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Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren

11.04.2012 | 15:21 Uhr
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
Party in der Zeche Carl in Essen.

Essen.  Die geplante Tarifänderung der Gema zieht den Volkszorn auf sich: Ein Unternehmer hat jetzt eine Online-Petition dagegen gestartet und schon tausende Unterstützer im Netz gefunden. Dort entlädt sich derzeit der ganze Groll gegen die Verwertungsgesellschaft.

Matthias Rauh sagt der Gema den Kampf an. Der Inhaber einer kleinen Event-Agentur aus dem Harz geht gegen die mächtige "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte" vor - die Treuhänderin von 64 000 Musikschaffenden. David gegen Goliath.

Doch Rauh sucht sich derzeit Mitstreiter. Er hat eine Online-Petition gestartet, die binnen weniger Tage schon über 16.700 Unterstützer im Netz gefunden hat. Und stündlich werden es mehr.

Darin wehrt er sich gegen die neue Tarifstruktur, die die Gema ab 2013 einführen wil l. Die Gema möchte das bisherige System, das aus elf Tarifen besteht, auf nur noch zwei zusammendampfen. Damit aber, so die Kritiker, würden viele Musikveranstaltungen - ob live oder vom Band - deutlich teurer als bislang. Vor allem Diskotheken befürchten das Aus. Durchschnittlich würden sich die Gebühren für Discos vervierfachen, hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ausgerechnet. In der Spitze könnten die Gema-Ausgaben aber auch aufs 14-fache steigen.

Dehoga unterstützt Vorstoß

Auch Matthias Rauh fühlt sich in seiner Existenz bedroht. „Wenn die Diskotheken sterben, dann habe ich auch nichts mehr zu tun“, sagt er. Den Text seiner Petition mit dem Titel „Gegen die Tarifreform 2013 – Gema verliert Augenmaß“ hat er sich mit dessen Einverständnis beim Dehoga kopiert, der derzeit auch gegen die Tarifänderung mobil macht.

Stephan Büttner, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Musikveranstalter und beim Dehoga für dieses Themenfeld zuständig, sagt, er "begrüße die Petition ausdrücklich". Es sei gut, wenn möglichst viele Gruppierungen gegen den Monopolismus der Gema vorgingen.

Groll gegen die Gema entlädt sich im Netz

Mit seinem Vorstoß im Netz hat Rauh offensichtlich die Volksseele gerührt. Denn auf der Seite der Petition entlädt sich der ganze Groll gegen die Gema. So schreibt ein Unterzeichner: „Ich bin selbst seit 10 Jahren in der Eventgastronomie tätig und finde selbst die derzeitigen Tarife teilweise dreist. Diese geplante Erhöhung ist schlichtweg eine bodenlose Frechheit!“

Ein anderer fordert: „Die geplante Tarifstruktur ab 2013 zeigt jedoch wieder nur eins: wie weltfremd die Gema leider ist. Setzt sie diesen Plan um, werden viele Kulturschaffende nicht überleben. Stoppt die Gema jetzt!“ Andere werden in ihren Formulierungen noch schärfer. Da ist vom "Raubritterverein" und „Schmarotzer-Unternehmen“ die Rede.

Matthias Rauh ist es wichtig, dass solche Stimmen ein gemeinsames Forum finden. Auch dafür ist die Petition gedacht. Beim Petitionsausschuss des Bundestages einreichen wird er sie auf jeden Fall. „Ich will, dass ein öffentlicher Druck auf die Gema entsteht. Man darf sich doch nicht alles gefallen lassen“, meint er.

Weitere Online-Petition in Arbeit

Monika Bestle hat bereits Erfahrung mit Petitionen gegen die Gema gesammelt – keine guten, um es vorweg zunehmen. Die Betreiberin der Sonthofener Kulturwerkstatt hatte 2009 eine Petition gegen die Rechtegesellschaft angestoßen und über 100.000 Unterstützer gefunden. Der Petitionsausschuss des Bundestages lud sie schließlich zur Anhörung ein. Das war im Mai 2010. Seither hat sie nichts mehr aus Berlin gehört. „Das Ganze ist in irgendwelchen Schubladen gelandet“, vermutet sie.

