Nach Ende der Kurzarbeit droht neue Entlassungswelle
30.09.2009 | 16:40 Uhr 2009-09-30T16:40:00+0200
Nürnberg. Im Herbst werden sich viele Betriebe die Gretchenfrage stellen: Wird die Kurzarbeit verlängert oder beendet? Sollte sie in vielen Unternehmen auslaufen, droht eine neue Entlassungswelle. Am stärksten sei dann die Automobil-Industrie betroffen, vermuten die Arbeitsmarkt-Experten.
Kurzarbeit bewahrt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit momentan noch viele Beschäftigte vor der Entlassung.
«Kurzarbeit wird in großem Umfang in Anspruch genommen und stabilisiert den Arbeitsmarkt», sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise am Mittwoch in Nürnberg. Aber das könnte sich bald ändern. BA-Vorstand Raimund Becker erwartet, dass sich in vielen Unternehmen «im Herbst die Gretchenfrage stellt: Wird die Kurzarbeit verlängert oder beendet? Die Agenturen rechnen mit einem hohen Zugang in Arbeitslosigkeit.»
Nach den jüngsten verfügbaren Zahlen gab es im Juni 1,43 Millionen Kurzarbeiter - «das heißt, fünf von hundert Beschäftigten arbeiten kurz», erklärte Weise. Das seien deutlich mehr als noch im Frühjahr. Aber «das Instrument wird etwas weniger in Anspruch genommen, als wir es eingeschätzt hatten», sagte der BA-Chef. Im September habe die Wirtschaft wie schon im August für 100.000 Beschäftigte Kurzarbeit neu angemeldet. Seit Beginn der Krise sei damit für 3,4 Millionen Menschen in 130.000 Betrieben Kurzarbeit beantragt worden.
Autoindustrie am stärksten betroffen
Am stärksten seien die Automobilindustrie samt Zulieferern und die Logistik betroffen. Hier falle 20 Prozent der Arbeitszeit durch Kurzarbeit aus. «Villingen-Schwenningen hat die höchste Quote, dann Oberfranken, Unterfranken mit Schweinfurt sowie das Sauerland», sagte Becker. Dagegen gebe es im Dienstleistungsbereich und bei Zeitarbeitsfirmen kaum Kurzarbeit, dort seien es nur ein bis drei Prozent der Mitarbeiter.
Dass die Weltwirtschaftskrise im besonders schwer getroffenen Exportland bisher nicht mehr Menschen arbeitslos gemacht habe, sei dem Instrument der Kurzarbeit, aber auch dem Verhalten der Unternehmen und der Beschäftigten zu verdanken. «Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben Opfer gebracht», sagte Becker. Die Unternehmen hätten in Kauf genommen, dass ihre Produktivität vorübergehend deutlich zurückgehe. Die Beschäftigten hätten auf Lohn verzichtet. Auch Arbeitszeitkonten in den Firmen hätten geholfen, die Folgen der Krise für die Beschäftigten abzufedern. Außerdem gelinge der Marktausgleich mit offenen Stellen besser als früher, erklärte der Vorstand der Bundesagentur. (ap)
Hier geht's zur Arbeitsmarktgrafik aus NRW.

17:06
Nach Ende der Kurzarbeit droht neue Entlassungswelle
Warum das???
Will dann der Staat nicht mehr löhnen???
Kann er aber nicht, denn dann werden die Arbeitslosenzahlen wieder steigen. Und das würde dem neuen Arbeitsminister (ggf. Herr Pofalla) von SCHWARZ/GELB aber gar nicht gut stehen...
16:05
Ähm, weil Zeitarbeitnehmer einfach entlassen werden (da kaum Kündigungsschutz)? Da is nix mit Kurzarbeit.....
Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben Opfer gebracht - und wenn das Geld wieder fließt, dann kriegen es nur die Arbeitgeber, aber nicht die Arbeitnehmer, da ist das Wort Unternehme(r)nsrisiko fast überflüssig.
der SAMMY
15:50
ZU: Dagegen gebe es im Dienstleistungsbereich und bei Zeitarbeitsfirmen kaum Kurzarbeit, dort seien es nur ein bis drei Prozent der Mitarbeiter.
Fragt sich nur warum??? Liegt vielleicht daran das bei den Zeitarbeitsfirmen nicht der Arbeitnehmer, sondern noch andere die Hand aufhalten. Da lässt man die Leute dann doch gerne voll malochen und schickt die teure Stammbelegschaft in Kurzarbeit.
15:37
Wieso sich die Experten ausgerechnet so benennen, daß ist unklar. Seit über 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit, seit über 30 Jahren Expertenaussagen, nichts hat sich bis jetzt geändert. Geändert nichts, außer den Statisktikfälschungen. Liegt man bei den Experten so falsch, daß es sich um LÜGEN-Experten handeln?
15:09
achso, aber bitte die finger von der rente lassen! währe ja schrecklich wenn man später nicht 10 rentner durchfüttern muss...
15:07
ach, hört doch auf zu jammern! angie und guido wissen bestimmt was gut ist und werden demnächst ein paar reförmchen durchpeitschen das unsere chefs und vermieter auch nächstes jahr noch kohle für einen neuen benz haben. alles halb so wild. einfach steuern runter, hartz4 und sonstige staatliche unterstützung weg und dann geht das schon. zur not halt noch die bildung privatisieren, dann passt doch wieder alles.
14:57
Angie und Franz hatten leider vergessen, euch die Regeln der Kurzarbeit zu erklaeren:
Alle die 12 Monate in Kurzarbeit waren, gehen direkt in Hartz 4. Willkommen im Club der Aussaetzigen und Arbeitsunwilligen.
Danke Angela, danke Muente, danke Frantz Walter, danke, danke, danke....