Nokia-Image im freien Fall
18.01.2008 | 21:33 Uhr 2008-01-18T21:33:24+0100HANDYS. Experte warnt: Kunden könnten die Geräte des finnischen Konzern als "sozial unerwünscht" einstufen.
ESSEN. Der Ansehensverlust durch die Schließung des Bochumer Nokia-Werks könnte für den finnischen Handyhersteller spürbare wirtschaftliche Folgen haben, weil die Marke künftig mit einem Makel behaftet ist. Es könne passieren, dass Kunden Nokia-Handys als "sozial unerwünscht" einstufen und deshalb nicht mehr kaufen, sagte der Essener Marketingexperte Hendrik Schröder der NRZ. Der Schaden ist laut einer Umfrage des Kölner Marktforschungsinstituts Psychonomics AG bereits messbar: "Das Image von Nokia hat in den vergangenen Tagen deutlich gelitten", sagte Projektleiterin Bettina Willmann - und zwar "fast erdrutschartig".
Deutlich ins Negative gewendet
Psychonomics zufolge ist das "Image von Nokia im freien Fall". Laut dem aktuellen Marken-Monitor "BrandIndex", für den das Institut täglich 1000 Bundesbürger befragt, hat sich die im Branchenvergleich bislang überdurchschnittlich positive Wahrnehmung und hohe Präsenz der Marke Nokia in der Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen deutlich ins Negative gewendet. Beim Arbeitgeber-Image fiel Nokia im Vergleich zu den relevanten Konkurrenzherstellern steil vom ersten auf den letzten Platz.
Negative Auswirkungen ließen sich auch in der Wahrnehmung von Qualität und Preis feststellen, hieß es: Die Verbraucher bewerteten die Qualität der Marke Nokia binnnen weniger Tage deutlich schlechter, auch das Preis-Leistungsverhältnis sähen sie bereits deutlich kritischer. Willmann erwartet, dass solche Bewertungen Auswirkungen auf den Absatz von Nokia-Handys haben.
Prof. Hendrik Schröder, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Handel an der Universität Duisburg-Essen, erkennt eine derzeit "hoch explosive Gemengelage": auf der einen Seite das "ökonomische Kalkül" des finnischen Konzerns - und auf der anderen die öffentliche Empörung. "Nokia scheint ganz offensichtlich diese Art der Wahrnehmung egal zu sein." Die Frage sei, ob der Konzern alle Effekte bedacht habe.
Schröder sprach von einer "durchaus verbesserungswürdigen" Kommunikationspolitik des Unternehmens. Es geht "um einen ganz enormen Flurschaden, der hier hinterlassen wird". Der Experte: "So sollte man mit den Partnern Deutschland, NRW und Bochum nicht umgehen" - denn schließlich sei Nokia Subventionsempfänger.
Gewerkschafter von IG Metall und DGB haben bereits zum Boykott der Marke aufgerufen. Auf den Zug springen jetzt auch Politiker auf. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck etwa wollen künftig keine Nokia-Handys mehr benutzen. Wie sich diese Stimmungslage indes langfristig auf den Absatz des Branchenführers auswirkt, lässt sich noch nicht absehen.
Das Nokia-Management selbst hat Sorge um einen Image-Schaden bislang indes zumindest offiziell nicht erkennen lassen. "Ich bin davon überzeugt, dass die Leute verstehen, dass es die Pflicht der Nokia-Geschäftsführung ist, die Wettbewerbsfähigkeit von Nokia weltweit langfristig zu sichern", sagte Konzern-Vorstand Veli Sundbäck noch bei Bekanntgabe des Schließungsbeschlusses für Bochum. Eine krasse Fehleinschätzung, wie die öffentliche Debatte in Deutschland bereits zeigt. (NRZ)

18:07
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21:54
Der Staat hat selber Schuld, wenn er sich Arbeitsplätze durch hohe Subventionen kauft. Nokia tut nur das, was rational jeder machen würde. Da wo es am einfachsten am meisten zu holen gibt, geh ich hin. Kauft doch in Zukunft nur deutsche Handys. H&M produziert nur noch in 3.Welt. Verzichtet ihr deswegen darauf? Nein, weil es doch so schön billig ist und Geiz doch so geil ist.
20:58
Diese Subventions-schröpfende und kapitalistische Ausbeutung die der Nokia-Konzern an den Tag legt, geht in Unmenschlichkeit und asozialem Verhalten der skrupellosesten profitgierigsten Firmen in die Geschichte ein!
Es gibt leider noch mehr Firmen die nur etwas zurückhaltender sind!
Wir müssen leider solche Firmen boykottieren um es nicht eskalieren zu lassen!
