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Monsanto zieht Anträge auf Genpflanzen-Anbau in der EU zurück

18.07.2013 | 14:50 Uhr
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Monsanto zieht Anträge auf Genpflanzen-Anbau in der EU zurück
Der US-Saatguthersteller Monsanto will keine neuen Anträge auf die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU mehr stellen.Foto: afp

Brüssel.  Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto schrumpft sein Geschäft mit Gen-Pflanzen in Europa weiter zusammen. Monsanto teilte am Donnerstag mit, seine Anträge auf Zulassung bestimmter neuer, gentechnisch veränderter Pflanzen in der Europäischen Union zurückzuziehen. Kritiker sind dennoch skeptisch.

Der US-Agrarkonzern Monsanto zieht sich mit seinem Genpflanzen-Geschäft ein Stück weiter aus Europa zurück. "Wir werden nicht länger die Zulassung für den Anbau neuer Genpflanzen in Europa verfolgen", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Doch Kritiker halten die Ankündigung des US-Agrarriesen für nicht ausreichend.

Monsanto hatte angesichts des großen Widerstand in der Europäischen Union gegen den Anbau von Genpflanzen in diesem Frühjahr bereits angekündigt, für seine Genpflanzen keine neuen Anbauerlaubnisse in der EU mehr zu beantragen. Der Konzern begründete dies damit, er wolle nicht gegen "Windmühlen ankämpfen". Nun hat sich der US-Agrarriese dazu entschieden, auch bestehende Anträge auf eine Anbauerlaubnis weitgehend zurückzuziehen.

Monsanto will Genmais MON810 weiter anbauen

Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission liegen derzeit drei Anträge des Unternehmens für eine Anbauerlaubnis vor. Hinzu kommt der Antrag auf eine Neuzulassung des Genmaises MON810, den Monsanto aber weiter verfolgen will. Der Anbau der Pflanze wurde in der EU 1998 für zehn Jahre erlaubt.

Wegen der kritischen Haltung mehrerer EU-Länder gibt es bisher noch keine Einigung über eine Neuzulassung - der Anbau bleibt jedoch bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt, wenn er nicht wie in Deutschland ausdrücklich verboten wurde. Zudem will Monsanto anderswo angebaute Genpflanzen weiterhin zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in der EU registrieren.

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Bei Gentechnikkritikern löste die aktuelle Ankündigung des US-Unternehmens daher nur verhaltene Reaktionen aus. "Wir bezweifeln, dass Monsanto tatsächlich seine Eroberungspläne für den EU-Markt aufgibt. Der Konzern hat dafür zu viel in die Entwicklung der Gentech-Pflanzen investiert", erklärten die Grünen-Politiker Renate Künast und Harald Ebner. "Wir fordern Monsanto auf, auch auf eine EU-Neuzulassung für den Gentech-Mais MON810 zu verzichten, weil er nachweislich Risiken für Nichtzielorganismen bringt."

Gen-Kartoffel Amflora darf in Deutschland nicht angebaut werden

Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) erklärte den angekündigten Rückzug von Monsanto "für Theaterdonner. Monsanto will vor allem aus der öffentlichen Negativwahrnehmung verschwinden, um dann hinter den Kulissen bei den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU umso effektiver lobbyieren zu können", sagte sie.

Natürlich habe das Unternehmen nach wie vor das Ziel, den EU-Markt mit seinen Produkten zu erobern. Solange nicht auch der Wiederzulassungsantrag für den Gentech-Mais MON810 zurückgenommen werde, seien die Versprechen unglaubwürdig.

Auch die Gentechnikexpertin von der Umweltschutzorganisation Friends of the Earth Europe, Mute Schimpf, kritisierte das Festhalten des Konzerns an dem MON810-Mais. Die aktuelle Entscheidung zeige aber: "Es gibt keinen Markt für Genpflanzen in Europa." Im Januar hatte das deutsche Unternehmen BASF bereits angekündigt, sich nicht mehr um die Zulassung weiterer Genkartoffeln in der EU zu bemühen.

Neben dem Genmais MON810 ist die Kartoffel Amflora von BASF die einzige Genpflanze, deren Anbau in der EU erlaubt ist. Weitere Genpflanzen sind zur Verarbeitung in Futter- und Lebensmitteln autorisiert. Amflora war 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren in der EU für den Anbau zugelassen worden. Wegen starker Proteste wird sie aber kaum angebaut. Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, haben den Anbau der Pflanze auf ihrem Gebiet verboten. (afp/dpa)

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