Moody's stuft Großbritanniens Kreditwürdigkeit herunter
23.02.2013 | 12:40 Uhr 2013-02-23T12:40:06+0100
London. Schwerer Schlag für Großbritannien: Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des Landes zum ersten Mal seit 1978 zurückgestuft. Als Gründe nannte Moody's am Freitag die andauernd schwachen Wachstumsaussichten des Landes und die steigende Schuldenlast.
Rückschlag für Großbritannien: Erstmals hat eine der drei großen Ratingagenturen
dem EU-Land die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Moody's senkte den Daumen und stufte die Bonität der Briten
von Aaa um eine Stufe auf Aa1 herab. Ursachen seien die schwache Konjunktur und
die steigende Verschuldung, teilte die US-Ratingagentur am Freitagabend in
London mit. Die mittelfristige Wachstumserwartung für Großbritannien sei
"schleppend", heißt in der Mitteilung, der Schuldenstand liegt bei knapp 90
Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Auch die anderen beiden großen
Ratingagenturen, Standard & Poor's und Fitch, haben die drittgrößte
Volkswirtschaft der EU seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick. Das
bedeutet, dass eine Herabstufung wahrscheinlicher geworden ist. Im Zuge der
Finanz- und Schuldenkrise haben mehrere große Industriestaaten bereits ihre
Top-Bewertung verloren. Nur noch wenige Länder erhalten die Spitzennote von
allen drei Ratingagenturen, darunter Deutschland. Die USA und Frankreich gehören
dem exklusiven Klub bereits nicht mehr an.
Nicht von Sparkurs abweichen
Großbritannien will angesichts
der Entscheidung nicht von seinem Sparkurs abweichen. Der Schritt von Moody's sei eine "deutliche Erinnerung" an die
Schuldenprobleme, vor denen Großbritannien stehe, sagte Schatzkanzler George
Osborne nach der Bekanntgabe. Er kündigte an, die Regierung werde bei ihrem
Sparkurs bleiben. "Diese Entscheidung schwächt nicht unsere Entschlossenheit,
mit dem Plan zur wirtschaftlichen Erholung fortzufahren, sie verdoppelt sie",
sagte der Finanzminister.
Osborne hatte bereits im Dezember einräumen
müssen, dass der Schuldenabbau mangels Wachstum nicht vor dem Haushaltsjahr
2015/2016 gelingen könne. Dennoch gibt es einen Lichtblick im Urteil von Moody's: Der Ausblick ist nun "stabil", eine weitere
Herabstufung droht damit erst mal nicht.
Die 2010 angetretene Regierung
von Premierminister David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit
massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher
jedoch nicht auf. Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von
zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird. Die Regierung hatte sich
etwas Linderung von der Versteigerung von 4G-Mobilfunklizenzen versprochen. Die
Auktion spülte Mitte vergangener Woche allerdings 1,2 Milliarden Pfund weniger
in die Staatskasse als erhofft.
Lange hatte Großbritannien in der
Eurokrise als sicherer Hafen für Anleger gegolten, die Staatsanleihen des Landes
waren ähnlich wie die der USA und Deutschland stark gefragt. Inzwischen wandelt
sich diese Einschätzung etwas, da die Risiken stärker wahrgenommen werden. Der
Kurs des britischen Pfundes ist seit Monaten auf Talfahrt, sowohl im Vergleich
zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank setzt ungeachtet einer
im EU-Vergleich relativ hohen Inflation auf eine lockere Geldpolitik. (dpa)

18:10
Die Briten sind schon lange am Ende, genau wie die USA!
Sie haben keine produzierende Wirtschaft mehr, kein Automobilbau, kein Maschinenbau, kein Anlagenbau usw.! Wer meint er kommt nur mit Dienstleistungen über die Runden, hat ein falsches Wirtschaftsverständnis! Die Briten sind ein Land der Krämer geworden und das nur im Kapitaldienstleistungsbereich!
17:26
Die Briten würden noch älter aussehen wenn in Europa die Möglichkeit besteht, eigenes Erdöl zu fördern und sie an ihre Abhängigkeit von den Emiraten festhalten müssen.... würde ihnen Recht geschehen. Anders in Südafrika ließen sie die Stämme durch einen begnadeten Verstossenen vereinen und seßhaft werden - meine romantischer geht es kaum noch, Indianergeschichten aus Europa auf orientalischem Boden - wer hätte das damals gedacht! Als dann Erdöl gefördert werden konnte war schließlich allen klar warum diese verklärte Herz.-Schmerz- Romantik auf Politebene unter Männern stattfinden konnte. Nundenn, die Emirate mögen deshalb die Briten - auch wenn diese nicht ganz uneigennützig handelten - und die Briten wahrscheinlich nicht ganz so sehr die Araber - aber sie haben sie nunmal jetzt. Dann sollen sie auch mit diesen glücklich werden -sie werden niemals eine Trennung von der OPEC zustimmen!
22:54
Und erschwerend kommt noch hinzu ,dass Großbritannien im Gegensatz zur EZB der Euro - Zone noch eine Zentralbank hat , welche die eigenen Staats - Schuld -
Verschreibungen ohne Limit auch noch selbst aufkauft.
