Rüttgers in China
NRW-Mittelstand setzt auf Chinas Mega-Boom
15.11.2009 | 23:38 Uhr 2009-11-15T23:38:00+0100Peking/Düsseldorf. Mitten in der Finanzkrise lassen Maos Erben die alte Welt alt aussehen. Die Supermacht China trotzt dem Trend und protzt mit einem fast zweistelligen Megawachstum. Da will sich der NRW-Mittelstand in Fernost ein großes Stück vom Kuchen abschneiden.
Auf seiner einwöchigen China-Visite wirbt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation in Peking, Shanghai, Sichuan und Jiangsu für Investitionen in NRW. Gleichzeitig sollen Hemmnisse für die 2000 Investoren im Reich der Mitte beseitigt werden. Rüttgers hat China seit Anfang der 80er Jahre mehrfach besucht und verfolgt ein Ziel: „Wir wollen NRW zum Zentrum der Chinesen in Europa machen.“ Als Vorbild dient dem Regjerungschef die lebendige japanische „Kolonie“ in Düsseldorf. Rüttgers' Vision von der China-Filiale hat Gründe: Schon jetzt leben 19 000 Chinesen an Rhein und Ruhr.
NRW mischt beim Handel mit China kräftig mit
Während die westlichen Industrienationen weiter von Rezessionsängsten geplagt werden, brummt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Und NRW mischt beim Handel mit China kräftig mit. Der Außenhandel mit dem Riesenreich wuchs 2008 auf 20,8 Milliarden Euro. Dabei exportierten NRW-Firmen vorwiegend Industriegüter, Chemieerzeugnisse, Autos und Elektroteile für 6,5 Milliarden Euro, gleichzeitig importierte NRW für 14,3 Milliarden Euro Maschinen, Spielwaren und Textilien aus China. Heute sitzen 633 chinesische Firmen in NRW.
Deutsches Know-How genießt hohes Ansehen in China. Auf der Weltausstellung Expo 2010 in der 18-Millionen-Metropole Shanghai wird die NRW-Wirtschaft ihre Vorreiterrolle in der Umwelt- und Energietechnik demonstrieren. Nicht nur in der zunehmend vom Smog geplagten Metropole Peking fordern die Menschen Abhilfe. Hier öffnen sich aus Sicht von Rüttgers gewaltige Märkte. Der Klimasünder China kann nicht weitermachen wie bisher - auch wenn er sich bis 2050 nicht auf feste Quoten einlassen will.
Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart, der Rüttgers begleitet, setzt auf die Solarenergie. Das Forschungszentrum Jülich unterschreibt einen Kooperationsvertrag mit dem Solarmodulhersteller Baoding TianWei Solarfilms. „Solarenergie ist in China ein absoluter Boommarkt“, weiß Pinkwart. Auch bei der Windkraft sieht der größte CO2-Produzent der Welt Riesenpotenziale. Bisher werden 80 Prozent der elektrischen Energie in China aus Kohle gewonnen. Fast wöchentlich wird ein neues Kohlekraftwerk zugeschaltet - beste Chancen für modernste Krafttwerkstechnik aus NRW.
Nicht nur Chemie-Giganten wie Bayer investieren Milliarden in China. Der Mittelständler und weltweite Marktführer für Industriestecker, Walter Mennekes (Kirchhundem), hat schon 1994 den Sprung nach Fernost gewagt. Inzwischen hält Mennekes beim „gelben Riesen“ einen Marktanteil von 25 Prozent. Der Autobauer VW toppt das noch: Beinahe jedes dritte Fahrzeug in der Volksrepublik ist ein Volkswagen. Längst verkauft VW in China mehr Autos als in Deutschland. Auch BMW plant wegen der Riesennachfrage im Riesenreich für Milliarden Euro eine neue Produktionsstätte.
Rüttgers glaubt, dass sich Europa nach der Finanzkrise neu aufstellen muss. „Wir dürfen nicht mehr nur als Händler in Asien auftreten, sondern müssen als Partner kommen.“ Deshalb trifft Rüttgers in China auch ganz bewusst mit Wissenschaftlern und Künstlern zusammen. In der Partnerregion Sichuan hat NRW 2008 nach dem schweren Erdbeben mit 70 000 Toten Zelte für 4000 Menschen bereit gestellt. Das haben die Freunde in China nicht vergessen.
