Opel Bochum endgültig vor dem Aus? Betriebsrat verlangt Klarheit
07.12.2012 | 18:08 Uhr 2012-12-07T18:08:00+0100
Bochum. Im Opel-Werk Bochum herrscht Alarmstimmung. Am Montag will Betriebsratschef Rainer Einenkel auf einer Belegschaftsversammlung Klarheit über die Zukunft des Werks. Aus der Opel-Chefetage sollen mehrere Vorstände in Bochum sein. Die Lage des Werks spitzt sich zu.
Alarmstimmung bei Opel Bochum: Zur kurzfristig anberaumten Belegschaftsversammlung der Beschäftigten des Bochumer Werks entsendet das Unternehmen am Montag mehrere Vorstände. Möglicherweise kommt auch der kommissarische Vorsitzende Thomas Sedran.
Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel hat die Versammlung einberufen. Er will den Vorstand öffentlich in der Frage festlegen, ob für den Ruhrgebietsstandort eine Fahrzeugproduktion für die Zeit nach 2016 überhaupt noch gesucht wird. "Oder aber sie sollen den Mut haben zu sagen, es wird nicht mehr verhandelt - so wie man es uns mitgeteilt hat", sagte der Betriebsratschef.
Lage für Bochumer Opel-Werk "ziemlich ernst"
Einenkel zufolge soll die Produktion in Bochum Ende 2016 auslaufen - "und das bedeutet automatisch die Schließung des gesamten Bochumer Standortes als Fahrzeugwerk", sagte er. Zwar habe es in der Vergangenheit schon mehrere Schließungspläne gegeben, die aktuelle Lage sei nun aber "ziemlich ernst".
Im Fall einer Werksschließung sieht der Betriebsrat die gesamte Zukunft von Opel düster. "Wenn man meint, das Bochumer Werk schließen zu müssen, dann würde das die Marke Opel irreparabel schaden", sagte Einenkel. In Bochum handele es sich um eines der flexibelsten Opel-Werke, und eine Verlagerung der Produktion sei nicht so einfach möglich. "Opel kann nur verlieren, wenn man das Bochumer Fahrzeugwerk schließt", sagte der Betriebsratschef.
Soll ein längst gefasster Schließungsbeschluss hinter Ausflüchten versteckt werden, weil man die Reaktionen auf die unangenehme Wahrheit scheut? Offenheit sieht anders aus.
Bei Opel war am Samstag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium hieß es, dass man sich nicht an Spekulationen beteiligen wolle und es keinen neuen Sachstand gebe.
Auch der GM-Verwaltungsrat tagt
Die amerikanische Opel-Muttergesellschaft General Motors macht seit mehr als zehn Jahren Milliardenverluste in Europa und muss ihre Produktionskapazität reduzieren. Immer wieder waren auch Werkschließungen im Gespräch, wobei zumeist das Werk in Bochum genannt wurde. Weitere Opel-Standorte sind Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern.
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen tagt nächste Woche neben dem Opel-Aufsichtsrat auch der Verwaltungsrat der Opel-Muttergesellschaft General Motors und berät über ein Sparpaket für seine kriselnde europäische Tochter. (mit dapd)

14:55
Da unsere Politiker ja zur Zeit alles verbieten, werden sie wohl auch das Produktionsende für OPEL in Bochum verbierten können.
22:06
Wenn die Opelaner 2016 zur weiteren Anschlusserwendung in die freie Marktwirtschaft
überführt werden,brauchen die sich keine Sorgen machen.
Fachkräfte werden doch angeblich händeringend gesucht.
Ja,es sollen sogar arbeitslose Fachkräfte aus Spanien und Griechenland
angeworben werden.
Oder darf ich nicht alles glauben,was in den Nachrichten kommt,oder in
der Zeitung steht.
Das würde mich jetzt aber sehr verunsichern.
