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O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff

19.01.2012 | 14:55 Uhr
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
O2-Kunden, die mit ihrem Handy im UMTS-Netz surfen wollen, geraten gerade in Ballungsräumen an ihre Grenzen. Foto: Ingo Otto

Bochum/München  Der Mobilfunkanbieter O2 kämpft weiter mit Netzproblemen. Aktuell ist derzeit etwa das UMTS-Netz in Bochum und Gelsenkirchen gestört. Aber auch aus anderen Landesteilen reißen die Beschwerden nicht ab. Das Unternehmen verspricht weitere Verbesserungen.

Die Beschwerden von Kunden über die Netzqualität des Telekommunikationsanbieters Telefonica mit seiner Marke O2 reißen nicht ab. Täglich finden sich im O2-Forum als auch auf der Facebook-Seite neue Einträge unzufriedener Kunden, die über Verbindungsprobleme ins Netz klagen. Dabei hatte O2 auch im Interview mit DerWesten erklärt, dass sich bis Dezember die Situation deutlich verbessern würde.

Aktuell kämpft O2 unter anderem mit Verbindungsproblemen in Bochum. Ein Kunde aus Bochum (Name der Redaktion bekannt) beklagte sich gegenüber DerWesten, dass er seit über einer Woche in der Stadtmitte keinen UMTS-Empfang mehr habe. Die Nutzung von Datendiensten und Apps sei damit unmöglich. Damit nicht genug: Bei Beschwerden an der Hotline und im O2-Shop gab man ihm unterschiedliche Erklärungen über die Gründe. „Ich fühle mich mit meinem Problem nicht ernst genommen“, sagt er nun.

Beschwerden im O2-Forum

O2 räumte auf Nachfrage von DerWesten Probleme im Raum Bochum und Gelsenkirchen ein. Sprecher Markus Oliver Göbel bestätigte: „In diesem Bereich gibt es derzeit leider Qualitätseinschränkungen beim Telefonieren über UMTS.“

Doch der Bochumer Fall scheint längst kein Einzelfall. Im O2-Forum beschwerten sich in den vergangenen Tagen auch Kunden aus Essen oder Düsseldorf. Und die Klagen ziehen sich weiter durch die ganze Republik. Die Antwort, die die frustrierten Kunden vom Anbieter O2 dann zu hören bekommen, ist meist gleich: Es gebe Überlastungen oder Qualitätseinschränkungen im UMTS-Netz.

Immerhin spricht das Unternehmen nach dem Proteststurm im November vergangenen Jahres nun nicht mehr von Einzelfällen. Auf der Internetseite „Wir sind ein Einzelfall“ hatten sich viele Kunden mit Netzproblemen gemeldet und so gegen die damals lapidare Antwort des Unternehmens protestiert.

Schnelles Wachstum wird O2 zum Verhängnis

O2 sagt, sein rasantes Wachstum im Mobilfunkmarkt sei für die Netzüberlastungen verantwortlich. „Unsere Basisstationen kommen nicht mehr hinterher“, hatte im November ein O2-Sprecher gegenüber DerWesten erklärt. Für Marc Kessler, Telekommunikationsexperte beim Onlineportal Teltarif, stellt sich die Frage, ob die Wachstumsprognosen des Unternehmens nicht zu konservativ waren. „Das rächt sich möglicherweise jetzt“, so Kessler.

Als Reaktion auf die öffentliche Welle des Protestes rüstete O2 Ende 2011 an besonderen Brennpunkten in Großstädten seine Basisstationen auf. Das Ruhrgebiet war nicht dabei. Aus Sicht von Kessler bringt das Upgrade der Basisstationen jedoch nur eine gewisse Besserung. Denn das eigentliche Problem liege nicht bei den Basisstationen, sondern beim Datentransport von den Basisstationen ins Netz. Das gibt auch O2 auf Nachfrage zu.

Aus diesem Grund will das Unternehmen künftig mit der Telekom zusammenarbeiten. Der rosa Riese aus Bonn wird die Mobilfunk-Antennen von Telefonica in Deutschland an sein Datennetz anschließen. „Das wird unsere Performance sprunghaft nach vorn bringen“, verspricht O2-Sprecher Göbel. Allerdings müssen die Kunden bis dahin noch Geduld aufbringen. Der Schritt ist erst ab dem zweiten Quartal 2012 geplant.

Wann O2-Kunden vorzeitig kündigen können

Müssen unzufriedene Kunden also auf die versprochenen Verbesserungen hoffen oder können sie auch aus Verträgen früher aussteigen, weil die zugesagte Qualität nicht stimmt?

Thomas Bradler, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW, stellt klar: Hat ein Unternehmen Probleme mit dem Netzausbau, ist das nicht das Problem des Kunden. Allerdings kann man bei Störungen nicht einfach kündigen oder die Zahlungen einstellen.

Bradler rät, die Störungen genau zu protokollieren und den Anbieter um Abhilfe aufzufordern. Dabei sollte ihm eine Frist gesetzt werden, die mindestens drei Wochen beträgt. Wenn die Probleme dann immer noch bestehen, kann der Vertrag fristlos gekündigt werden.