Das Schlimme daran ist, dass es nur ein paar Manager sind, die diese abgebrühten Entscheidungen treffen und damit ohne irgend welche menschlichen und sozialen Bedenken tausende in den Ruin schicken um ihr primitives Ziel (Geld, Geld, ...) für sich zu erreichen!
Versagen sie durch solche Fehlentscheidungen, weil z.B. das Firmen-Image in den Keller geht, gut, gibst noch eine dicke Abfindung, schönen Dank und auf zur nächsten Firma!
Und unsere Politiker, oh Gott, auf die können wir uns schon seit Jahrhunderten nicht verlassen! Sie hängen an den Fäden derer, die all dies veranstalten!
Eigentlich sollte sich der Mensch weiter entwickeln, aber zur Zeit scheinen wir an einem Punkt zu sein, wo die Evolution einen Rückschritt macht!
Wir dürfen uns das NICHT gefallen lassen, sonst gehen wir wieder zurück in die Kaiser, Führer und Sklaven-Reiche!
Und das will doch keiner!?
09:18
Es ist genau das passiert, was mit der Osterweiterung der EU zu erwarten war. Insoweit ist das keine große Überraschung. Neu ist offensichtlich nur, dass nicht nur finanziell angeschlagene Unternehmen den letzten Strohhalm ergreifen und ihr Heil in der Flucht suchen, sondern auch Unternehmen, die hier nach eigenen Angaben profitabel arbeiten, aber glauben, anderswo noch einen Euro mehr verdienen zu können. In dieser Situation sollten sich Unternehmensleitungen auch ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein. Nokia bleibt stur und lässt sich sicherlich auch nicht durch das Weinen unserer Politiker erweichen. Wer ausschließlich gewinnorientiert denkt und handelt, der kann auch nur auf dieser Ebene angegriffen werden. Und das ist auf einem halbwegs freien Markt nun einmal der Boykott, wenngleich ich befürchte, dass Nokia sich für den deutschen Markt ohnehin nur am Rande interessiert. Die sehen ihre Chancen ganz woanders.
@ blinkfeuer: was will uns der Dichter damit sagen?
Fragen über Fragen...
04:25
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01:44
Großes Geplärre, gegeben von
neindankeichsehmichnurum
scheint die Resitance zu Nazizeiten in Finnland zu verorten. Ups? Rumänien gar?
Und Japan gar schrie auch erst zu spät auf.
Und Wehklagen über inkompetentes Verhalten, seitens NOKIA, seitens der tariflich Beschäftigten gegenüber denen, die vom ADECCO- Vasallen Clement diszipliniert wurden, zu Minilöhnen dort anhzueuern , fehlt doch auch hier.
Mir fehlen Berichte, warum da noch gewerkelt wird. Im Neapel- liegt der Müll auf der Strasse. Gibt es Müll, der Verantwortung tragen kann?
23:40
Mein erstes Nokia Handy habe ich vor knapp 4 Monaten gekauft und mein nächstes wird auch ein Nokia.
Was Nokia macht liegt im gesetzlichen Rahmen. Warum steinigt ihr nicht die Politiker, die diesen Rahmen geschaffen haben? Naja ist ja einfacher auf Nokia rum zu hacken. Die die das Verhalten von Nokia erst möglich gemacht haben, lachen sich ins Fäustchen ud vernichten weiter den Sozialstaat... nur weiter so Deutschland!
22:57
Die Arroganz von Nokia: wir können reden, aber es ändert sich nichts.
Würde sich ein deutsches Unternehmen im Ausland so eiskalt kapitalistisch verhalten, dann gäbe es einen Aufschrei in der ganzen Welt:
Nazis, erinnert euch an eure Verantwortung, denkt an die Kriegsfolgen
und man würde sofort einknicken und wohl noch die Gehälter erhöhen.
Nokia aber schweigt und kassiert.
Hoffentlich scheitert man an inkompetenten Arbeitnehmern in Rumänien. Hoffentlich bleibt für Nokia der deutsche Markt auf lange Zeit dünnes Eis.
21:51
Ich habe für (fast) jeden Arbeitgeber Verständnis, der seiner Belegschaft sagt, das Einschnitte gemacht werden müssen, und Abstriche zu machen sind, um den Standort und jeden einzelnen Arbeitsplatz zu sichern.
Aber das was da geschieht, ist skrupellos und mehr als unanständig!
Ich wünsche mir, das dieser Boykott lange anhält, und das vor allem die jugendlichen Handynutzer mitziehen, auch wenn evtl.das Nokia-Handy den besten MP3-Player und das coolste Design hat! Denn diese Zielgruppe ist Markentscheidend!
19:06
Wir lassen uns zuviel gefallen . wert euch .