Die Partnerschaft lebt: Derzeit studieren 5300 junge Leute an NRW-Hochschulen – knapp 2000 im Ruhrgebiet, 845 an der RWTH Aachen und 100 an FH-Siegen. An 32 NRW-Schulen wird chinesisch unterrichtet, die Städte Köln (Peking), Bonn (Chengdu) und Düsseldorf (Chongqing) unterhalten enge Partnerschaften mit China.
Die NRW-Firmen blicken vor allem auf die gigantischen Märkte im 1,3 Milliarden-Riesenreich. 15 NRW-Konzerne wie Thyssen-Krupp, SMS, Uhde und Obi sind teilweise seit 100 Jahren aktiv in China. „Wir müssen Kapital und Know How zusammenführen“, weiß Rüttgers. Längst gehört das Reich der Mitte zu den reichsten Ländern der Erde – und hält allein US-Staatsanleihen für sagenhafte 777 Milliarden Dollar.
Dass der „gelbe Riese“ auf seiner rasanten Aufholjagd den Exportweltmeister Deutschland bald überholen wird, gilt Experten als sicher. Dabei rückt die Hochtechnologie immer stärker in den Fokus der Asiaten. In Shanghai kann Rüttgers einen Eindruck von Chinas forschem Sprung in die Zukunft gewinnen. Hier rast das deutsche Thyssen-Vorzeigeprojekt Transrapid mit Tempo 400 durchs Land. In NRW war der Bau der schnellen Magnetbahn nach jahrelangem Gezerre kläglich gescheitert. In Shanghai wird der in nur 22 Monaten gebaute Transrapid als achtes Weltwunder gefeiert.

10:02
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23:18
Rüttgers in China, peinlich für NRW.
21:51
so ist das wenn man sich vom dollar löst.
21:43
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20:25
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wirbt in China für Investitionen in NRW.
es ist einfach nur traurig ...
19:24
Wir lesen viel davon, das Rüttgers sich um die Investitionen der NRW Konzerne kümmert, aber wenig davon wie er erreichen will, das NRWs Bürger daran partizipieren.
Bisher sind Chinesen eher dadurch aufgefallen, das sie nachdem sie alle Arbeitsabläufe in Stahlwerken und Handyfabriken aufgezeichnet haben, diese nach China abtransportierten. Oder wie im Falle des gelobten Transrapid, gerne deutsche Produkte kauften, wenn sie deutsche Subventionen bekommen um die zu bezahlen.
Wer heute in China mit seinen Produkten erfolgreich ist, der findet auf jeder Messe mindestens eine Kopie seiner Produkte.
Kurzfristig sichert der technologische Vorsprung noch Arbeitsplätze, aber der schmilzt schneller weg als Schnee im Sommer.
Und die chinesischen Dollarmilliarden, dürften so manchem mittelständigen Firmennachfolger verlockender erscheinen, als sich im Wettbewerb mit den Chinesen zu beweisen.
Da muss ein Politiker schon mehr berichten als seine persönliche Faszination für ein Armenhaus das sich in wenigen Dekaden zum FutWir lesen viel davon, das Rüttgers sich um die Investitionen der NRW Konzerne kümmert, aber wenig davon wie er erreichen will, das NRWs Bürger daran partizipieren.
Bisher sind Chinesen eher dadurch aufgefallen, das sie nachdem sie alle Arbeitsabläufe in Stahlwerken und Handyfabriken aufgezeichnet haben, diese nach China abtransportierten. Oder wie im Falle des gelobten Transrapid, gerne deutsche Produkte kauften, wenn sie deutsche Subventionen bekommen um die zu bezahlen.
Wer heute in China mit seinen Produkten erfolgreich ist, der findet auf jeder Messe mindestens eine Kopie seiner Produkte.
Kurzfristig sichert der technologische Vorsprung noch Arbeitsplätze, aber der schmilzt schneller weg als Schnee im Sommer.
Und die chinesischen Dollarmilliarden, dürften so manchem mittelständigen Firmennachfolger verlockender erscheinen, als sich im Wettbewerb mit den Chinesen zu beweisen.
Da muss ein Politiker schon mehr berichten als seine persönliche Faszination für ein Land, dass das kommunistische Manifest gegen das futuristische Manifest getauscht hat.
10:02
Im Artikel steht OBI als Beispiel der in China erfolgreichen Unternehmen, doch hat OBI hat sich 2005 wieder aus China zurück gezogen, es war nur ein knapp 5-Jähriges Intermezzo.
http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/obi-ohne-erfolg-in-china-117504/
10:02
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