Janet Lindgens


Kommentare
21.01.2012
10:34
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von industriee | #20

"Vom Boom überrascht", dreister gehts nicht. Wenn sie die Leistung nicht erbringen können dürfen sie sie auch nicht verkaufen. Sprich in den betroffenen Gebieten keine UMTS-fähigen Simkarten vertreiben. Bei mir sieht es so aus das ich seit gut 2 Jahren in der "Homezone" keinen 3G Empfang bekomme, obwohl die 3G-Netzstärke ausreichend wäre. Meine Telefone loggen sich zwangsweise in den Sender direkt über mir ein. Und der kann kein 3G. Ärgerlich wird das dadurch das die automatische Umschaltung der Netzart nicht funktioniert. Bei keinem meiner Geräte. Wenn ich auf dem Heimweg vergesse von 3G auf 2G (GMS) manuell umzuschalten bin ich nicht erreichbar. Das ist Dauerzustand. Auch ärgerlich die "Ahnungslosigkeit" des o2-Personals. Jeder Verkäufer der Konkurrenz informiert da besser über die Problematik. Mit Schadensfreude im Gesicht. Und noch ein wirklich ganz großes Ärgernis und das ist flächendeckend. In moderne Betongebäude mit Brandschutzverglasung (metallhaltig) und Trockenbau dringt das 02-Funknnetz nicht ein. Bin oft beruflich in solchen Gebäuden. Während Kollegen mit D-Netz Geräten problemlos telefonieren können geht gar nichts. Übrigens die 3G-Verbindung funktionierte in meiner Wohnung mit einer Lidl/Fonic Simkarte, die ja auch auf o2 basiert fallweise gut. Dachte erst es würde an den frickeligen dazu schlecht übersetzten Einstellungen des Huawei-Gerätes liegen aber war wohl mehr Zufall. Aber auch ein Indiz dafür das o2 da teilweise bewusst abschaltet. Mit dem Gebäuden kriegen sie in Zukunft noch richtig Probleme wenn es erst in Mode kommen sollte mit den Handys zu bezahlen beim Discounter oder an der Tanke. Dürfte am Frequenzbereich liegen. Halt ein Netz für Amateure und Freizeit. Aber dafür ist der Altvertrag für mein Verhalten sehr preiswert. Und für die Erreichbarkeit im Job halt ein zweites Gerät mit D-Netz Prepaidkarte.
Ach so, zu Weihnachten bekam ich von der o2-Hotline eine 10€ Gutschrift als Trostpflaster.

2 Antworten
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von bluppdidupp | #20-1

In moderne Betongebäude mit Brandschutzverglasung (metallhaltig) und Trockenbau dringt das 02-Funknnetz nicht ein."
Bei UMTS besitzen alle Mobilfunkanbieter Frequenzen 1900 MHz, die Gebäudedurchdringung sollte dort bei den Betreibern also nahezu gleich sein (sofern das Handy denn UMTS auch für Telefonie verwendet - das muss nicht zwangsweise so sein)
Auch beim E-Netz gilt nicht mehr dass dort nur E-Plus und o2 funken, T-Mobile und Vodafone funken dort auch rum, andersherum funken E-Plus und o2 ebenfalls im D-Netz rum. Die Bezeichnungen "E-Netz" und "D-Netz" kann man eigentlich mittlerweile vergessen.
Nichtsdestotrotz scheinen T-Mobile/Vodafone ihre Netze wohl besser zu planen ;D

Tipp: Für iPhone und Android gibt es die App "o2 Mehr Netz" mit der man o2 Empfangsprobleme melden kann. Ansonsten gibt es noch http://wir-sind-einzelfall.de/

O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von bluppdidupp | #20-2

Die Unterscheidung E-Netz/D-Netz gibt es eigentlich nicht mehr wirklich.
E-Plus/o2 haben inzwischen beide auch Frequenzen im D-Netz (grob 850 - 1000 MHz), ebenso haben vodafone/t-mobile auch Frequenzen im E-Netz (grob 1700–1900 MHz). (vodafone/t-mobile haben allerdings weiterhin deutlich mehr Kanäle im D-Netz)
Bei UMTS werden von allen Mobilfunkbetreibern hauptsächlich Frequenzen 1900 MHz verwendet.
D.h. das Problem der Gebäudedurchdringung wird bei Telefonie über UMTS auch bei vodafone/t-mobile zum Problem, wenn bei UTMS nicht auf D-Netz Frequenzen umgestiegen wird (E-Plus macht das wohl teilweise schon)
Die Frequenzen die für UMTS und LTE gedacht sind, sind bzgl. der Gebäudedurchdringung eigentlich suboptimal.
Vodafone/T-Mobile können das durch die höhere Anzahl von Basisstationen gegenüber der Konkurrenz derzeit noch ganz gut abfangen.

Für optimalen Indoor-Empfang sind Femtozellen/Pikozellen oder Telefonie über wlan eigentlich recht interessant. Dabei hat man im Gebäude eine eigene Basisstation die über den eigenen DSL-Anschluss angebunden wird. Vodafone bietet sowas in UK mit "Sure Signal" an (kostet einmalig 50 Pfund). Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit von Mobilfunk-Repeatern (teilweise in ICEs verbauts).
Mal schauen was da in Zukunft noch so passieren wird...

