Neue Ideen braucht das Land

Bad Laasphe/Freudenberg/Bad Berleburg..  Urviecher findet Wirtschaftsminister Garrelt Duin gut. Und, dass die Wisente im Wittgensteiner Land in freier Wildbahn unterwegs sind, findet der Sozialdemokrat noch besser. „Schön, wenn sich so eine neue Idee gegen alle Widerstände durchsetzt.“

Selbst einen Blick auf die freilaufende Herde wirft der Sozialdemokrat nicht. Er stattet den Tieren im abgezäunten Areal der Wisent-Wildnis am Rothaarsteig in Bad Berleburg eine Stippvisite ab. „Es ist eine Riesenattraktion im Land.“ Fürwahr. Mehr als 30 000 Besucher bestaunen jedes Jahr hier die tonnenschweren Tiere.

Nervige Bürokratie

Duin appelliert an alle Verantwortlichen in der Tourismusbranche, weiter solche neuen Ideen wie diese zu entwickeln: „In diesem Land steckt ein ungeheures touristisches Potenzial.“ Bis zum 15. Juli müssten die Anträge gestellt werden, um entsprechende EU-Fördermittel zu beantragen. „Fühlen Sie sich eingeladen“, ermuntert er bei einem Empfang in Bad Laasphe Vertreter der Branche.

Hier im Hotel Jagdhof Glashütte, ein Haus, das zu den besten Adressen im Land zählt, muss sich der 47-Jährige auch Kritik gefallen lassen. Der Mindestlohn, vielmehr die damit verbundene Dokumentation der Arbeitszeit, regt den Hausherrn Edmund Dornhöfer mächtig auf. „Sehen Sie zu, dass dieser bürokratische Wahnsinn ein Ende nimmt. Ich will mich um meine Gäste kümmern. Und nicht jeden Beginn, jede Pause meines Kochs schriftlich festhalten müssen. Das schafft Unruhe im Betrieb.“

Der Minister hört es, nickt verständnisvoll und verspricht, nicht sehr laut, sich für den Abbau einzusetzen. In der Hitze lässt sich Lob besser verarbeiten.

So hört Duin, wie wichtig der Masterplan Tourismus NRW für die Entwicklung neuer Kernthemen und Zielgruppen für den Touristikverband Siegerland-Wittgenstein war. Frank Bender, Kreisdirektor des Kreises Siegen-Wittgenstein: „Die in der vergangenen Förderphase bespielten Projekte, wie zum Beispiel die Aktiv-Akademie haben das Qualitätsmanagment in der Region nachhaltig gefördert.“ Nur mit finanzieller Unterstützung durch die EU und das Land NRW sei die Verwirklichung touristischer Ziele möglich. Und Bender erinnert daran, „dass der Kreis Siegen-Wittgenstein mit 65 Prozent Waldanteil der waldreichste Kreis in Deutschland ist.“

Holz, das im Fachwerkbau zu neuer Blüte kommt. In Freudenberg bestaunt Duin bei einem 20-minütigen Rundgang das Schmuckkästchen aus Schieferdächern und Balken.

Informationen aufgesaugt

Der Minister hört gut zu, saugt die Informationen auf. „Ich bin froh, dass der Tourismus zu meinem Portfolio gehört. Keine Woche im Jahr ist so interesssant wie diese.“ Nach drei Jahren und zehn Tagen im Amt gelte er als Neubürger und sein Eindruck verstärke sich. Südwestfalen sei für ihn eine feine Adresse: „Ich komme gern wieder.“