Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Baumarkt

Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an

26.07.2013 | 07:05 Uhr
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
Die Baumarkt-Kette Max Bahr mit bundesweit 132 Standorten ist nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Praktiker ebenfalls zahlungsunfähig.Foto: dpa

Kirkel.  Max Bahr galt als Perle von Praktiker - auch nach der Insolvenz des Mutterkonzerns. Doch nun wurde die gelbe Baumarktkette in den Sog der Krise gezogen. Die Manager des Hoffnungsträgers müssen ebenfalls den Gang zum Gericht antreten. Am Donnerstag kündigten sie an, Insolvenzantrag zu stellen.

Die Baumarkt-Kette Max Bahr mit bundesweit 132 Standorten ist nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Praktiker ebenfalls zahlungsunfähig. Die Geschäftsführer der betroffenen Max-Bahr-Gesellschaften würden beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.

Hintergrund sei, dass ein Warenkreditversicherer Lieferanten von Max Bahr nicht mehr unterstützt habe. Dadurch sei die Versorgung der Baumärkte nicht mehr gesichert. Praktiker hatte vor zwei Wochen Insolvenz beantragt.

Mit Max Bahr wollte Praktiker weg vom Discounter-Image

Max Bahr galt bisher als Hoffnungsträger des Konzerns. Zahlreiche Praktiker-Märkte waren in die etablierte gelbe Marke umbenannt wurden, damit das Unternehmen vom Discounter-Image wegkommt. Zuletzt gab es 132 Max-Bahr-Standorte, für die Marke Praktiker sind es in Deutschland 169 (Stand Ende März). Im In- und Ausland hat der Konzern rund 18 .000 Mitarbeiter, bei Max Bahr sind es nach eigenen Angaben etwa 3700.

Mit dem Billig-Image ("20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung") hatte Praktiker keinen Erfolg gehabt und hohe Verluste angehäuft. Weiterhin nicht betroffen von den Insolvenzverfahren ist das - inzwischen verkleinerte - internationale Geschäft.

Baumarktketten sollen möglichst ganz verkauft werden

Es solle nun ein Insolvenzplanverfahren bei Max Bahr durchgeführt werden, hieß es in der Mitteilung - es hat in der Regel die Sanierung des Unternehmens zum Ziel. Dass eine Tochter durch die strauchelnde Mutter mit in die Insolvenz gerissen wird, ist durchaus kein Einzelfall.

Letzter Stand bei den Sanierungsbemühungen des Konzerns war das Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters der börsennotierten Holding Praktiker AG, die Baumarktketten möglichst als Ganzes an einen Investoren zu verkaufen. Es gebe diverse Interessenten, hieß es.

Mehrere Konkurrenten wie Obi, Hornbach und Hagebau hatten ihr Interesse bereits öffentlich signalisiert, allerdings nur für einzelne Filialen und nicht für ein Gesamtpaket. Einige Gläubiger des Unternehmens hatten sich hingegen für eine Fortführung ohne Verkauf ausgesprochen. (dpa)



Kommentare
27.07.2013
10:22
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von Ismet | #5

Kann es sein das auch Managementfehler zu diesem Dilemma geführt haben?
Viele haben einfach nur dann gekauft, wenn wieder "20% auf alles" anstand und in der Zwischenzeit garnicht oder eben beim Wettbewerb gekauft.
Praktiker war nie so richtig billig. Das hat denen eben das Genick gebrochen. Klarer Fall von Managementfehler.
Weiterhin kam hinzu das man bei Praktiker selten einen Verkäufer auf den Fluren gesehen hat, ich hatte immer das Gefühl das die vor einen weglaufen. Kunde könnte ja sonst was Kaufen wenn dieser gut beraten fühlt...

26.07.2013
20:54
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von AuroraBorealis | #4

Aber die "Experten", wie z. B. das IfO wird nicht müde zu plärren, dass die Wirtschaft wieder nach oben geht.
Allerorten aber nur Konkursmeldungen!