Also steht Britannien gar nicht unter dem Zins - Druck wie z. B. die südlichen EU - Länder.
Somit ist die Krise vor der wir stehen sehr viel vielschichtiger als es eine Währungskrise "allein "überhaupt sein kann.
Die neoliberalen Monetaristen schielen wie das Kaninchen auf die Schlange lediglich auf die Geld - Dimension ,das Verhältnis der Währungen und auf die Verschuldung.
Dies reicht nicht ,um unsere europäische Krise zu verstehen.
Man muss die realen Warenströme und die Bedingung für deren funktionelle Aufrecht - Erhaltung im Auge behalten.
Oder anders :
Man muss verstehen ,dass in einer Volkswirtschaft faktisch überhaupt nicht im betriebswirtschaftlichen Sinne gespart werden kann.
Denn der " Eine" bei dem gespart wird ,der ist immer auch der " Kunde "des Anderen!
Von großem Vorteil wäre auch, wenn man den Unterschied zwischen einer Volkswirtschaft und einem Staatshaushalt verstünde.
@ witzisch
Und noch wichtiger wäre es den Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlicher Entwicklung und Staatshaushalt zu verinnerlichen!.
Und der ist :
Je mehr die Volkswirtschaft schrumpft ,um so geringer werden die Einnahmemöglichkeiten des Staates.
Es kommt zu einer chronischen Unterfinanzierung desselben ,gemessen an seinen notwendigen Aufgaben :
Nämlich die Sicherstellung der Lebensgrundlagen im allgemeinen Interesse!
Ist Ihnen dies verständlich? :-)))))
22:02
Also die Krise in GB ist nur zufällig zurselben Zeit?
Und die in den USA hat mit unserer auch nichts zu tun.
Genauso wenig wie die in Japan.
Sehe ich das jetzt richtig?
21:52
@ #4 schRuessler
schon mal überlegt, ob es gleichzeitige, nicht nur die selben Krisen gibt?
GB hat eine Möglichkeit mehr, aus der Krise raus zu kommen, da es eine eigene Währung hat und damit eigene Finanzpolitik betreiben kann.
Wir sind auf Gedeih und Verderb an die anderen EURO-Länder gefesselt. Sieht man ja, wie jetzt alle zittern, wer in Italien die Wahl gewinnen könnte. Das war uns in DM-Zeit noch relativ egal.
21:07
Das wäre ja mal die Chance für alle DM-Nostalgiker, zu verstehen, dass es sich nicht um eine Euro-Krise handelt, auch wenn das immer so verkauft wird.
GB hat das, was viele immer als Allheilmittel ansehen: eine eigene Währung.
Nützt aber auch nichts.
Und neoliberale Reformen hatte GB schon, als wir in Deutschland noch gar nicht wussten, wie man das schreibt.
20:00
Ja und? Die EU-Staaten sind doch allesamt kaum noch kreditwürdig - legt man strenge Grundsätze der Kreditvergabe an. Aber so lange die Hochfinanz noch gewinnen kann und solche "Bewertungen" Druck erzeugen und Kreditzinsen ansteigen lassen - dann ist es doch "gut" - oder?
14:01
Man kann von den Ratingagenturen ja halten was man will, aber sie halten wenigstens den Druck auf die Staaten aufrecht, zu einer soliden Haushaltspolitik zurückzukehren.
Schuldenberge, Niedrigzinsen, Abwertungswettläufe, Konjunkturprogramme, Spekulationsblasen - da ist in den letzten Jahrzehnten einiges falsch gelaufen. Das rechte Maß ist verloren gegangen. Kurzfristiger Aktionismus ist anstelle zukunftsorientierten, nachhaltigen Handelns getreten. Es wurde über den eigenen Verhältnisen gelebt. Aufgrund der tendenziell abnehmenden Wachstumsraten werden wir diesen Weg nicht mehr länger gehen können. Das Ende der Fahnenstange ist eigentlich schon erreicht.
Wir müssen daher wieder zurück auf den Pfad der Tugend, des rechten Maßes und der Stabilität.
13:33
Da tritt eine neoliberal -konservative Regierung an ,beklagt den Schuldenstand des Landes und fängt an zu sparen.
Das Problem ist jedoch -nicht nur wie hier in England - ,dass die Regierung diese angeblichen Sparanstrengungen nicht etwa damit von der Wirtschaft gedankt bekommt ,dass diese angeblich besparte Volkswirtschaft wächst und der Staat -also die sparende Regierung - wieder mehr Einnahmen erwarten kann!
Was läuft da schief?
Laut Madame Kanzler und Herrn Schäuble absolut nichts.
Man wird den Engländern -wie den Franzosen,den Griechen ,den Spaniern ,den Portugiesen ,den Italienern ,den Franzosen usw.. eine Erhöhung der Spar - Dosis anempfehlen.
Und der deutsche "Mainstream - Journalismus " -angeleitet durch die wohl bestallten Chefredakteure der Medien - Konzerne- werden wegen dieser Meinunmg weiter in helle Verzückungs - Berichterstattung verfvallen!
Mögliches Motto:
Wollt Ihr den totalen Wirtschaftskrieg gegen die Völker Europas?
Antwort der deutschen Massenmedien : "Hurra