohen Opel, wenn GM Ende Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vorstellt. Opel wird dann wahrscheinlich wieder hohe Verluste aufweisen. Die deutsche Traditionsmarke verliert seit Jahren Marktanteile und fährt horrende Verluste ein. Allein im ersten Halbjahr summierte sich das Minus auf 500 Millionen Euro. (dapd)

Opel-Chef tritt zurück


Kommentare
06.10.2012
12:24
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von woelly | #5

Ach nee! Aber Steinbrück und seine SPD Genossen wollten 5 Milliarden reinschmeißen. Schon merkwürdig wenn der jetzt Kanzler werden will!

06.10.2012
10:47
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von Koslowski | #4

Die Marke Opel ist tot, es fehlt nur noch die Beerdigung.

06.10.2012
09:57
GM will Opel nicht...
von zool | #3

...auch wenn sie beteuern hinter Opel zu stehen. Der Europäische Markt soll nach und nach durch Chevrolet bedient werden, da wird für Opel, als direkter Wettbewerber im eigenen Haus, die Luft knapp. Hoffentlich werden wenigstens die deutschen Produktionsstandorte überleben, auch wenn sie dann Chevrolet produzieren.

05.10.2012
16:42
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von Dr.Noetigenfalls | #2

Wenn großes Einsparpotential vorhanden ist, dann sollte man das mal ausschöpfen!
Und nicht wieder mit der Arbeitsplatzvernichtungskeule bei der Bundesregierung Subventionen beantragen!

2 Antworten
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von woelly | #2-1

Richtig!

Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von JeffHealey | #2-2

Zitat Dr.Noetigenfalls: "Und nicht wieder mit der Arbeitsplatzvernichtungskeule bei der Bundesregierung Subventionen beantragen!"
Da sind Sie falsch informiert. Hohe Subventionen bekommen andere. So weit ich gelesen habe bekam VW im Jahr 2011 über 20 Millionen Euro und Mercedes sogar über 60 Millionen Euro. Zum Vergleich: Opel bekam für Industriekreise geradezu lachhafte 800tsd. Euro. Wenn Sie den Überbrückungskredit meinen, den Opel in 2009 bekommen hat (GM war im Chapter11/Insolvenz und durfte Opel z.Zt. der damaligen Krise nicht unterstützen): Der wurde von GM/Opel innerhalb eines Jahres zurückgezahlt, der Steuerzahler hat daran sogar noch ein paar Zinsen verdient. Es war entwürdigend, wie die Opelaner für diesen Überbrückungskredit betteln mussten, während VW von Presse und Öffentlichkeit unbeachtet mal eben 2 MILLIARDEN aus einem Eurofond bekam! Nur durch Zufall bin ich damals im Internet auf diese Info gestossen, ein Armutszeugnis für die versammelte deutsche Presse.

05.10.2012
15:29
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von Guntram | #1

Diese ewigen Verkaufsgerüchte sind nur noch Sch... hausparolen. Fakt ist, dass Opel keine entfernte Marke in der Nähe von GM ist, sondern fester Bestandteil der GM-Familie. Opel-Fahrzeuge werden weltweit verkauft und produziert! Es steht halt nur nicht immer Opel drauf. Das nennt man Badge-Engineering und wird auch von anderen Hersteller, darunter auch VW, erfolgreich praktiziert. Dass nun Sergio Marcchionne mal wieder Wind macht, zeigt, wie schlecht es Fiat geht. Denn Sergio Marcchionne möchte garantiert nicht mit Opel zusammen eine gemeinsame Zukunft erarbeiten , sondern einen Konkurrenten stilllegen. Wir erinnern uns, wie er die erfolgreichen deutschen Autohersteller, vorrangig VW, auffforderte, die anderen nicht zu "zerfleischen". Tja, ich sage es mal so, es gibt Leute in Pullovern, die haben Visionen und erfinden Apple und es Leute in Pullovern, die verwalten einen italienischen Trümmerhaufen.