20.01.2012
19:23
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von Bluuutwurst | #19

Hab in Dortmund seit Monaten schwere Probleme mit dem Empfang. Katastrophal.

1 Antwort
katastrophal...
von Bluuutwurst | #19-1

...aber dafür kostenlos ;-) Wies geht, verrate ich nur gegen Gebühr.

20.01.2012
16:46
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von bluppdidupp | #18

Am Dortmunder Hbf ist Datenverkehr teilweise auch sehr lahm.
In Nahverkehrszügen schwankt die Geschwindigkeit sehr stark, allerdings sieht das bei den Mitbewebern da auch nicht besser aus.
In Bussen im Dortmunder Raum kann ich in der Regel auch youtube-Videos problemlos schauen.
(Nutze o2-Netz über einen Reseller, der Preis ist der Leistung auf jedenfall angemessen)

20.01.2012
12:43
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von AK1185 | #17

Meine Güte, was haben denn alle?? Ich habe seit mittlerweile 10 Jahren einen Vertrag bei o2 und nirgendwo, egal wo in Deutschland oder im Ausland, Probleme gehabt.
Abgesehen davon sind Sätze die mit "Wer am falschen Ende spart..." vollkommen falsch und überflüssig - denn GÜNSTIG oder gar BILLIG ist o2 schon lange nicht mehr. Günstiger vielleicht noch als die beiden Riesen, aber viel tut sich da nicht. Und ich kann mich auf den Kundenservice verlassen.

Sorry, aber wenn heute alle 24/7 online sein müssen, dann halte ich das schon für total überzogen. Was habt ihr nur alle früher gemacht, als es noch nicht einmal das Handy gab?

1 Antwort
Was habt ihr nur alle früher gemacht...?
von Bluuutwurst | #17-1

Da war ich traurig.

20.01.2012
12:32
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von Lieber_nicht | #16

Ich bin ebenfalls o2-Kunde und wohne nicht auf dem flachen Land sondern wegen der Arbeit im Nordend von Frankfurt/Main (=Innenstadt !!) . Was O2 dort abliefert, ist eine Frechheit ! Als alter Genion-Kunde habe ich einen solch miserablen Service von O2 beim Kauf eines USB-Surfsticks nicht erwartet. Ich kann nur jedem raten einen weiten Bogen um O2 zu machen und sich für einen Vertrag bei den beiden Marktführern zu entscheiden. Ich habe jedenfalls wegen Netzproblemen z.B. auslaufende Ebay-Auktionen nicht wahrnehmen können. Zudem gibnt es sogar Netzprobleme zu Zeiten, wo man es absolut nicht erwarten würde: nachts um 1h oder 2h. Also Finger weg von O2. Ich werde meinen Vetrag in den nächsten Tagen kündigen !!

20.01.2012
00:03
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von georgbochum | #15

Tja, wer am falschen Ende spart statt zu einem der beiden ernstzunehmenden Anbieter zu gehen, darf sich hinterher nicht beschweren. Wieder was gelernt: Qualität hat ihren Preis.

1 Antwort
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von Wen_juckts | #15-1

Im Prinzip richtig, allerdings ist die bezahlte Leistung zu erbringen, oder?

19.01.2012
21:15
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von justuser | #14

on Menetscha | #12

"Selbst 500 kb waren nicht über 15 Minuten downloadbar."

Also da muss man auch mal den Ball flachhalten! Ich möchte nicht wissen, wieviele Sendemasten, gerade im ländlichen Raum Hünxe ein riesieges Gebiet abdecken müssen.

Ich gehe mal von einem aus, für zig Kilometer und mittlerweile sind ja Internetverbindungen für´s Handy oder Smartphone an der Tagesordnung. Wenn dann hunderte Leute im Stau stehen, kann sich jeder an zehn Fingern ausmalen, was da für ein Verkehrsaufkommen entsteht...das sind Ausnahmen...

19.01.2012
21:02
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von totti0405 | #13

Leute, was wollt ihr denn eigentlich alle?

Das habt ihr nun mal davon, dass ihr ständig und immer und überall alle online sein "müsst" - und das am besten für 3,99 Euro im Monat. Also mal schön den "Ich bin wichtig"-Ball flach halten.

19.01.2012
20:06
Vodafone ist auch nicht der Brüller
von Menetscha | #12

Mit meiem Firmenhandy mit Vodafone-SIM stand ich Dienstag auf der gesperrten Autobahn vor Hünxe.

Selbst 500 kb waren nicht über 15 Minuten downloadbar.

19.01.2012
19:58
O2 bekommt Netzprobleme nicht in den Griff
von osis | #11

Eigentlich zufrieden, solange man nicht unterwegs ist... Die Bahnstrecke Essen- Düsseldorf ist ein Funkloch... Bischen ärgerlich in der Bahn. Nur in den Bahnhöfen wirklich Netz...

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