26.07.2013
15:41
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von nulpe2 | #3

eisen karl ist durch praktiker pleite gegangen....hat keinen gestört......also neues thema

26.07.2013
13:46
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von PeterMeier1963er | #2

Solange unsere hohen Damen und Herren in Berlin weiter dafür sorgen, dass die Mittelschicht in Deutschland immer weniger Geld für sich zum leben haben, solange werden weitere große Ketten folgen. Die kleinen Händler, die am Stock gehen sieht ja eh keiner.

2 Antworten
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von Otto99 | #2-1

Und ich dachte immer, dass Leute mit weniger Geld gerne zu Baumärkten gehen, weil sie vieles selber machen wollen.

@ Otto99 | #2-1
von AuroraBorealis | #2-2

Da denken Sie vermutlich auch richtig.
Aber wer kein Geld mehr hat, der geht auch nicht mehr zu Baumärkten, weil ihnen eben mittlerweile auch das Geld fürs Selbermachen fehlt.
Es fehlt, weil die Blockpartei CDUCSUFDPSPDGRÜNE dafür Sorge tragen, dass es bald nur noch eine hauchdünne Bürgerschicht gibt, die auch noch etwas mehr Geld als nur für überlebensnotwendige Dinge haben.

26.07.2013
10:14
Nach Praktiker meldet auch Tochter-Kette Max Bahr Insolvenz an
von KarlLaforce | #1

Ein Zeh der tönernen Füsse des Scheinriesen "Aufschwung" sind die Baumarktketten. Mit immer weniger Geld in der Bevölkerung - komisch, wie das wohl kommt - wird eben auch weniger geheimwerkelt und gebaut. Die Umsätze in der Branche gehen zurück und der Konkurrenzkampf wird härter. Mancher - auch Beschäftigte und Zulieferer - bleibt da auf der Strecke - nun hat es nach "Praktiker" eben auch "Max Bahr" getroffen.

Aus dem Ressort
Branche debattiert hitzig um umstrittenen Fahrdienst Uber
Taxigewerbe
Der Fahrdienst Uber bringt die Taxi-Branche gegen neue Anbieter auf die Barrikaden. Der Limousinen-Service Blacklane will in der aufgeheizten Stimmung die Wogen glätten und lud in Berlin zum Dialog. Das Frankfurter Landgericht hatte eine einstweilige Verfügung gegen Uber jüngst wieder aufgehoben.
Was hinter dem lebenslangen Umtauschrecht bei Ikea steckt
Ikea-Garantie
Der Möbelriese hält das Risiko für überschaubar, die Mitbewerber lässt es kalt: Ikea bleibt bei seinem Versprechen, Kunden ein lebenslanges Rückgaberecht einzuräumen. Produkte, die nach dem 25. August gekauft wurden, können Jahre später zurückgegeben werden - auch gebraucht. Doch es gibt Hürden.
2325 Milliardäre - Die Superreichen werden immer reicher
Vermögen
Der typische Milliardär ist 63 Jahre alt, lebt gern in London und reist von Mega-City zu Mega-City. 2325 Menschen auf der Welt sind märchenhaft reich. Sie besitzen ein Vermögen von 7,3 Billionen Dollar. Die meisten Superreichen Europas leben in Großbritannien und Deutschland.
Wepa investiert 50 Millionen Euro in neue Papiermaschinen
Papierproduktion
Im November 2015 soll am Standort Giershagen eine der beiden neuen 25 Millionen Euro teuren Anlagen in Betrieb genommen werden. Eine Investition, die sich das sauerländische Unternehmen offenbar leisten kann. Mit etwa einer Milliarde Euro Umsatz gehört es zu den vier größten Wettbewerbern in Europa.
Essen zieht sich aus umstrittenen US-Leasing-Deals zurück
Stadtfinanzen
Die Stadt Essen und die Evag haben bei einem der höchst umstrittenen Steuerspar-Deals aus dem Jahr 2002 jetzt den Ausstieg eingeleitet. Man wolle sich langsam aus dem "Minenfeld" zurückziehen. Diverse Finanzgericht-Prozesse seitens der US-Partner könnten die Stadt nun teuer zu stehen kommen.
Umfrage
Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

 
Fotos und Videos