Nirosta-Standort von Thyssen-Krupp in Bochum in Gefahr
23.01.2012 | 08:26 Uhr 2012-01-23T08:26:00+0100
Düsseldorf. Der Betriebsrat von Thyssen-Krupp und die IG Metall gehen gegen das geplante Geschäft mit der Edelstahlsparte auf die Barrikaden. Der angedachte Verkauf an den finnischen Wettbewerber Outokumpu gefährde die Flüssigphasen-Standorte von Nirosta an den Standorten Bochum und Krefeld mit insgesamt 1000 Arbeitsplätzen. Heute kann es zu spontanen Streiks kommen.
11.000 Mitarbeiter der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp könnten einen neuen Arbeitgeber bekommen. Entsprechende Verkaufspläne an den finnischen Wettbewerber Outokumpu sind dem Nachrichtenportal DerWesten aus Konzernkreisen bestätigt worden. Entschieden sei aber noch nichts, hieß es aus Kreisen der Arbeitnehmer.
Darüber hinaus sei ein Konflikt von Betriebsrat und IG Metall mit dem Management programmiert. Nach Informationen von DerWesten soll es schon heute Mittag zu spontanen Arbeitsniederlegungen kommen. Der Betriebsrat pocht auf Einhaltung der Beschäftigungssicherungs- und Zukunftsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen müssten bei einem Eigentümerwechsel ausgeschlossen werden.
1000 Arbeitsplätze in Bochum und Krefeld wohl gefährdet
Arbeitnehmervertreter wiesen gegenüber DerWesten den Eindruck zurück, bereits seit Wochen Kenntnis von den Plänen zu haben. Es habe lediglich ein Informationsgespräch mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu stattgefunden. Dies habe Anlass zur Sorge gegeben. Überlegungen, die beiden deutschen Flüssigphasen von Nirosta an den Standorten Bochum und Krefeld mit insgesamt 1000 Beschäftigten zu schließen, könnte mittel- bis langfristig deutsche Edelstahl-Standorte gefährden.
Hintergrund: Outokumpu betreibt einen Flüssigphase-Standort in Finnland und Nirosta einen im italienischen Terni. Damit gerieten die deutschen Nirosta-Standorte in eine strategisch ungünstige Sandwich-Position. Die Flüssigphasen sind ausschlaggebend für die Qualität des Edelstahls.
IG Metall kündigt heißen Tanz für ThyssenKrupp an
Ohne die geforderte Zusage von Thyssen-Krupp werde es in den kommenden Tagen zu „einem heißen Tanz kommen“, sagte ein Gewerkschafter. Und Oliver Burkhard, NRW-Bezirksleiter der IG Metall erklärt: „Wir werden nicht akzeptieren, dass Thyssen-Krupp sich über Verabredungen einfach hinwegsetzt. Für uns ist klar: Jeder neue Eigentümer muss sichere Standorte und Arbeitsplätze garantieren. Kündigungen müssen ausgeschlossen und Investitionen gesichert sein. Das Vertrauen der Belegschaft in Outokumpu ist ohnehin schon gering. Das verdient man sich nicht mit Werkschließungen, sondern mit einem überzeugenden Zukunftskonzept. Und deshalb ist klar: Nur wenn wir rechtsverbindliche Zusagen bekommen, können wir einem Verkauf zustimmen. Wer Werke schließt, bekommt Ärger.“
Mit der geplanten Fusion von Nirosta und Outokumpu würde ein neuer Edelstahl-Weltmarktführer mit dann 18.000 Mitarbeitern und über zehn Milliarden Euro Umsatz entstehen. Obwohl die Thyssen-Krupp-Tochter Inoxum mit 6,7 Milliarden Euro Umsatz und Markennamen wie „Nirosta“ bisher Marktführer war, strebt Thyssen-Krupp bei dem neuen Edelstahl-Giganten nur eine Minderheit an. Aus Kartellgründen war ein Komplettverkauf an Wettbewerber wie die spanische Acerinox, Outokumpu oder die von ArcelorMittal abgespaltene Edelstahl-Firma Aperam schwierig. Diese hätten nach einer Übernahme eine Reihe von Geschäften gleich abstoßen müssen.

