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Automobilkrise

Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert

20.11.2009 | 07:14 Uhr
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert

Frankfurt/Main. Verwirrung um die Zukunft der Opel-Standorte: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am Donnerstag ein Interview veröffentlicht, wonach Opel-Chef Nick Reilly verkündet habe, dass keine deutschen Werke geschlossen würden. Prompt kam das Dementi von Opel.

Verwirrung um Äußerungen des neuen GM-Europa-Chefs Nick Reilly: Nachdem die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Donnerstag vorab unter Berufung auf ein Interview mit Reilly gemeldet hatte, dieser wolle auf Werksschließungen bei Opel verzichten, dementierte Opel Deutschland wenig später. Reilly sei falsch interpretiert worden. Er «bleibt bei seiner mehrfach gemachten Aussage, dass zu konkreten Entscheidungen momentan noch nichts gesagt werden kann. Einen konkreten Plan hat Reilly bis Mitte Dezember in Aussicht gestellt», hieß es am Abend aus Rüsselsheim.

"Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen"

Das Blatt (Freitagausgabe) hatte Reilly mit den Worten zitiert: «Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen.» Dafür gebe es verschiedene Wege. Werksschließungen seien aber nicht unbedingt notwendig. Dazu stellte Opel Deutschland klar: «Mit dem Wort 'müssen' wollte Reilly zum Ausdruck bringen, dass die erste Aufgabe darin besteht, Kapazitäten abzubauen, die konkrete Entscheidung, mit welchen Maßnahmen dies gemacht werden soll, aber erst den zweiten Schritt darstellt.»

Das Blatt hatte aus Reillys Worten gefolgert, der Nachfolger Carl-Peter Forsters als Europachef des amerikanischen Mutterkonzerns von Opel habe sich damit dem Plan des abgewiesenen Kaufinteressenten Magna angenähert. Um die jetzt geplante Sanierung Opels in eigener Regie umzusetzen, hofft der Konzern aber auf Staatskredite über 3,3 Milliarden Euro und müsse offenbar deshalb politische Rücksichten nehmen.

Einenkel gibt sich zurückhaltend

Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hatte die ursprüngliche Nachricht aus der FAZ positiv aufgenommen – sich allerdings auch verhalten gegenüber der NRZ geäußert: „Grundsätzlich ist diese Aussage zu begrüßen. Auf dieser Grundlage kann man vernünftig miteinander verhandeln und Lösungen suchen, um den schwierigen Herausforderungen gerecht zu werden.”

„Wir brauchen das Gesamtkonzept, um diese Aussage genau bewerten zu können”, sagte Einenkel weiter. So müsse geklärt werden, was Reilly meine, wenn er von einem notwendigen Kapazitätsabbau spreche. Die Forderung des Betriebsrats nach einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sei in den Verhandlungen mit GM „ein ganz wichtiger Eckpunkt, den wir klären müssen”, sagte Einenkel. Eine Kapazitätsanpassung könne über Arbeitszeitverkürzung, eine faire Produktionsverteilung zwischen den Werken und das Zurückholen ausgelagerter Arbeiten, etwa in der Komponentenfertigung, erzielt werden.

In den laufenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften und Regierungen in Deutschland, Spanien und Großbritannien will Reilly der Meldung zufolge die Details der Restrukturierung in wenigen Wochen klären. «Dann müssen wir den Sanierungsplan bis spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen», wurde der Manager weiter zitiert. Den binnen eines Jahres notwendigen Stellenabbau bezifferte er auf 9.000 bis 10.000 der insgesamt 46.000 Stellen in Europa.

Für 2013 wieder «ordentlicher Gewinn» erhofft

Reilly nannte als Ziel, dass Opel im Jahr 2011 wieder aus der Verlustzone kommen und schwarze Zahlen schreiben solle. 2013 peilt er dann schon einen «ordentlichen Gewinn» an. Den während der Verhandlungen mit Magna mit der Belegschaft vereinbarten Verzicht auf jährlich 265 Millionen Euro Lohn hält Reilly für ausreichend. Allerdings hatte der Betriebsrat dies nach der Entscheidung von General Motors, Opel nun doch zu behalten, wieder in Frage gestellt. Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» soll das Weihnachtsgeld, auf das die Belegschaft eigentlich verzichtet hätte, zum 1. Dezember in voller Höhe von 63 Millionen Euro ausgezahlt werden.

