Milder Winter drückt die Heizkosten
30.01.2012 | 19:06 Uhr 2012-01-30T19:06:00+0100
Essen. Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2011 gesunken. Hintergrund sind das warme Frühjahr und der milde Dezember im vergangenen Jahr. Das wirkt sich auf die Heizkosten aus: Ein Musterhaushalt spart rund 160 Euro - trotz gestiegener Gas- und Ölkosten.
Mildes Wetter schont den Geldbeutel: Obwohl die Gas- und Ölpreise weiter steigen, können sich viele Verbraucher derzeit über sinkende Heizkosten freuen. Hintergrund sind das überdurchschnittlich warme Frühjahr und der milde Dezember 2011: Laut Deutschem Wetterdienst gehörte das vergangene Jahr zu den fünf wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881.
So sank der Energieverbrauch in Deutschland 2011 nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um knapp fünf Prozent. Die Wärmeenergie hat daran den größten Anteil: „Bereinigt um Temperatureffekte wäre der Energieverbrauch 2011 nur um ein Prozent gesunken“, sagt die Arbeitsgemeinschaft.
Nachfrage nach Gas und Öl stockte
Besonders stark stockte die Nachfrage nach Heizöl: Der Absatz an leichtem Heizöl lag 15 Prozent unter dem des Vorjahres, beim schweren Heizöl gab es ein Minus von drei Prozent. Der große Verlierer unter den Energieträgern ist aber das Erdgas. Laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen sank der Gasverbrauch 2011 um gut zehn Prozent, das Verbraucherportal Toptarif spricht für die privaten Haushalte sogar von 18,5 Prozent.
Diese Zahlen bestätigen auch die hiesigen Anbieter: So sank der Gasabsatz von DEW21 in Dortmund 2011 um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In rund 185 000 erdgasbeheizten Wohnungen bollerte die Heizung deutlich weniger als im kalten Jahr 2010. Die Stadtwerke Bochum haben noch mehr Absatz eingebüßt: Rund 85 000 Gaskunden haben 2010 noch gut 2,6 Milliarden Kilowattstunden abgenommen, 2011 waren es 20 Prozent weniger. Und auch die Stadtwerke Essen haben rund 15 Prozent weniger Gas verkauft als 2010. Damals verbrauchten die Kunden 3,3 Milliarden Kilowattstunden, im vergangenen Jahr waren es einige hundert Millionen weniger.
Bis zu 300 Euro sparen
Das wird sich auch bei den Jahresabrechnungen bemerkbar machen. Zumindest bei den Verbrauchern, bei denen die Zählerstände im Dezember und Januar abgelesen wurden. „Diese Kunden können berechtigte Hoffnungen haben, dass die Rechnung geringer ausfällt“, sagt Essens Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun. In Zahlen ausgedrückt: „Bedingt durch das warme Wetter sinkt die Gasrechnung eines durchschnittlichen Haushalts 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund 160 Euro“, sagt Daniel Dodt von Toptarif. Je nach Haushaltsgröße könne der Geldbeutel sogar um 200 bis 300 Euro geschont werden. Der bundesweite Spareffekt, den das Verbraucherportal Toptarif ausgerechnet hat, liegt durchschnittlich bei rund 15 Prozent.
Und das, obwohl die Gaspreise im Jahresverlauf – besonders zum Ende hin – kräftig gestiegen sind, laut Toptarif um durchschnittlich acht Prozent. Das Verbraucherportal Verivox spricht sogar von 11,5 Prozent. Und die Preisspirale nach oben kennt bisher keine Grenze: „Im Januar, Februar und März dieses Jahres erhöhen wieder 110 Gasanbieter die Preise um durchschnittlich 8,4 Prozent“, sagt Verivox-Sprecher Jürgen Scheurer.
Auch Toptarif-Sprecher Dodt stimmt die Verbraucher schon wieder auf schlechtere Zeiten ein: Die wetterbedingte Entlastung bei den Gastkosten stelle für das Gros der Verbraucher zwar eine erfreuliche Momentaufnahme dar. „Aber für 2012 drohen in vielen Regionen wieder größere Rechnungsbeträge, da der anhaltend hohe Ölpreis weitere Preissteigerungen beim Gas zur Folge haben wird.“ Auch DEW21-Sprecherin Katharina Messner-Schalk gibt zu bedenken: „Die Heizsaison ist noch nicht vorbei.“ Gerade der Februar sei für tiefe Temperaturen bekannt. Laut Wettervorhersage beginnt er kalt.

23:02
Eine bahnbrechende Meldung. Die Kausalität zwischen dem warmen Wetter und niedrigen Heizkosten soll mir mal einer erklären.
diese Kausalität ist bei mir ja gar nicht gegeben ;-)
21:32
mir egal. Ich heize bei offenem Fenster - zahlt das Amt.
20:14
Na da fallen die Gewinne der Energiekonzerne ja nicht so üppig aus, also werden sie erst recht die Peise anheben, da ja die Aktionäre zufriedengestellt werden müssen.
Welch eine Perversion des Marktes.
Die Privatisierungsorgien des Staates und der Kommunen müssen rückgängig gemacht werden