12:01
Endlich wieder mal ein paar finnische Manager, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, für Bochum das Rad neu zu erfinden !!!
Aber kein Bange, die kriegen dat schon hin, siehe Nokia.
Ich gehöre übrigens zu denen, der diese Marke seitdem meidet, wie der Teufel das Weihwasser...
Wobei ich auch mal eine Lanze für die armen, gestressten Manager brechen muss.
Immer in der Verantwortung für... nein, nein, nicht für die Mitarbeiter und Ihren Familien, sondern vielmehr für den unendlichen Profit.
Wenns dann mal nicht klappt, fliegen Sie aus Ihrem hübschen Büro raus. Das schlimmste daran kommt aber erst mit der Strafe danach, wenn Ihre Peiniger Ihnen die Millionenabfindung überweisen - wie gemein.
Ich hoffe für die Krupp-Malocher und deren Familien, das vielleicht doch noch der ein oder andere Boss mit Herz und Hirn da ist,
um ein weiteres finnisches Dilemma von dieser Stadt abzuwenden.
Kämpft um Eure Arbeitsplätze, ich bin mir sicher, dass Ihr nicht nur meine, sondern die Solidarität tausender Bochumer Bürger im Rücken verspürt...!!!
14:48
Die Finnen gucken sich einige Herstellungsverfahren an, z.B. BorobeSt (Ferrit) und wenden diese dann in ihrem Werk an. Da in Finnland durch staatliche Subventionen viel günstiger produziert wird, macht es ja dann wohl Sinn das Stahlwerk in Bochum zu schließen. Breitbandstraße und Kaltwalzwerk werden folgen. Ich befürchte, dass man sich alleine von Sondergüten nicht über Wasser halten kann. In Duisburg wird man schon einen Weg finden auch das vor Ort "harte Zeug auszuwalzen".
Dann endet "das Wunder von Bochum" und das ungeliebte Stiefkind im Konzern ist beseitigt.
13:00
ThyssenKrupp ist bzw. war ein hochprofitabler Konzern, der aktuell durch reine Profitgier und die Optimierung des ,,Shareholder Value" (ich kann meinen Brechreiz gerade eben noch unterdrücken) in leichte Schieflage gebracht wurde.
Das Problem: Thyssen steht für Tradition, für Werte, Krupp steht für Werte, für Tradition, doch die Vorstände sind sich all dem kaum noch bewusst, da sie die vollkommen falschen Ziele verfolgen und i.d.R. sowieso blosse ,,Söldner" sind, denen es gleich ist, ob sie gerade zufällig bei BASF, Procter&Gamble oder sonst wo im Aufsichtsrat bzw. Vorstand hocken.
Die Edeltstahlsparten sind doch genau das, was ThyssenKrupp noch heute differenziert von den Billig-Anbietern aus China und Indien! Zuerst wird SINNLOS Geld in Brasilien versenkt aufgrund der Geltungs- und fehlgeleiteten Profitsucht einiger Weniger, die sich einen Dreck scheren um soziale Verantwortung und geschichtliche Verbundenheit zu einem Ort, um die Verluste dann mit dem Tafelsilber (!) zu kompensieren - ein grotesker Witz! Ich kann nicht verstehen, dass solchen Unternehmenslenkern NIEMAND die Stirn bietet!
Letzten Endes sollte die Politik notfalls Gesetze erlassen, die den Technologie-Standort Deutschland sichern und einen Ausverkauf aus Motiven des kurzfristigen Profits (und der langfristigen Pleite) unterbinden.
12:47
Warum die Aufregung??? Dies war doch absehbar, als "unsere" Politker "unsere" Energiepolitik zu "unserem" Wohl beschlossen haben. Wer es nicht weiß: Die Edelstahlerzeugung ist sehr energieintensiv. Und was dies bedeutet, kann jeder an seiner Stromrechnung ablesen. Aber als gute Europäer sollten wir uns freuen, dass die Edelstahlerzeugung wenigstens in Europa bleibt, Finnland gehört ja zur EU. Also, gewöhnen wir uns an diese Schlagzeilen, weitere werden sicher folgen.
