Müllmänner bekommen bald Mindestlohn
31.08.2009 | 17:15 Uhr 2009-08-31T17:15:00+0200
Berlin. In wenigen Wochen haben Beschäftigte aus drei weiteren Branchen Anspruch auf einen Mindestlohn. Lohnuntergrenzen gibt es demnach für Mitarbeiter in Großwäschereien, in der Abfallwirtschaft und für Bergbauspezialarbeiten.
Beschäftigte in Großwäschereien, in der Abfallbranche und für Bergbauspezialarbeiten haben in wenigen Wochen Anspruch auf einen Mindestlohn. Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden im Tarifausschuss beim Bundesarbeitsministerium machten am Montag den Weg für den Mindestlohn in diesen drei Branchen frei, wie das Ministerium mitteilte. Die tariflich bereits vereinbarten Lohnuntergrenzen kann Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) nun per Verordnung für allgemeinverbindlich erklären und in Kraft setzen - nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger und einer Frist von drei Wochen zur Stellungnahme werde dies «so schnell wie möglich» geschehen, sagte eine Ministeriumssprecherin.
Beschäftigte in der Branche textile Dienstleistungen (vor allem Großwäschereien) erhalten demnach künftig mindestens 7,51 Euro Stundenlohn in den alten und 6,36 Euro in den neuen Bundesländern. In der Abfallwirtschaft wird die Lohnuntergrenze 8,02 Euro betragen. Für Bergbauspezialarbeiten wird es je nach Qualifikation mindestens 11,17 Euro oder 12,41 Euro Stundenlohn geben.
Keine Einigung für Wach- und Sicherheitsdienst
Nicht einigen konnte sich der Tarifausschuss auf einen Mindestlohn für die Wach- und Sicherheitsdienste sowie für Beschäftigte in der Aus- und Weiterbildung, wie das Ministerium erklärte. Laut DGB verweigerte die Arbeitnehmerseite ihre Zustimmung zu einem Mindestlohn von sechs bis 8,12 Euro im Wach- und Sicherheitsgewerbe, weil etwa sechs Euro Stundenlohn für Beschäftigte dieser Branche im Saarland und Rheinland-Pfalz nicht existenzsichernd seien. Die Arbeitgeberseite habe die Mindestlöhne für die Aus- und Weiterbildung blockiert.
Die IG Metall erklärte, der Mindestlohn gelte nicht nur für alle Betriebe, sondern auch für die dort eingesetzten Leiharbeitnehmer, Subunternehmer und Beschäftigte aus dem Ausland. Mindestlöhne gibt es schon in sechs Branchen mit rund 1,4 Millionen sozialversichungspflichtig Beschäftigten - etwa in der Bauwirtschaft, dem Gebäudereiniger- oder dem Dachdecker-Handwerk. (afp)

19:58
Ich bin für 50,00 € Mindestlohn. Ungeachtet ob er es erwirtschaftet od nicht. Die Arbeitslosen werden garantiert weniger und wir wählen alle noch schnell die wünsch dir, was Partei damit der Plan gelingt. Jetzt weiße Bescheid.
09:33
flächendeckender mindestlohn und gleicher lohn für gleiche arbeit,
sind und bleiben anzustrebende ziele ...
die letzten landtags- und kommunalwahlen haben mir gezeigt,
dass nur eine starke linke, für einen echten politikwechsel, steht ...
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
09:18
Was hilft einem Vollzeitbeschäftigten in einer Großwäscherei ein Mindestlohn von 6,36 Euro? Das sind bei durchschnittlich 38,5 Wochenstunden und 22 Arbeitstagen monatlich, 1.077 Euro Brutto..
Unter Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung bleiben 835 Euro Netto mtl. übrig!
D.h. aber auch: Die ArbeitnehmerInnen die einen Mindestlohn in dieser beschämenden Höhe erhalten, werden zwangläufig mit Renteneintritt auf soziale Transfers angewiesen sein.
Denn eine Entlohnung auf diesem Niveau schafft nach 45 Beitragsjahren einen Rentenanspruch der gerade mal knapp über 500 Euro liegt! Wohlgemerkt, vor Abzug der Beiträge zur Kranken- Pflegeversicherung!
Wer eine derartige Mindestlohnhöhe in diesem Land als Erfolg feiert, der muss sich fragen lassen welches Grundverständnis er von einem gerechten Lohn hat und wie er verantworten kann, dass Menschen im Alter der Altersarmut ausgeliefert werden.
Es ist beschämend!
08:48
Ach so...zu den Leiharbeitern, in Frankreich bekommen Leiharbeiter 10% mehr als die Stammbelegschaft!
In Deutschland wird jetzt für die noch in Arbeit stehende Leiharbeiter wohl durch den Mindestlohn Einbußen hinnehmen müssen...das nenne ich echt Sozial!
08:44
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19:12
Dafür schreiben andere nichtmal ihren Namen.