Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Stahlindustrie

Neuer Tarifvertrag für Stahlkocher in Nordwestdeutschland

06.03.2013 | 07:48 Uhr
Neuer Tarifvertrag für Stahlkocher in Nordwestdeutschland
Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen hatten Demonstranten in Düsseldorf noch an einer Kundgebung teilgenommen.Foto: dpa

Düsseldorf.  IG Metall und Stahlarbeitgeber haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 75.000 Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geeinigt. Laut Gewerkschaft werden die Stahlarbeiter ab dem 1. März drei Prozent höhere Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen erhalten.

Bei den Tarifverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben die IG Metall und die Arbeitgeber am frühen Mittwochmorgen einen Durchbruch erzielt. Nach zehnstündigen Verhandlungen teilte die Gewerkschaft in Düsseldorf mit, die Stahlarbeiter würden ab dem 1. März 2013 um drei Prozent höhere Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen erhalten. Die Quote der Anspruchsberechtigten auf Altersteilzeit werde für die Laufzeit von vier auf fünf Prozent angehoben. Beschäftigte, die künftig einen Altersteilzeitvertrag abschließen, bekämen einen zwei-prozentigen statt bisher ein-prozentigen Inflationsausgleich für die Abfindungszahlungen zum Rentenübergang.

Für die Auszubildenden, die ab sofort Altersvorsorgewirksame Leistungen in Anspruch nehmen, sei eine Verdoppelung des Arbeitgeberbeitrags auf 26,59 erreicht worden, teilte die IG Metall nach der dritten Verhandlungsrunde weiter mit. Der Anfang des Jahres ausgelaufene Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung sei verlängert worden.

Geplante Warnstreiks der IG Metall wurden ausgesetzt

Der IG-Metall-NRW-Bezirksleiter Knut Giesler sprach von einem guten Ergebnis: "Wir haben die Altersteilzeit verbessert, gute Regelungen zur Beschäftigungssicherung erneuert und uns bei der Altersvorsorge der Auszubildenden voll durchgesetzt. Insgesamt eine faire, ordentliche Lösung." Die IG Metall hätte bereits umfassende Warnstreiks geplant, die mit dem jetzt erzielten Verhandlungsergebnis ausgesetzt seien. Die Tarifkommission werde am Donnerstag über den Verhandlungsstand informiert. Eine Entscheidung über die Annahme des Ergebnisses werde erst nach umfassender Diskussion in den Betrieben erfolgen.

Lesen Sie auch
Stahlarbeiter sind zum Streik bereit

Stahlarbeiter, unter anderem auch aus Duisburg, werden notfalls streiken, wenn die dritte Verhandlungsrunde am Dienstag nicht erfolgreich läuft. Um die 1000 Arbeiter folgten der Verhandlung nach Düsseldorf. Die Gewerkschaften Verdi und IG BAU verlangen eine Erhöhung um die 6 Prozent.

Die IG Metall hatte für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn verlangt . Zudem forderte sie, dass mehr Stahlkocher in Altersteilzeit gehen können und Auszubildende höhere Zuschüsse für die Altersvorsorge erhalten. Betroffen sind rund 100 Betriebe in Nordrhein-Wesftalen,Niedersachsen und Bremen. Darunter sind Werke von ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal. (rtr/dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
18-Jähriger kämpft gegen Post-Werbeheft "Einkauf aktuell"
Petition
Der bayrische Teenager Fabian Lehner fordert die Deutsche Post AG heraus. Er protestiert gegen die Plastikverpackung des wöchentlichen Werbeheftes "Einkauf aktuell", das jeden Samstag an 20 Millionen Haushalte verteilt wird. Tausende Menschen unterstützen Lehners Petition.
Wirte kehren Sky nach saftiger Preiserhöhung den Rücken
Sky-Preise
Sky erhöht die Kneipen-Preise — und zwar massiv: Wirte müssen ab September für ein Sport-Abo knapp 50 Prozent mehr hinlegen. Das ist die zweite dicke Erhöhung binnen eines Jahres. Jetzt müssen viele Gastronomen rechnen, ob sich Fußball überhaupt noch lohnt.
Fiat nimmt letzte Hürde für Fusion mit Chrysler
Autoindustrie
Es ist der letzte Schritt auf dem Weg zur italienisch-amerikanischen Auto-Ehe: Die Fiat-Aktionäre haben dem Zusammenschluss mit Chrysler zugestimmt. Es war gleichzeitig ihre letzte Sitzung in Turin.
Chinas Wirtschaft zieht deutlich an
Konjunktur
Chinas Wirtschaft geht es besser. Zwei wichtige Frühindikatoren sind deutlich im grünen Bereich. Allerdings könnte sich Peking die guten Daten mit höheren Staatsausgaben erkauft haben.
Oberhausen will Sparkassen-Akademie an die Marina holen
Wirtschaft
Das gemeinsame Weiterbildungsinstituts der Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen soll an der Marina realisiert werden. Doch hat es Oberhausen mit zahlreichen Konkurrenten zu tun – unter anderem mit Essen und Mülheim. WFO-Chef Frank Lichtenheld ist jedoch vom Oberhausener Standort überzeugt.
Umfrage
Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?