NRW stoppt Erdgas-Probebohrungen
25.03.2011 | 18:39 Uhr 2011-03-25T18:39:00+0100
Essen. Überraschende Wende im Streit um die geplanten Erdgas-Probebohrungen in NRW: Die Landesregierung hat die Erkundungsarbeiten vorerst auf Eis gelegt. Erst soll ein Gutachten über das Fracking-Bohrverfahren abgewartet werden.
Die geplanten Erdgas-Probebohrungen in NRW sind vorerst gestoppt. Die Landesregierung habe sich mit dem US-Konzern ExxonMobil „darauf verständigt, die Erkundungsarbeiten bis zum Jahresende ruhen zu lassen“, bestätigte eine Sprecherin des NRW-Wirtschaftsministeriums der WAZ. Exxon wollte in den kommenden Monaten drei Probebohrungen im Münsterland durchführen.
Laut Wirtschaftsministerium sollen die Erkundungsarbeiten erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Ergebnisse eines Gutachtens vorliegen. Darin sollen „einheitliche Beurteilungskriterien für die Fracking-Maßnahmen, aber auch für die Genehmigung von Probebohrungen entwickelt werden“, sagte die Sprecherin. Das Gutachten soll im Juni gemeinsam mit dem Umweltministerium in Auftrag gegeben werden. Zuvor müsse noch das Vergabeverfahren durchgeführt werden. „Entscheidungen über den vorliegenden Antrag (für eine Probebohrung in Nordwalde, Anm. d. Red.) werden erst getroffen, wenn das Gutachten und damit einheitliche Kriterien zur Beurteilung der Umweltauswirkungen vorliegen“, stellte die Sprecherin klar.
Landesregierung zieht nach Protesten aus der Bevölkerung die Notbremse
Mit diesem Moratorium zieht die Landesregierung nach anhaltenden Protesten der Bevölkerung die Notbremse. Die Kritik der Anwohner richtet sich gegen die möglicherweise bei der Förderung angewandte Fracking-Bohrmethode. Dabei wird ein Chemikalien-Sand-Gemisch in den Boden gepresst, um die Gesteine aufzubrechen. Zuletzt hatten die Wasserversorger an der Ruhr einen sofortigen Stopp der Erdgas-Erkundung gefordert. Sie befürchten bei einer späteren Förderung der Gasvorkommen eine Verunreinigung des Trinkwassers.
Die Landesregierung will zudem eine Bundesrats-Initiative starten, um das Bergrecht zu ändern und die Umweltauflagen für Erdgas-Bohrungen zu verschärfen. Dabei soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung für potenziell umweltgefährdende Bohrungen zwingend eingeführt werden. Dies würde automatisch ein Planfeststellungsverfahren inklusive Bürgerbeteiligung auslösen.

03:17
Dazu paßt die Karikatur vom Tage am 23.03.2011 von Thomas Plaßmann.
Sie zeigt Demostranten gegen Atomkraft, Kohlekraftwerke, Windkraftanlagen, Überlandleitungen und - Erdgassuche.
Damit hat Plaßmann den Nagel auf den Kopf getroffen, denn manche stehen hier wohl auf dem Standpunkt:
Wir sind gegen alles - weil bei uns der Strom aus der Steckdose kommt.
Schlimm nur das die Minderheitsregierung derzeit allen Einzelinteressen nachkommt, weil sie sich auf Neuwahlen vorbereiten muß.
Das bedeutet nichts anderes wie absoluten Stillstand und das für ein Land wie NRW.
Bezahlen werden wir den Wahnsinn alle zusammen...
23:35
Vor 25 Jahren begannen die Förderungungen mit dem in den USA entwickelten Fracking-Verfahren, in den USA wird das nun seit 2005 angewand...
23:07
Falls es jemand noch nicht kennt: Dir Ergebnisse solcher Bohrungen:
http://www.spiegel.de/video/video-1094294.html
16:01
Das, was sie in den USA nicht mehr dürfen, wollen sie uns zumuten. Eine Frechheit, die verhindert werden muss.
10:30
Aber Brüderle und Mappus haben ja deutlich gemacht das wirtschaftliche Interessen Vorrang haben. Für die entstehenden Gesundheitsbelastungen dürfen wir dann selber aufkommen, das regelt dann der Phillipino
10:27
Seltsam, Exxon hat doch versichert das keine Gefahren bestehen. Von Anfang an unglaubwürdig, aber da hat ja wohl wieder ein Scheck Tür und Tor geöffnet. Bananenrepublik.
08:12
.
Noch ein Moratorium, diesmal bis zum Jahresende, denn Erdgas ist gefährlich.
Vielleicht sollte man da doch lieber an ein neues Atomkraftwerk denken, denn dieses Moratorium läuft immerhin erheblich früher aus.
23:40
Endlich mal eine richtige Entscheidung. Keine Chemie ins Grundwasser!
20:55
Im Raum Vechelde hat man für die Stahlwerke Peine Salzgitter Erz gefördert, kein Gas da..
Flaches Land heisst leider nicht, dort auch Gas zu finden, wie im länderübergreifenden Gasfeld der NL und Niedersachsens.
20:32
Warum wird nicht in Niedersachsen, speziell im Raum Vechelde und Umgebung geboht? Ich kann mir vorstellen, dass dort jede Menge Erdgas vorhanden ist - schön flaches Land, wenig besiedelt.