4 Antworten
Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von JeffHealey | #1-1

Zitat Guntram: "Dass nun Sergio Marcchionne mal wieder Wind macht, zeigt, wie schlecht es Fiat geht".
So ist es: Der soll mal besser vor seiner eigenen Türe kehren, da wärs bitter nötig.
Aber den Fokus auf andere lenken wenn es im eigenen Laden stinkt war schon immer ein probates Mittel...
Mal so am Rande: Fiat-Marchionne hat im Gegensatz zu Opel/GM massive Investitionskürzungen angekündigt, Opel wird bis 2016 dreiundzwanzig neue Modelle mit zig neuen Motoren bringen (auch Elektro und Hybrid), ein Investitionsvolumen von zig Milliarden Euro, das sieht lange nicht nach "Kopf in den Sand stecken" aus...
Und WER wächst zur Zeit in DEM europäischen Wachstumsmarkt der nächsten 10 Jahre WEIT über Marktdurchschnitt?!? Genau. Es ist OPEL. Und NICHT Fiat.

Opel-Chef Thomas Sedran sieht noch
von seit1909 | #1-2

Nichts gegen Opel, wir fahren selber einen als Zweitwagen. Allerdings sind die horrenden Verluste teilweise selbst gemacht. Wie kann man einen Wagen wie den aktuellen Astra so schlecht konstruieren? Zu groß, zu fett und viel zu schwer (ca. 150-180 kg schwerer als die Konkurrenz). Wo sind denn die kleinvolumigen aufgeladenen Direkteinspritzer mit 3 Zylindern? Alles seit Jahren angekündigt, nichts passiert.
Man sollte deshalb keine große ****** über Fiat haben, die haben damals Opel mit ihren Dieseln schon mal den A... gerettet.
Die verbrennen auch keine 15 Mrd. $ wie Opel in den letzten 20 Jahren, sondern sind wenigstens profitabel.

Zitat von User seit1909:
von JeffHealey | #1-3

"Wie kann man(...)den(...)Astra so schlecht konstruieren? Zu groß, zu fett und viel zu schwer (ca. 150-180 kg schwerer als die Konkurrenz)."
-So schlecht, daß der Astra J mit den wenigsten Mängeln Dekrasieger 2012 geworden ist...
-Zum angeblichen Übergewicht: Das Problem sind verschiedene Bemessungsgrundlagen der Hersteller, Opel addiert 200kg zum Leerfahrzeug hinzu, einige Mitbewerber nur 75kg für den Fahrer. So ist Opel auf dem Papier im Nachteil. Die Wahrheit sieht so aus, daß der ebenfalls angeblich übergewichtige Insignia 1,4 Turbo EcoFlex im Normrunden-Test einer deutschen Autozeitung den von der Presse hochgelobten Passat BlueMotion bei vergleichbaren Fahrleistungen im Verbrauchsvergleich klar geschlagen hat. So verbrauchte der Passat z.B. satte 3 Liter(!) mehr auf der Autobahn.
-Zum Diesel: GM/Fiat-Powertrain war ein Gemeinschaftsprogramm um Kosten zu sparen, also gegenseitiges A.... retten.
-Fiat so viel profitabler? Ein Werk in Sizilien ist schon dichtgemacht...

Nachtrag zu User seit1909:
von JeffHealey | #1-4

Sorry, ganz vergessen: Hochmoderne Turbo-Direkteinspritzer von Opel kommen im Frühjahr. Der Unterschied zu den Mitbewerbern: Opel hat aus früheren Fehlern gelernt. Neue Technik kommt erst, wenn ausgiebig erprobt und ausgereift (siehe Dekra und GTÜ-Siege, zuletzt für Opel Insignia/Autos der Mittelklasse, 3-5 Jahre alt, 5 Millionen Hauptuntersuchungen/ 240 Mitbewerber, 1. Platz mit den wenigsten Mängeln vor einem BMW (!))...

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