Oettinger rät Eon und RWE zur Fusion
10.01.2012 | 19:17 Uhr 2012-01-10T19:17:00+0100
Essen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hält die deutschen Stromriesen Eon und RWE für zu klein und schlägt eine Fusion vor. Das dürften Kartellwächter anders sehen. Eine Analyse.
EU-Energiekommissar Günther Oettinger ist stets für eine überraschende Äußerung gut. Am Dienstag war es wieder soweit. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ sagte er, eine Fusion der deutschen Stromriesen Eon und RWE „könnte ein Schritt sein, der das Gewicht der deutschen Energiewirtschaft im weltweiten Wettbewerb stärken würde“. Beide Unternehmen seien im Weltmaßstab nur Regionalliga. In der Weltliga würden Exxon, Chevron und Gazprom den Ton angeben.
Eine Fusion von RWE und Eon? Beide Konzerne wollten Oettingers Gedanken nicht kommentieren. Er regt sicher die Phantasie an – aber von einer Realisierung dürfte er Lichtjahre entfernt sein.
Die Bestandsaufnahme offenbart, dass RWE und Eon so gut wie keine Schnittmenge haben. Lediglich in den Branchenverbänden – etwa Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft – sind sie gemeinsam vertreten, darüber hinaus existiert ein Joint Venture. In Großbritannien wollen beide Unternehmen unter der Marke „Horizon Nuclear Power“ gemeinsam Kernkraftwerke entwickeln und bauen. Ansonsten gehen beide getrennte Wege.
Megakonzern mit überwältigender Marktmacht
Das größte Hindernis – Oettinger erwähnte es selbst – ist das Kartellrecht. Mit der Verschmelzung würde im deutschen Maßstab ein Megakonzern entstehen, der eine überwältigende Marktmacht entfalten könnte. Dies würde aber im krassen Gegensatz zu den Entscheidungen in der Vergangenheit stehen. So musste RWE sein Thyssengas verkaufen, weil ihm vorgeworfen wurde, in Nordrhein-Westfalen eine beherrschende Stellung zu haben. Eon trennte sich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen von der Stadtwerke-Holding Thüga.
Allerdings gibt es bei Übernahmen, denen das Kartellamt einen Riegel vorgeschoben hat, die sogenannte Ministererlaubnis. Auf diese Weise wurde Ruhrgas vor rund zehn Jahren dem Eon-Konzern einverleibt. Allerdings: Dass dieses Instrument im – rein hypothetischen – Fall einer Fusion von Eon und RWE unter der derzeitigen Bundesregierung seine Anwendung findet, ist wohl ausgeschlossen. Schließlich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht als Freundin der Energieriesen bekannt. Und im Zuge der Energiewende wird ihr das Motto „Klein ist schön“ zugeschrieben.
Günther Oettinger hält RWE und Eon offenbar schon für klein – und damit für Regionalliga im Vergleich zu Gazprom oder Exxon. Dabei ist der Unterschied, gemessen am Umsatz teilweise gar nicht so riesig. Eon machte 2010 einen Umsatz von über 92 Milliarden Euro, RWE 53 Milliarden. Gazprom brachte es auf 88 Milliarden, Exxon allerdings auf 290 Milliarden.
Klassischer Äpfel-Birnen-Vergleich
Allerdings hat Oettinger den klassischen Äpfel-Birnen-Vergleich gezogen. Schließlich handelt es sich bei Gazprom um ein Staatsunternehmen, das mit einer ganz anderen Unterstützung agiert. Darüber hinaus fördern die Russen in erster Linie Gas, auch Chevron und Exxon sind hauptsächlich im Fördergeschäft. Die Stromproduktion spielt bei ihnen keine Rolle.
Außerdem: Eon ist weltweit die Nummer Eins bei der Investition in Erneuerbare Energien, RWE führt in Europa die Rangliste an.
Doch schaut man sich die Gesamtstrategien der Konzerne an, entdeckt man auseinanderstrebende Richtungen. So hat RWE immer betont, dass Deutschland der Heimatmarkt bleiben werde, nicht zuletzt wegen der Kooperation mit zahlereichen Stadtwerken und den Kommunen als Anteilseigner. Eon strebt deutlich stärker ins Ausland und dürfte kaum daran interessiert sein, dass Oberbürgermeister im Aufsichtsrat den Kurs mitbestimmen.
