Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Nummernschilder

Österreichische Botschaft erklärt Kfz-Papiere mit Bindestrich für rechtmäßig

12.09.2012 | 12:50 Uhr
Österreichische Botschaft erklärt Kfz-Papiere mit Bindestrich für rechtmäßig
Beide Schreibweisen mit und ohne Strich sind im Alpenland gleichberechtigt gültig.Foto: Dirk Schuster

Essen.   Hohe Geldstrafen sollten Polizisten in Österreich und Italien deutsche Autofahrern abgenommen haben, weil in deren Kfz-Papieren ein Bindestrich zu viel steht. Entsprechende Meldungen verbreiteten sich schnell im Internet, erweisen sich aber jetzt als „Bußgeld-Ente aus dem Sommerloch“.

300 bis 500 Euro sollen Autofahrer in Italien und vor allem in Österreich dafür als Strafe bezahlt haben, dass in ihren alten Kfz-Papieren das Kennzeichen noch mit Bindestrich zwischen der Ortskennung und den folgenden Buchstaben geschrieben steht. Der Bindestrich ist auf den 1994 in Deutschland eingeführten EU-Nummernschild weggefallen. Beim wütend im Internet kommentierten „Bindestrich-Bußgeld “ ist es wie mit der Spinne in der Yucca-Palme: Jeder kennt sie, aber keiner hat jemals eine gesehen. Dem ADAC ist kein einziger dokumentierter Fall bekannt. Der Münchener Autoclub mit seinen 18 Millionen Mitgliedern sprach gegenüber der WAZ von der „Bußgeld-Ente“ aus dem Sommerloch.

Inzwischen sah sich sogar die österreichische Botschaft zur Klarstellung genötigt. Beide Schreibweisen mit und ohne Strich sind im Alpenland gleichberechtigt gültig. Für ein Bußgeld gebe es keine Rechtsgrundlage. Damit dürfte sich auch der aufkommende Ärger darüber erledigt haben, dass praktisch alle Städte für das Neuausstellen der Kfz-Papiere auf die Schreibweise ohne Strich die übliche Gebühr von 11,40 Euro verlangen. Nur Duisburg bot die Änderung zum „Selbstkostenpreis“ von einem Euro an. „Rechtlich nicht in Ordnung“ urteilte die Nachbarstadt Mülheim über das Sonderangebot.

Gerd Heidecke



Kommentare
Aus dem Ressort
Container-Pläne in Dortmund sorgen für Ärger
Hafen
Wenn Wirtschaftsförderung auf Wutbürger trifft: Dortmund baut im Hafen ein Container-Terminal, das eine Job-Maschine sein soll. Es sorgt aber auch für viel Ärger – sogar bei den Grünen, die eigentlich für den Container-Verkehr sind.
Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW
WIRTSCHAFT
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.
Telefonanschlüsse vertauscht - Telekom verursacht Kabelsalat
Telefonnetz
Panne bei der Telekom: In Dinslaken wurden bei der Installation von neuen Verteilerkästen einige Anschlusskabel falsch verbunden. Die Folge: Einige Telefonleitungen sind tot, Kunden telefonieren mit der Nummer des Nachbarn und surfen eventuell auch auf dessen Kosten im Internet.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?