Misstrauische Griechen heben weiter Geld von ihren Konten ab

Viele Griechen haben immer noch Angst um ihr Geld.
Viele Griechen haben immer noch Angst um ihr Geld.
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Was wir bereits wissen
Die Griechen lassen ihre Banken "ausbluten", berichten Medien. Sie horten bereits 15 Milliarden Euro in bar. In den Nachbarländern wächst die Sorge.

Athen.. Die Griechen heben angesichts der schweren Finanzkrise des Landes immer mehr Geld von ihren Konten ab. Die Einlagen sanken nach Angaben von Geldinstituten auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Schuldenkrise. Die Banken "verbluten", schrieben griechische Medien am Freitag. Die griechischen Kreditinstitute sind wegen der starken Mittelabflüsse weiter auf Notkredite (ELA) von der Zentralbank des pleitebedrohten Landes angewiesen. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss den Umfang regelmäßig neu bewilligen.

Monat für Monat gingen Milliarden ab

Wie die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" berichtete, horten die Griechen mittlerweile rund 15 Milliarden in Bargeld. Die Angst nehme zu, dass sich die dramatische Finanzlage noch weiter zuspitzen könnte, wenn sich die neue Regierung unter dem linken Ministerpräsident Alexis Tsipras und die EU nicht bald über die griechischen Reformpläne einigen würden.

Griechenland Noch im Dezember erreichte das Volumen der Geldeinlagen der Griechen mehr als 160 Milliarden Euro. Bis Ende März schrumpften die Einlagen auf rund 135 Milliarden Euro. Die umfangreichsten Abhebungen gab es im Januar (12,8 Milliarden Euro) und im Februar (7,6 Milliarden Euro). Im März zogen die Griechen weitere 5,5 Milliarden Euro von ihren Konten ab.

Nachbarländer stellen Banken unter Quarantäne

Nicht nur die eigenen Bürger, auch die Nachbarstaaten wappnen sich gegen einen möglichen finanziellen Zusammenbruch des Landes. Die Zentralbanken Bulgariens, Albaniens, Rumäniens, Serbiens, Zyperns und Mazedoniens sowie der Türkei hätten die Tochterbanken griechischer Kreditinstitute in ihren Ländern aufgefordert, griechische staatliche Wertpapiere, Anleihen und Kredite "loszuwerden". Damit würden die griechischen Mutterkonzerne der Banken praktisch unter Quarantäne gestellt, berichtet "Kathimerini".

Die vier systemrelevanten griechischen Banken (National Bank, Alpha Bank, Piraeus Bank und Eurobank) haben eine starke Präsenz in diesen Staaten mit 2500 Filialen und rund 40.000 Mitarbeitern. (dpa)