Doch die rührige Frau, die seit Jahren gegen die empfundene Willkür der Gema wehrt, will auch jetzt wieder angreifen. Auch sie schreibt derzeit an einer neuen Petition. Darin will sie die alten Forderungen von 2009 und die neue Tarifstruktur miteinander verknüpfen. Erst im Gespräch mit DerWesten erfuhr sie von der bereits laufenden Initiative. Nun will sie mit Matthias Rauh Kontakt aufnehmen. „Es wäre doch sinnvoll, wenn wir das gemeinsam machen.“

Janet Lindgens u. Sarah Hubrich

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Kommentare
13.04.2012
11:05
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von jediknight | #10

PFUI DEIBEL !
Was ist die GEMA doch für ein charakterloser, verkommener, abstoßender, geldgeiler Haufen !!
Die sollten sich für Ihre Pläne in Grund und Bden schämen ! Wenn sie das wirklich durchziehen, dann sollten Tausende Club- und Disco-Betreiber diesen Drecksverein mit Schadensersatzklagen in Mio.-Höhe überziehen !!

12.04.2012
11:54
Rauf mit den GEMA-Gebühren!!!
von messerjockel | #9

JUHUUU! Dann gibt es endlich wieder mehr Live-Musik in den Clubs

2 Antworten
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von mgEssen | #9-1

Wo ist in Ihrem Kommentar der Sinn? Live Musik ist genauso betroffen, die GEMA unterstellt erstmal grundsätzlich das dort nicht nur selbstkomponierte Musik GEMA freier Künstler gespielt wird. Also ein Kommentar ohne Hintergrundwissen einfach mal ins Netz geschmissen, dann doch lieber einfach mal die Füsse stillhalten und informieren...

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Name von Moderation entfernt | #9-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.04.2012
18:37
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Sulzmann | #8

Ja, jetzt werden alle Jugendlichen kriminell weil die Discos schließen müssen.
Und geht Vodafone Pleite wenn sie nicht jeden Tag in jeder Filiale 200 Mal "Empirer of the Sun" spielen. Und werden jetzt die Mitarbeiter kriminelll.

11.04.2012
18:18
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Sulzmann | #7-1

Niemand wird gezwungen der Gema beizutreten. Oder?

11.04.2012
18:04
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von ichliebekoenigsblau | #6

Der Petitionsausschuss des Bundestages lud sie schließlich zur Anhörung ein. Das war im Mai 2010. Seither hat sie nichts mehr aus Berlin gehört. „Das Ganze ist in irgendwelchen Schubladen gelandet“, vermutet sie. ###

Die Politiker wechseln zu oft ! ?

3 Antworten
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Sulzmann | #6-1

Was soll der Petitionsausschuß auch machen. Der kann nur Empfehlungen geben. Mehr nicht. Der hat überhaupt kein Weisungsrecht. Und schon gar nicht gegenüber einem privaten Verein wie die GEMA.
Der Petitionsausschuss des Bundestages kann auch nicht die Eintrittspreise des BVB festlegen. Oder Zum Pokalendspiel verlangen Berliner Hoteliers bis zu 1000,00 € pro Person im Doppelzimmer für eine Übernachtung.
Auch kann der Petitionsausschuß oder die Bundesregierung die Preise für Benzin festschreiben.

Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von ichliebekoenigsblau | #6-2

Sulzmann,
da haste recht,

aber die Politik hat sicher gerade bei der GEMA,
eher Einflußnahmemöglichkeit

Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Otto99 | #6-3

Blödsinn, Berlin hat viel zu viele Hotelzimmer, als das jemand 1000 Euro für ein halbes Doppelzimmer bekommen würde.

11.04.2012
18:02
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von ichliebekoenigsblau | #5

dieser Abzocke-Verein

selbst die Kleinsten in den Kitas, dürfen noch nicht einmal alte Kinder-u.Weihnachtslieder
singen, da halten sie die Hand ( ach ne den gr. Sack ) auf ;

wo geraten wir hier nur noch hin ??