Und bei einer Fusion ist geteiltes Leid nicht immer halbes Leid. Der Atomausstieg könnte ihre momentane Schwäche verdoppeln.

20:12
Dieser sogenannte Kommisar für Energie sollte sich Kernspalten und in Staub auflösen.
Eine immer größere Zumutung .Auch einer von Merkelsgnaden.Wenn man alle Figuren
die unsere Kanzlerin weggelobt und verbissen hat aneinander reiht kommt schon eine ganz schöne Strecke zusammen.Da wird der Kohl ja eifersüchtig.
12:39
Wer zieht diesen Halbmast-Politiker endlich aus dem Verkehr? Es ist eine Zumutung.
10:00
... anscheinend war ihm mal wieder langweilig, oder hat zuviel von dem gleichnamigen Hopfengetränk..., oder beides.
07:31
Man kann die Kosten der Energiewende zum Wohle der Verbraucher mindern. Man kann aber auch alles beim Alten belassen, da der Verbraucher ohnehin alles bezahlt.
Die Pöstchen in den Megakonzernen sind den abgehalfterten SPD/Grünen vorbehalten.
Clement RWE
Müller Steag/Ruhrkohle
Fischer Nabuco
Schröder Gazprom
Sie sollten bitte ihre Kommentare ins CDU Parteiblatt schreiben.Genau wie abgehalfterte
SPD oder Grünen schwirren auch CDU CSU oder FDP ler durch die Vorstände.
Übrigens ,Werner Müller ist nicht im RAG Stiftungsvorstand
07:30
Kann nicht endlich mal jemand diese peinliche Niete aus dem Verkehr ziehen?
Eine Fusion wird bestimmt den Energiepreis senken. Man hat schließlich einen Konkurrenten weniger. Hat Herr Ö. auch Urlaub bei Freunden gemacht? Egal ob EON oder RWE.
Hätte er "Freunde" in der Ölindustrie, käme als nächstes der Vorschlag, Aral und Shell zu fusionieren.
Dann sagen Sie mir mal weshalb die Nation sich wegen den vielen Krankenkassen aufregt.
Hier gilt wohl ihr Argument nicht?
06:29
Ach Oettinger, dank MUTTI zu einem äußerst lukrativen Posten gekommen, macht er sich zum Büttel der Strommonopolisten. Von wegen preisdrückender Wettbewerb. Die gewaltigen Investitionen zur Energiewende werden letztendlich ehe vom Verbraucher finanziert. Man fragt sich, ob diese Nulpe nach seiner EU-Zeit sich für eine führenden Posten bei diesem neuen Megakonzern warmläuft (Daher diese Fusionspropaganda). Egal ob Wulff, Oettinger, Clement usw. überall existieren reiche Freunde und schmierige Netzwerke die diesen Typen eine goldene Zukunft verheißen (bei politischen Wohlverhalten vorausgesetzt) . Liebermann lässt grüßen!
04:30
I tkink that the Stromriesen must go one way.
Its better for the Unternehmen.
Schon traurig wenn solche wichtigen Positionen mit Politikern besetzt sind, die nur das Wohl der Unternehmen im Sinn haben. Leider hat bis heute sich niemand getraut diese Ausbeuter in die Schranken zuweisen, weder das Kartellamt oder unsere Regierung.
Um überhaupt die Preise für Energie einigermaßen im Rahmen zuhalten ist noch mehr Wettbewerb erforderlich. Seltsam finde ich auch das viele Posten in der EU mit Politikern besetzt sind, die in Deutschland keiner gebrauchen kann.
Glückauf
23:28
Hoch lebe das Monopol der Lobyisten, dank gefügig gemachter Parlamentarier damit die Energiepreise weiter nach eigenem Ermessen steigen können.
Herr Oettinger sollte für so einen Blödsinn sofort zurück treten und auf die übertriebenen Diäten und verwassungswidrigen Sonderzahlungen eines EU Abgeordneten verzichten. Scheinbar werden die Manipulationen durch Spenden und Begünstigungen (siehe Wulf) immer schlimmer und auffälliger. Merken die eigentlich noch etwas oder können die jetzt alles da oben durchsetzen?
Unfassbar welche Dreistigkeit hier zu Tage tritt.
Wem etwas nicht gefällt sollte mit Fakten antworten. Eine Büttenrede ist etwas für Angeheiterte auf einer Karnevalsveranstaltung.