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Monti weist Spekulationen über Rettungspaket erneut zurück

01.08.2012 | 18:28 Uhr
Foto: /Lehtikuva/Mikko Stig

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hat erneut Spekulationen zurückgewiesen, sein Land könnte ein Rettungspaket benötigen. Italien brauche derartige Hilfsmaßnahmen nicht, da sich die Staatsfinanzen in einer "angenehmen Lage" befänden, sagte Monti am Mittwoch bei einem Besuch in Finnland.

Helsinki/Brüssel (dapd). Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hat erneut Spekulationen zurückgewiesen, sein Land könnte ein Rettungspaket benötigen. Italien brauche derartige Hilfsmaßnahmen nicht, da sich die Staatsfinanzen in einer "angenehmen Lage" befänden, sagte Monti am Mittwoch bei einem Besuch in Finnland. Der Regierungschef machte die Märkte für Staatsanleihen für die hohen Zinsen verantwortlich, die Länder wie Italien und Spanien derzeit zahlen müssen, um frisches Geld aufzunehmen.

Die europäischen Regierungschefs sollten daher Maßnahmen ergreifen, um den hohen Zinsen entgegen zu wirken, empfahl Monti. Welche konkreten Maßnahmen er sich vorstellte, sagte er nicht. Die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen waren in der vergangenen Woche über den Wert von sechs Prozent gestiegen, anschließend aber wieder leicht gefallen.

Nach einem Treffen in Paris am Dienstag mit dem französischen Staatschef François Hollande unterhielt sich Monti in Helsinki zunächst mit EU-Währungskommissar Olli Rehn. Dabei sei es um einen "allgemeinen Austausch über die wirtschaftliche Lage in der Eurozone" gegangen, sagte sein Sprecher Antoine Colombani auf Nachfrage.

Monti traf auch mit dem finnischen Regierungschef Jyrki Katainen zusammen. Dieser ist - ähnlich wie die Bundesregierung - gegen umfassendere Hilfen für bedrängte Eurostaaten. Er hält auch nichts von dem Plan, wonach der Rettungsfonds EFSF am Sekundärmarkt Anleihen kauft. Finnland werde weiterhin den Euro unterstützen, versicherte Katainen am Mittwoch. Allerdings sagte er auch, es sei "unfair", dass einige Länder der Eurozone sich nicht an gemeinsame Regeln hielten. "Es gibt viele arbeitslose Menschen in Finnland, die wegen der (südeuropäischen) Schuldenkrise ihren Job verloren haben", sagte der finnische Ministerpräsident.

Vor dem Treffen der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) am (morgigen) Donnerstag wird über eine gemeinsames Eingreifen von EZB und Euro-Rettungsschirm EFSF spekuliert. Bevor der EFSF aktiv wird, ist indes ein Antrag eines bedrängten Staates auf Hilfe notwendig. Am Mittwoch sei aber keine entsprechende Anfrage eingegangen, sagte Kommissionssprecher Colombani.

Monti trifft am (morgigen) Donnerstag in Madrid mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zusammen. Auch bei diesem Treffen dürfte die Schuldenkrise im Euroraum im Mittelpunkt stehen.

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dapd

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