Mit dem Schlauchschlepper aufs Feld

Hagen/Münster..  Schlitz- oder Injektorverfahren: hören sich nicht unbedingt an wie Begriffe aus der Landwirtschaft. Dabei werden sie die Bauern künftig immer mehr beschäftigen. Die Landwirte sollen einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten und beim Güllefahren den Stickstoffausstoß verringern. Das sieht eine neue Gülle-Verordnung vor. Dazu braucht es neue Verfahren und damit auch neue Geräte und Maschinen. Mit ihnen zieht noch mehr Hightech auf dem Feld ein.

Innerhalb von vier Stunden

„Auf unbestellten Flächen und ungenutztem Ackerland muss Gülle bereits seit den 1990er-Jahren unverzüglich eingearbeitet werden“, erläutert Gösta Fuchs, Referent für Güllerecht bei der Landwirtschaftskammer. Auf unbestellten Flächen ist das auch relativ einfach zu machen; mit unverzüglich war der gleiche Tag gemeint. Jetzt werde sowohl der Zeitraum zwischen Ausbringung und Einarbeitung des organischen Flüssigdüngers neu definiert, als auch die bestellten Flächen schärfer ins Blick genommen, so der Fachmann.

„Unverzüglich heißt künftig innerhalb von vier Stunden“, erklärt Fuchs die geplante Konkretisierung. Diese Festlegung bedeute, dass der Landwirt entweder zügig hintereinander arbeiten muss oder er muss „parallel arbeiten mit einer zweiten Maschine“.

Verschärft werden die Vorgaben auch für bestellte Flächen: Die Gülle darf dort „nur noch in Bahnen aufgebracht werden oder muss in den Boden eingearbeitet werden“, so Gösta Fuchs. Dazu ist dann die neue Technik notwendig. Mit Schleppschlauchwagen lässt sich der Flüssigdünger in engen Streifen auf dem Erdreich verteilen; das Schlitz- oder auch Injektorverfahren sorgt dafür, dass die Maschinen die Gülle in den Acker einarbeiten. Ausleger dieser Maschinen können „bis zu 30 Meter Breite erreichen“.

Ausnahmen für steile Flächen

Deshalb soll die neue Verordnung auch Ausnahmen vorsehen, und die sind für Landwirte im Sauerland nicht unwichtig: Sie gelten für steile Flächen, die mit den breiten Auslegern der Geräte nicht gefahrlos befahren werden können, weil etwa ein Umkippen droht. Für diese Flächen können die Landwirte Ausnahmen von der Verordnung beantragen; die Zulassung erfolge über Landwirtschaftskammer oder die landwirtschaftlichen Fachbehörden.

Die gezielte Ausbringung der Gülle soll den Stickstoffausstoß verringern. „Wenn die Gülle weniger Kontakt mit der Luft hat, sondern sofort in die Böden gelangt, gibt es auch weniger Ausgasungen, es gelangt weniger Stickstoff in die Atmosphäre“, sagt Gösta Fuchs. Heißt auch, für die Umwelt: Es riecht weniger.