(Ironie aus)
17:38
Hurra - endlich! Projektentwickler stehen schon bereit, um endlich die schönen Grundstücke wieder in Wohnbezirke zu verwandeln.
Otti, Hand aufhalten!
13:27
Wieso Klarheit fordern, wenn diese längst vorliegt?
Es geht doch in Wahrheit nur darum, den Laden bis Ende 2016 ohne grössere Verwerfungen und geordnet gegen Null zu fahren. Dafür gibt es bereits aus der Vergangenheit zahlreiche Beispiele. Betriebsrat, IG Metall und Politiker mögen noch so tief in die Empörungskiste greifen, und doch wissend, dass die Entscheidung längst getroffen ist. Das hat dann im Kern auch nichts mit Amerikanischem Kapitalimus zu tun, in anderen Ländern gelten die gleichen Spielregeln.
06:56
Ein Opelaner der die Abfindung noch nicht angenommen hat und sich in die Transfergesellschaft überführen läßt und zu Hause darauf wartet, was in Zukunft mit ihm geschieht, kann doch nicht aus dieser Welt sein.
Sorry, wer die Zeichen der Zeit bis zum heutigen Tage nicht erkannt hat und schnellstens seine Zukunft plant, ist schlichtweg dumm.
GM wird sich nicht plötzlich als wundersamer Retter erweisen und andere Hersteller brauchen Opel nicht, denn ein Markenname ohne gutes Image ist nichts wert. Zudem wurde es total verpennt in China Werke aufzubauen und ein hier gebautes Auto ist für den asiatischen Markt viel zu teuer.
Zudem für GM hat ein in Bochum gebauter Opel nun noch den Nachteil, dass die Kunden in Deutschland sicher nicht stolz darauf sind ein Auto aus der Stadt mit den korrputesten Politikern der Republik zu bekommen.
Endlich mal der Kommentar eines Bochumer Politikers.
@maxest
Opel darf seitens GM in Asien weder Autos herstellen noch verkaufen. Man will seiner eigenen Tochter Deawoo ja nicht den Markt streitig machen.
23:22
@ nihil-est
Magna ist ein Konzern, der voll den russischen Banken gehört.
Ich bin nicht sicher ob das die beste Lösung wäre.
Auf jeden Fall:
Besser ein Opel aus Polen als VW aus China.
Die Qualität der Fahrzeuge von VW in China ist sehr gut, genauso gut wie die der aus den deutschen Werken. Die Kosten allerdings liegen noch unter denen der polnischen Autos. Frachtkosten mit ca. 0,50 Euro pro Kilogramm können fast vernachlässigt werden. Leute, seht Euch vor, die chinesischen Autos werden bald den europäischen Markt überrollen.
23:07
Koffer packen wer kann und weg... Nur wo?
Es knallt schon bald in Europa.
Die Geschichte wiederholt sich.
22:59
Soll man die "Stop and Go" Betriebspolitik als amerikanischen Kapitalismus betrachten?
Hat denn der Besitzer GM noch Verantwortung den Mitarbeitern bei Opel gegenüber die Zukunft wiederholt aufs Spiel zu setzen? Welche erpresserische Linie wird da seit Jahren gefahren, um den letzten Cent rauszuholen!
Welcher Kunde bleibt vor einem Kauf nicht zögerlich, wenn der Wiederverkaufswert durch ein unmittelbares Ende für Opel rapide fällt?!
18:05
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wird wohl so kommen.......
17:44
Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren geht nur bei den Banken. Auch wenn es Schade ist, aber Opel Bochum ist nicht zu retten. Und es werden noch andere folgen, bis man dahinter kommt, das Geld nicht essbar ist. Dann aber, ist es zu spät.
Opel Deutschland hat in den letzten 10 Jahren Milliarden Schulden erbracht. Für dieses Jahr werden 1,2 Milliarden € Miese erwartet. Im letzten Jahr waren es über 500 Millionen €.