Nächste Solarfirma meldet Insolvenz an
21.12.2011 | 17:13 Uhr 2011-12-21T17:13:00+0100
Erlangen. Die Erlanger Firma Solar Millennium ist zahlungsunfähig. Damit musste binnen einer Woche die zweite Solarfirma in Deutschland Insolvenz anmelden. Die Fälle unterscheiden sich jedoch.
Schon das zweite deutsche Solarunternehmen hat innerhalb gut einer Woche Insolvenz angemeldet. Die Erlanger Firma Solar Millennium teilte am Mittwoch in Erlangen mit, sie habe den Antrag auf Gläubigerschutz beim Amtsgericht Fürth gestellt. Grund seien Verzögerungen bei Verhandlungen über den Verkauf von Projekten in den USA und Spanien.
Bei beiden angestrebten Transaktionen seien die Verhandlungen schon weit fortgeschritten, hätten bislang aber nicht abgeschlossen werden können, erklärte Solar Millennium. Wesentliche Verträge für das US-Geschäft wurden demnach bereits unterzeichnet, allerdings seien „einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Verträge bislang nicht eingetreten“.
Solar Millennium produziert Technik für Sonnerkraftwerke
Die angestrebten Geschäfte hätten laut Solar Millennium „über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten“. Nun aber seien „Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse“ unklar. Deshalb sei das Unternehmen nun gezwungen gewesen, Insolvenz anzumelden.
Erst vor einer Woche hatte das Berliner Solarunternehmen Solon seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben. Gespräche über eine finanzielle Restrukturierung waren zuvor gescheitert. Die Fälle der beiden Unternehmen sind allerdings nicht vergleichbar, da sie auf vollkommen unterschiedliche Technologien setzen. Solon produzierte sogenannte Photovoltaik-Systeme, bei denen aus dem Sonnenlicht über Solarzellen Strom gewonnen wird. Diese Technik kommt in Deutschland stark zum Einsatz und wird hierzulande vom Staat gefördert.
Solar Millennium hingegen produziert Technik für sogenannte solarthermische Kraftwerke: Dabei wird durch die Sonneneinstrahlung Wärme gewonnen, mit deren Hilfe wiederum Strom erzeugt wird. Diese Technologie eignet sich insbesondere für sonnenreiche Länder - und kommt deshalb in Deutschland nicht zum Einsatz. Entsprechende Kraftwerke stehen aber bereits etwa in Spanien. Zudem soll die Technik beim Wüstenstrom-Projekt Desertec zum Einsatz kommen. Dabei sollen Sonnen-Kraftwerke in Nordafrika Strom erzeugen, der dann teilweise nach Europa exportiert wird.
Streit mit Utz Claassen
Nach der Pleite von Solon hatte die Diskussion um die Zukunft der Förderung von Sonnenstrom in Deutschland an Schärfe gewonnen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Förderung drastisch kürzen; Kritiker machten die aus der Debatte entstehende Unsicherheit für die derzeitige Krise in der Solarbranche mitverantwortlich. Solar Millennium hingegen wäre von einer Förderkürzung in Deutschland gar nicht betroffen.
Solar Millennium hatte in den vergangenen Jahren auch durch eine Personalie für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen heuerte den umstrittenen früheren Chef des Energieriesen EnBW, Utz Claassen , als Vorstandvorsitzenden an. Dieser trat das Amt am 1. Januar 2010 an - und verließ das Unternehmen nach weniger als drei Monaten wieder. Claassen erklärte damals, das Unternehmen habe ihn bei den Vertragsverhandlungen „bewusst irregeführt“. Seitdem streiten Claassen und das Unternehmen um womöglich fällige Zahlungen an den Manager oder eine Rückzahlung bereits geflossenen Geldes. (afp)

20:27
Wo sind eigentlich die Millionen gut bezahlter Arbeitsplätze in der alternativen Energieindustrie geblieben? Wo die Milliardengewinne aus dem einträglichen Geschäften mit dem sonnen- und windreichem Ausland?
Dummerweise haben wir nur in Deutschland mit irrsinnigen Subventionen und Alimentation eine Scheinindustrie künstlich hochgepäpelt und am Leben gehalten - doch nun geht das Geld aus. Warum bauen die Schwellenländer allesamt neue Atomkraftwerke? Klar - einmal haben sie auf die Deutschen gehört: Klimawandel! Aber warum kaufen die denn nun nicht unsere Windräder und Solarmodule, die wir doch so gut finden. Die Chinesen haben doch schliesslich sogar unseren Transrapud gekauft, den wir doof fanden und der bei uns nicht fahren durfte. Der war zu teuer - sagte man. Also - warum folgt uns die Welt nicht? Eben - weil die alle blöd und noch nicht so "weit" sind - wie wir.
Kann es sein, dass wir auf dem Weg der Erkenntnis bald im Tal der Pleite stecken bleiben werden?
18:57
einer unausgereiften Technik, den Eindruck erzeugen als taugen alternative Energien nichts. Das hatten wir schon mal als das Kernforschungszentrum Jülich den Growian baute dessen schneller Defekt belegen sollte, das Windräder gar nicht funktionieren können.
Die Geschichte hat uns da eines besseren belehrt.
Schade, wäre das Geld was für diese überwiegend ostdeutsche ABM Maßsnahme verballert wurde, in die dortige Forschung geflossen, wäre Deutschland nicht nur führend in der Photovoltaik, sondern hätte auch reichlich Know How für die gesamte Chipproduktion aufgebaut. Eine Technik bei der die Arbeitskosten noch weniger wichtig sind als in der deutschen Stärke dem Maschinenbau.
17:54
Fachleute wundern sich darüber überhaupt nicht. Denn wenn der Staat mit unnötig hohen Subventionen - von rot/grün seinerzeit eingeführt - in den Markt eingreift, führt dies zu Überkapazitäten also Verwerfungen des Marktgefüges. Hinzu kommt noch die Billigkonkurrenz aus China, die die ganze Sache noch schwieriger macht. Es war ohnehin unverantwortlich auch gegenüber den Stromverbrauchern Milliarden an Subventionen für die Produktion von Solarstrom zu gewähren, der nur einen Anteil von 2% an der gesamten Stromversorgung hat.
Stimmt. Subventionen bewirken meist nichts richtiges und schädigen an anderer Stelle.