Niedrige Preise verhageln die Ernte
18.08.2009 | 06:48 Uhr 2009-08-18T06:48:00+0200
Hagen. Die Landwirte sind mit der Ernte zufrieden. Ertrag und Qualität können sich sehen lassen. Grund zur Freude haben sie nicht. Die Preise für Weizen und Wintergerste sind im Keller. Eine Bestandsaufnahme.
Im Raum Rüthen und Warstein sind die Mähdrescher noch vereinzelt unterwegs. Die Ernte aber ist in Südwestfalen, von einigen Hochlagen abgesehen, so gut wie eingefahren. „Das Ergebnis ist nicht so gut wie im Rekordjahr 2008”, sagt Heinz-Georg Büker, Landwirt in Erwitte und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Kreisverband Soest des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), „sondern wieder auf einem normalen Niveau wie 2007.
Das wechselhafte Wetter hat die Getreidebauern - in der Hauptsache sind sie in der Soester Börde zu Hause - verschont. „Wir haben Glück gehabt.” Die lange Trockenheit im Frühjahr hat jedoch kein Rekordergebnis zugelassen. „Der Regen ist zu spät gefallen.” Den Ertrag gibt Büker mit 70 bis 80 Doppelzentner pro Hektar für Weizen an. „Die Gerste liegt mit etwa 70 Doppelzentern, wie immer, etwas darunter.”
Beim Blick auf die Preise zuckt er ratlos mit den Schultern: „Im Moment liegen sie unter 11 und 12 Euro pro Doppelzenter. Das ist ausgesprochen niedrig, unbefriedigend und nicht kostendeckend. Damit habe ich nicht gerechnet. Vor zwei Jahren gab es 16 bis 17 Euro dafür.” Büker hofft darauf, wenigstens die Produktionskosten decken zu können.
Matthias Quas, Referent für pflanzliche Erzeugnisse beim WLV in Münster, pflichtet Büker bei. „Zum Jubeln ist die Lage wahrlich nicht. Der Preissturz für Getreidepreise fällt mit dem außergewöhnlichen Preisanstieg für Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie für den Diesel zusammen.” Als besonders schwierig beschreibt Quas die Situation für Landwirte, die das Getreide nicht an ihre Tiere verfüttern, sondern es direkt am Markt verkaufen müssen. Sie machen, wie zu hören ist, derzeit bis zu 500 Euro Verlust pro Hektar Anbaufläche. Angesichts des Tiefstandes des Weltmarkpreises empfiehlt Quast den Getreidebauern: „Lagern und abwarten. Bei Getreide ist das kein Problem. Die Lagerkapazitäten sind vorhanden.”
Für immer problematischer hält Quas den Spagat zwischen den börsenorientierten Weltmarktpreisen sowie dem Handel, der sich auf regionaler Ebene abspielt. Dabei erleichtern spekulative Einflüsse die Situation für die Landwirte nicht. „Es sind die Prognosen, die die Märkte bewegen”, weiß Quas. „Aber wer kann wirklich richtig einschätzen, wieviel Getreide China und Indien nachfragen.” Fällt der Verbrauch anders aus als prognostiziert, muss sich jeder Landwirt fragen: Was mache ich jetzt? „Jeder von ihnen muss sich auf dem Weltmarkt behaupten.”
Nach Ansicht von Quas muss sich die Landwirtschaft in Deutschland neue Absatzmärkte erschließen. „Zum einen über die Qualität, unser Weizen hat einen hohen Proteingehalt, und zum anderen über den forcierten Ausbau pflanzlicher Produkte.”
Nächste Woche Dienstag will Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg gemeinsam mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Johannes Frizen, die Ergebnisse der Ernte 2009 in Düsseldorf verkünden.

10:12
und jetzt kommt noch der hohe cadmiumanteil im getreide hinzu,
wie ich gestern erfahren durfte ...
da wünsche ich guten appetit und freue mich einmal mehr, über das verbraucherinformationsschutzgesetz ... (nicht mehr, als ein running gag ) ...
http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-schwermetall-lebensmittel-ID1250247052953.xml
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
07:21
Prima, dann kann man doch wieder die Brötchenpreise senken. Letztes und Vorletztes Jahr wurden die Brötchenpreise wegen der ach so hohen Weltmarktpreise von Weizen und Milch ja immens erhöht.
05:53
Dieses ewige Gejammere, jedes Jahr das gleiche Theater.
Was wollen Sie jetzt??? Noch mehr Prämien!!!!!!
01:45
Wovon leben die eigentlich,wenn sie noch nicht mal die Produktionskosten einfahren ? Von den Mio´s die sie früher gescheffelt haben ?Oder von EU-Zuschüssen ? Ich würd den Laden wg. Unrentabilität dann dichtmachen , statt mit dem Ferrari ( -Trecker) über die Felder zu düsen. Wie war das noch mit der Bauernschläue ?
22:40
Werden jetzt die sogenannten Entwicklungsländer überschwemmt und dort die Bauern kaputtgemacht?
21:16
Die richtige Verteilungsfrage war schon immer ein Thema, sogar in Schulbüchern. Auf einem Schild habe ich gelesen:
Der Bauer kriegt von einem Brötchen 1 Cent ab, von einem Glas Milch 9 Cent und von 1 kg Rindfleisch 37 Cent.
Gesamtwirtschaftlich gesehen ist bei uns reichlich vorhanden, es wäre für alle genug da, es wäre auch genug Arbeit da und auch genug Kaufwünsche, aber die Reichen wollen den Armen gar nichts abgeben und das ist das Problem.
19:16
Es wäre auch mal ein Wunder, wenn die Landwirte nichts zu meckern hätten. Sie finden jedes Jahr einen neuen Grund.