Niedrige Zuckerpreise lassen Südzucker-Gewinn schrumpfen

Die niedrigen Zuckerpreise machen Südzucker weiterhin schwer zu schaffen. Der Gewinn hat sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mehr als halbiert, wie das Unternehmen mitteilte.

Mannheim.. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss sank von März bis Mai um knapp 58 Prozent auf 20,8 Millionen Euro. Der Umsatz verringerte sich um 8 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro.

Der größte Zuckerkonzern Europas hatte bereits auf ein schwieriges Jahr eingestimmt. Die Preise für Zucker sind seit Jahren unter Druck und belasten alle Zuckerhersteller.

Derzeit herrscht ein Überangebot an Zucker, ausgelöst durch Rekordernten. In dieser Gemengelage ist der Handlungsspielraum der europäischen Hersteller auch durch die EU-Zuckermarktverordnung eingeschränkt, die Exporte, Produktionsquoten oder Mindestpreise für Zuckerrüben reguliert.

Im ersten Quartal verbuchte Südzucker in seinem Stammgeschäft Zucker einen operativen Verlust von 13 Millionen Euro. Der Umsatz ging zweistellig zurück. Besser lief es wieder bei der Ökosprit-Tochter Cropenergies, die dank höherer Bioethanolpreise steigende Gewinne aufwies. Südzucker tummelt sich zudem noch auf anderen Feldern der Ernährungsindustrie und stellt beispielsweise Tiefkühlpizza, Stärke oder Fruchtsaftkonzentrate her.

Im Gesamtjahr 2015/2016 rechnen die Mannheimer weiterhin mit einem Umsatzrückgang auf 6 bis 6,3 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch 6,8 Milliarden Euro erzielt wurden. Das operative Ergebnis dürfte von 181 Millionen auf voraussichtlich 50 bis 150 Millionen Euro sinken.

Ungemach droht dem Unternehmen derzeit von rechtlicher Seite. Das Bundeskartellamt hatte gegen Südzucker und andere Zuckerhersteller wegen Preisabsprachen Bußgelder verhängt. Das hat nun Schadenersatzklagen zur Folge. Der Bonbonhersteller Vivil fordert 1,3 Millionen Euro von Südzucker. Die Mannheimer haben darüber hinaus noch zwei weitere Klagen in dieser Sache auf dem Tisch.