11:56
Bravo, der Ausverkauf deutscher Firmen geht zum Profit der Aktionäre weiter. Hoffentlich haben wir bald keine deutsche Firmen mehr. -Ironie aus-
10:51
Sind die Betriebsräte, die IG Metall und der DGB doch tatsächlich endlich aufgewacht?
Man mags nicht glauben, nach dem die "koste es was es was auch immer Energiewende des ökölogischen Zeitgeistes" die Strompreise für die nächsten Jahrzehnte versaut hat, geht es den Arbeitnehmern nun doppelt an den Kragen.
Zuhause werden sie mit ständig steigenden Strompreisen im Motto "wir retten das Weltklima" und dafür müsst ihr Opfer bringen, geplündert und in den Unternehmen laufen die Entlassungen an, weil die Kostensteigerungen durch die Strompreisexplosionen die Produktionen und Arbeitsplätze ins Ausland vertreiben.
Wo ist der Einfluss der Arbeitnehmerorganisation DGB mit ihren Einzelgewerkschaften, der dieser idiotischen Politik in den Arm fällt, um Teuerungs- und Entlassungswellen zu verhindern.
Wo sind die Gewerkschafter und SPD-Mitglieder, die sich für die Interessen der Bevölkerung einsetzen oder haben die etwa auch Ökospekulationspanele auf ihren Dächern und fürchten kleinkariert um ihre Spekulationsrenditen?
Wer sich von der Reklametruppe der mafiösen Öko-Fondsgesellschaften, ihren gekauften Ökopolitikern und der Ökopartei etwas anderes als einen realen wirtschaftlichen Gau versprochen hat, den holt die Realität nun Schritt für Schritt ein.
Klar, die Medien berichten immer wohlwollend über den zeitgeistigen Ökounfug, was sollen sie auch tun, wenn ihre Hauptwerbeeinnahmen von dort fließen und jede korrekte bzw. kritische Berichterstattung diese Kunden vergrätzt.
Wir hatten eine ausreichendes Stromnetz, wir hatten konvetionelle Kraftwerke und sogar sichere Kernkraftwerke. Niemand brauchte die Zusatzinvestitionen in Wind- und Photovoltaiganlagen, die jetzt eine Strompreis-kostenexplosion erzeugen und genau diese Folgen nachsich ziehen, die absolut vorhersehbar waren. Denn jeder Arbeitsplatz in diesen sogenannten regenerativen Stromerzeugungsbranchen kostet die Bevölkerung 250.000 € pro Jahr und das bei laufenden Pleiten und Problemen in der "Öko-Branche".
Wer sich von Volltrotteln in solch eine Politik der Arbeitsplatzvernichtung locken lässt, sich zu Antiatomprotesten aufhetzen lässt, der muss real auf Schlimmeres gefasst sein, als nur an eingebildeten Ängsten zu leiden.
Ich wundere mich immer aufs Neue,warum produzieren Stromintensive Betrieb z.B.im Edelstahl und Aluminiumbereich nicht selber.Ich denke das die Stromverbrauchgiganten nicht unbedingt noch die Gewinnanteile finanzieren müssen.
#2
Weißt Du wer bei uns in Krefeld im Aufsichtsrat eines großen Energieversorgers sitzt? Genau ein SPD Mitglied(Politiker) macht sich auf unsere Kosten die Taschen voll und heuchelt dann wegen den hohen Energiekosten herum.Wir als Arbeitnehmer haben keine einzige Partei mehr die unsere Interessen vertritt. Armes Deutschland
09:55
Bei Thyssen wird mehr als deutlich, was das "Glbal-Playerspiel" bedeutet. Man schaue besonders nach Brasilien, wo Millionen versenkt werden. Auch die bisher profitabele Nirosta Sparte, musste die wirklich verkauft werden um Weltmarktführer zu werden?
Hoffentlich müssen es die Mitarbeiter nicht ausbaden.