1 Antwort
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Sulzmann | #5-1

Das ist völig falsch. Kinder dürfen Weihnachstslieder rauf und runter singen. Nur die Verfielfältgung der Liedtexte, Zb.. Fotokopien sind kostenpflichtig.

Und wen ein Handwerker der für eine Kita arbeitet, macht er das auch nicht für ein "Vergelts Gott". Wozu auch, das zahlen die Kinder ja nicht von ihrem Taschengeld.

11.04.2012
17:32
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von drWinter | #4

Entgelte für die Nutzung von geistigem Eigentum sind in Ordnung - aber - bitte in einem nachvollziehbarem und angemessenen Rahmen. Das was die Gema da vorhat, kann man getrost als üble Abzocke bezeichnen. Nicht mehr - aber auch nicht viel weniger!

11.04.2012
17:13
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von DerArald | #3

Das ist alles von unseren Volksvertretern gesetzlich eingetütet - einschließlich der Umkehrung der Beweislast.
In jeder Blueray stecken 4 EURO Gema-Abgabe, in jedem Handy 36 (!!!) EURO.

Schändlich ...

11.04.2012
17:11
Gema zieht "Volkszorn" auf sich? - Doch wohl eher nicht
von Boisfeuras | #2

Es geht wohl weniger um den Volkszorn als um den Zorn von Leuten, die mit dem geistigen Eigentum von anderen Ihrerseits Geld verdienen möchten. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, nur ist es doch wohl gerecht, wenn sie dafür bezahlen. Schließlich möchte der Inhaber der Eventagentur doch sicher seinerseits auch von seinen Kunden bezahlt werden, oder arbeitet er für Hosenknöpfe?

2 Antworten
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Tritt_Brettfahrer | #2-1

Bitte informieren Sie sich einmal über GEMA PRO. Vielleicht kommen Sie dann dahinter, wer mit dem geistigen Eigentum anderer tatsächlich das große Geld verdient.

Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von kikimurks | #2-2

Es geht nicht darum, dass Schaffende gerecht bezahlt werden. Es darum, dass das neue Modell der GEMA Veranstalter abzockt. Da wird eine Quasimonopolstellung schamlos ausgenutzt.

11.04.2012
15:37
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von Sulzmann | #1

Da wird man wohl nicht viel erreichen. Es wird ja niemand gezwungen Musik von Künstlern zu spielen die im GEMA Verein sind.

Und was soll denn der Petitionsausschuss des Bundestages entscheiden. Die GEMA ist ein privater Verein, da hat der Bundestag überhaupt kein Entscheidungsrecht. Der Bundestag kann nur über Entscheidungen von öffentlichen Institutionen wie Zb. Ministerien, Ämtern und Behörden entscheiden.

2 Antworten
Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von EnigmaDO | #1-1

Dann wird aber nicht mehr viel Musik zu spielen sein. Die Gebühren werden etliche Discos auffressen, viele Jugendliche wissen nichts mehr mit ihrer Zeit anzufangen, sind womöglich in ihrer Wut unhaltbar und greifen zu Taten die unüberlegt sind. Die GEMA ist zu sehr ihrer Gebührenraffgier verfallen, bevor sie erkennen was sie anrichten.. und dann haben wir wieder viele Arbeitslose, aus der Branche die am meisten betroffen ist..

Beinahe hätte Vodafone finanzielle Probleme bekommen; da se letztes Jahr in jeder Filiale den Sommerhit von Empire of the sun in der Endlosschleife gespielt haben, wären pro Tag und pro Filiale 300 € an Gebühren fällig geworden.. seit dieser Drohung lief der Song nur noch in der Fernsehwerbung

Online-Petition bündelt Zorn gegen höhere Gema-Gebühren
von BjoernKW | #1-2

Die GEMA ist eben kein ganz normaler privater Verein. Wie könnte es sonst sein, dass ausnahmslos jeder Künstler oder Veranstalter nach einer Veranstaltung eine Songliste bei der GEMA einreichen muss, um nachzuweisen, dass keine Songs von GEMA Mitgliedern gespielt wurden.

Wäre die GEMA ein normaler Verein, müsste sie sich selber vor Ort davon überzeugen und könnte die Veranstalter nicht zu einem solchen bürokratischen Unfug zwingen.

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