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Textilindustrie

Ohne Haftung geht es nicht

13.05.2013 | 18:21 Uhr
Ohne Haftung geht es nicht
Über 1000 Menschen kamen Ende April beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben.Foto: Abir Abdullah/dpa

Nach der dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch stellt sich die Frage nach Verantwortung und Haftbarkeit. Die Politik sollte der Marktwirtschaft hier einen entsprechenden Gesetzesrahmen verpassen, kommentiert Thomas Wels.

In der Theorie ist die grenzüberschreitende Marktwirtschaft ganz prima. T-Shirts oder Jeans stellen die Menschen in den Ländern her, die das auf Grund ihrer Kostenvorteile am günstigsten können. Das schafft Arbeit, wenn es gut läuft, steigen die Löhne. Hierzulande bekommen die Kunden T-Shirts zu niedrigen Preisen. Nirgendwo aber wird diese Theorie derart ad absurdum geführt wie durch die Katastrophen in Bangladesch. Die Sprachlosigkeit westlicher Textilkonzerne spricht Bände.

Marktwirtschaft benötigt einen Gesetzesrahmen, sonst führt sie zu brutalkapitalistischen Raubzügen. Verbrauchern mit dem Argument des bewussten Einkaufs beim anständigen Textilhändler ein Gutteil der Verantwortung aufzubürden, greift zu kurz.

Wer haftbar ist, handelt verantwortlich

Natürlich haben die Auftraggeber der Textilproduktion eine Verantwortung, der sie mehr schlecht als recht nachkommen. Natürlich haben sie das Recht auf gleiche Wettbewerbsbedingungen – beim Einkauf wie beim Verkauf.

Abhilfe schafft daher nur ein Haftungsrecht, das die Verantwortung der Auftraggeber einklagbar macht. Nur wer haftbar ist, wird verantwortlich handeln. Im übrigen einer der Grundsätze für eine menschenwürdige Wettbewerbsordnung des Ökonomen Walter Eucken (1952).

Thomas Wels



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