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Naturstrom spürt Rückenwind

02.11.2009 | 07:30 Uhr
Naturstrom spürt Rückenwind

Düsseldorf. Seit der Liberalisierung des Energiemarkts ist Naturstrom im Geschäft und hat - anders als größere Händler - überlebt, wenn auch mit Mühe und einer Beinahe-Pleite. Der Düsseldorfer Energieanbieter Naturstrom ist auf Wachstumskurs, die Zahl der Mitarbeiter steigt annähernd im Wochentakt.

Der Düsseldorfer Ökostrom-Anbieter Naturstrom ist auf Wachstumskurs. 42 000 Stromkunden hat das Unternehmen derzeit, zum Jahresende soll die 50 000er-Marke überschritten werden. Das wäre ein Zuwachs von mehr als 15 000 Kunden in nur einem Jahr. Schon 2008 hatte sich die Kundenzahl annähernd verdoppelt. Auch die Zahl der Mitarbeiter steigt derzeit annähernd im Wochentakt. 16 Leute beschäftigt die Firma noch. Weitere zehn Aushilfsplätze gibt es in den neuen Firmenräumen, die erst zum August bezogen wurden.

Liberalisierung des Marktes

Seit der Liberalisierung des Energiemarkts ist Naturstrom im Geschäft und hat - anders als sehr viel größere Händler - überlebt, wenn auch mit Mühe und einer Beinahe-Pleite. Von den knapp 100 Stromhändlern, die nach 1998 schnell entstanden waren, sind nur vier reine Ökoanbieter übrig geblieben: Lichtblick, Greenpeace Energy, EWS Schönau und eben Naturstrom.

Den vier Anbietern ist gemein, dass sie sich nicht in den Kampf um die niedrigsten Preise eingelassen haben, sondern mit Umweltargumenten auf Kundenfang gegangen sind. Für Naturstrom habe sich das besonders ausgezahlt, findet Geschäftsführer Oliver Hummel. Als der Klimaschutz vor einigen Jahren wieder stärker Politik und Medien beschäftigte, habe das dem Unternehmen den Durchbruch und Tausende neue Kunden gebracht. Geholfen habe auch, dass die Preise für konventionellen Strom in dieser Zeit kräftig gestiegen und Ökostrom damit annähernd wettbewerbsfähig geworden sei.

850 Aktionäre

Als erster Träger des von Umwelt- und Verbraucherverbänden geprüften „Grüner Strom Labels” musste Naturstrom anfangs einen Aufschlag von vier Cent je Kilowattstunde nehmen und diese Einnahmen in die Förderung von neuen Anlagen zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen stecken. „Nur absolute Idealisten wollten Strom zu diesem hohen Preis”, erinnert sich Hummel. 2007 wurden die Bedingungen geändert. Seither beträgt der Aufpreis noch einen Cent.

Die im Frühjahr 1998 gegründete Naturstrom AG hat 850 Aktionäre, die sich dem Umweltschutz verpflichtet fühlen und eine Energiewende anstreben. Sie haben ein Kapital von zwei Millionen Euro aufgebracht. Darüber hinaus gibt es Kooperationspartner wie den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), den Naturschutzbund (Nabu) sowie verschiedene ökologisch ausgerichtete Stadtwerke. Naturstrom Handel verantwortet die Stromversorgung der Kunden. Stromtransport und die Abwicklung der Durchleitung mit den Netzbetreibern organisieren die Stadtwerke Schwäbisch Hall als Dienstleister. NRZ

Hans-Willy Bein

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