Niederrhein braucht eine „Fitnesskur“

Duisburg..  „Der Niederrhein ist insgesamt in guter Form“, bemühte gestern Abend beim Neujahrsempfang der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Präsident Burkhard Landers vor rund 800 Gästen ein Bild aus der medizinischen Praxis. Doch damit das auch künftig so bleibt, sei ein Fitnessprogramm notwendig – vor allem für die Infrastruktur: „Wir brauchen nicht nur mehr Mittel für Straßen, auch Wasserwege und Schienen müssen saniert werden. 80 Jahre alte Schleusen und marode Eisenbahnbrücken gefährden das Funktionieren unseres Verkehrsnetzes. Wenn sie ausfallen, brechen ganze Verkehrswege zusammen. Das ist eine Zeitbombe für unseren Industriestandort“, warnte der Weseler Unternehmer.

Gastredner Christoph M. Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stützte die Einschätzung und untermauerte anhand zahlreicher Zahlen, dass die Investitionen der öffentlichen Hand seit 1970 drastisch zurückgegangen sind. Er empfiehlt: „Nicht alles muss angesichts des demografischen Wandels erhalten bleiben, aber vieles neu aufgebaut werden.“