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Mitarbeitern von Thyssen-Krupp in Duisburg droht Kurzarbeit

04.07.2012 | 18:43 Uhr
Thyssen-Krupp ist von der nachlassenden Stahlnachfrage betroffen und muss Kapazitäten abbauen. Foto: Frank Ossenbrink

Duisburg.   Auf den Thyssen-Krupp-Konzern und seine Mitarbeiter kommen weitere einschneidende Maßnahmen zu. Am Standort Duisburg wird in der Stahlproduktion voraussichtlich zum Sommerende die Kurzarbeit beginnen. Die europäische Stahlindustrie kämpft seit Monaten mit einer schwächelnden Nachfrage.

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp bereitet sich auf Kurzarbeit am Standort Duisburg vor. In den nächsten Wochen werde das Unternehmen darüber mit dem Betriebsrat verhandeln, sagte Dieter Kroll, der Arbeitsdirektor von Thyssen-Krupp Steel Europe. Im August oder September könnte die Kurzarbeit beginnen. Zuvor müsse noch geprüft werden, welche Anlagen betroffen wären. Am Stahlstandort Duisburg beschäftigt Thyssen-Krupp knapp 13 000 Mitarbeiter. Wie viele Beschäftigte von der Kurzarbeit betroffen sein werden, könne noch nicht gesagt werden, erklärte Günter Back, der Betriebsratschef der Stahlsparte.

Kommentar
Thyssen-Krupp in schwerer See

Gewiss, wer Stahl kocht, der muss die üblichen Tiefs und Hochs in dem schwankungsanfälligen Geschäft aushalten. Damit können die Essener traditionell umgehen. Konjunktureinbruch und Kurzarbeit kommen jetzt allerdings zur Unzeit.

Es werde sorgfältig geprüft, ob Kurzarbeit überhaupt nötig ist. „Wir haben kein Interesse, zu schnell in die Kurzarbeit zu gehen“, sagte Kroll. Auf kleinere Schwankungen in der Stahlnachfrage könne man mit Hilfe von Arbeitszeitkonten reagieren. Bei Kurzarbeit könnten fünf bis sieben Schichten ausfallen. Die finanziellen Einbußen für die Beschäftigten liegen bei 30 bis 40 Euro pro Schicht.

Enorme Verluste in USA und Brasilien

Drei der vier Hochöfen seien derzeit sehr gut ausgelastet, sagte Back. Den Anfang des Jahres stillgelegten „Hochofen 9“ will Thyssen-Krupp allerdings im Jahr 2012 nicht wieder in Betrieb nehmen. Ursprünglich sollte die Anlage in diesem Monat wieder Eisen herstellen.

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Mehrere tausend Nirosta-Mitarbeiter demonstrierten in Bochum gegen die drohende Schließung ihrer Werke in Bochum.

In den vergangenen Jahren hatten die deutschen Stahlwerke von Thyssen-Krupp hohe Gewinne eingefahren. Die neuen Stahlwerke in Brasilien und in den USA bescherten dem Konzern aber enorme Verluste.

Die europäische Stahlindustrie um Weltmarktführer Arcelor-Mittal kämpft seit Monaten mit einer schwächelnden Nachfrage. Insbesondere in den schuldengeplagten Staaten Südeuropas ist der Bedarf zurückgegangen. Arcelor-Mittal will angeblich auch mit einem Sparpaket reagieren. In Europa sollen wohl 25 Prozent der Verwaltungskosten eingespart werden.

Willi Mohrs,Ulf Meinke


Kommentare
06.07.2012
12:55
Mitarbeitern von Thyssen-Krupp in Duisburg droht Kurzarbeit
von feierabend | #2

Die Werke in den USA und Brasilien gehören den Ländern, in denen sie gebaut wurden - oder was sagen wir hier in Deutschland zu der Tatsache dass Opel an General motors gebunden ist? Außerdem hat auf diese Art und Weise KRupp/Thyssen Zivilcourage bewiesen und ein soziales Werk getan - um sich selbst zu retten sollten sie die Planung/engineering ausgliedern ebenso das Management - Geschäftsführung bedeutet dann nur noch Abrechnung und Buchhaltung. Geschäftsabschlüsse übernehmen Management und Juristen. Auf diese Art und Weise können Arbeitsplätze langfristig gesichert werden - Kontrolling ist schließlich auch Arbeit und nicht einfach. Und selbst mit kleineren Aufträgen lassen sich Arbeitsplätze zu guten Konditionen halten. Warum Geschäftsführung immer soviel Geld verdienen muss - kein Kommentar!

05.07.2012
00:20
Die Lasten der Versager
von Ismet | #1

Die Lasten der Versager müssen die wieder von den kleinen Leuten aufgefangen werden.
Durch die "mutwilligen" Managementfehler die Aufgrund des neuen Stahlwerkes in Brasilien gemacht wurden, müssen die Stahlkocher jetzt ausbaden. Ich denke mal das sich der gute Herr Thyssen und Herr Krupp in deren Gräben so schnell rotieren das es selbst den angehörigen schmerzen bereiten muss.
Danke liebe Spitzenmanager...

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