Zum Thema Staatshilfen für Opel sagte Reilly, bisher habe er nur Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle persönlich getroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten werde er Anfang nächster Woche das erste Mal sehen. Es gebe jedenfalls keine Absage des Bundes für Staatshilfe. «Der Bund ist sehr interessiert daran, dass Opel eine Zukunft hat», sagte Reilly. Er könne gut verstehen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Absage von GM an Magna enttäuscht sei. «Dennoch hoffe ich, dass sie Opel weiter als ein für Deutschland wichtiges Unternehmen einstufen wird und uns unterstützen wird», fügte Reilly hinzu. (ap/nrz)

DerWesten

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Kommentare
23.11.2009
09:57
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von Don Roberto | #11

Richtigstellung:Der ursprüngliche Weihnachtsgeldverzicht war keine demokratische Abstimmung aller Mitarbeiter!Das hat sich das Fränzchen ganz alleine auf seine windgesteuerte Fahne gedruckt!...volles Weihnachtsgeld bedeute 70% für die Opelaner!!!

20.11.2009
10:59
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von Frank Müller | #10

GM pockert sehr hoch. Anders kann man das nicht nennen, wenn sie den Verkauf an Magna platzen lassen, obwohl sie Opel nicht aus eigener Kraft - sprich mit eigenen finanziellen Mitteln vor dem Konkurs retten können.
GM will Milliarden Bürgschaften vom deutschen Staat, aber die kann es nur geben, wenn entsprechende Sicherheiten da sind.
Wenn diese Sicherheiten nicht da sind, dann ist das kein seriöses Geschäft, sondern Erpressung.

Jetzt müssen die Verantwortlichen zeigen was sie können. Und zwar in Politik und Wirtschaft. Von der Kommune bis zum Bund.

20.11.2009
09:00
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von B.Schmitz | #9

Es ist doch alles nur Lug und Trug. Wenn GM die deutschen Steuergelder einkassiert hat, werden die Standorte in Deutschland geschlossen und allen voran Opel Bochum.

20.11.2009
06:21
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von James.Brunt | #8

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20.11.2009
02:00
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #7

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20.11.2009
00:10
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von aufrecht in DE | #6

armes OPEL, jetzt in der hand seniler Manager aus Di triotte
Hat er nicht gesagt, wir er wohl selber glauben und seiner tatternden Gattin mehrfach versichern, wenn beide sich wieder auf dem Golfplatz verlustigen.
Kein Werk in Europa wird geschlossen - die werden nur auf die Kernmannschaft zurückgeschmolzen.
Wachmannschaften, Schrottverwerter und Entsorger bleiben beschäftigt. Opelaner in Bochum können sich ab sofort für diese lukrativen Jobs bewerben.
Wenn sich dann auch noch ein Geschäftsguru findet, der auf dem Gelände 18 Löcher anlegt, nun dann werden die Alten aus dem Trottaire noch auf eine Partie Golf nach Bochum einfliegen.

19.11.2009
22:37
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von James.Brunt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.11.2009
21:13
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von Al | #4

Sich falsch interpretiert fühlen könne doch nur die Menschen, die nicht klar genug sagen, was sie aussagen wollen, oder?

Wenn ich z. B. sage: Oh, heute ist das Wetter aber besser gewesen als gestern., und alle Welt meint, ich meine den geringeren Niederschlag — ich meine aber die geringeren Windstärken, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich mich falsch interpretiert fühle.


Oder wie sieht das die Leser/Kommentatorenschaft?

19.11.2009
20:59
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von akaz | #3

Dass die Herren Franz und Einenkel noch einmal dümmer aussehen könnten, konnte man in der Vergangheit nicht ahnen. Aber so ist das mit der Zukunft.
Das sind eben 2 Wichtigtuer, die die gewerkschaftliche Fahne der Mitbestimmung hochhalten. Sie sind noch nicht einmal 2 Schachfiguren, denn die sind im Spiel. Sie sind beide genau so Opelaner wie der Rest der Mannschaft.
Als wenn sich GM um so etwas auch nur ansatzweise den Kopf über einen Herrn Franz oder einen Herrn Einenkel zerbricht.

19.11.2009
20:46
Opel-Chef Reilly fühlt sich falsch interpretiert
von halali01 | #2

Jetzt werden die Herren Franz und Einenkel noch dümmer aussehen und dastehen.Die plappern einfach nur dummes Zeug in Bild und Ton,und passenden sich jederzeit neuen,von der Geschäftsführung abgegebenen Statements nahtlos an.Und die Fließbandpfeifen merken das nicht einmal.

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