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Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten

11.11.2012 | 11:33 Uhr
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Der Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Deutschland.Foto: Thomas Goedde / WAZ FotoPool

München.  Wegen hoher Mieten sind am Wochenende tausende Menschen in deutschen Großstädten auf die Straße gegangen. Der Mieterbund appelliert an die Politik, sich des Themas noch vor der Bundestagswahl im kommenden Herbst anzunehmen. Sonst steuere man auf eine "mittlere Katastrophe" zu.

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Angesichts steigender Mieten und Energiepreise hat der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, vor dramatischen Zuständen auf dem Wohnungsmarkt gewarnt. Schon heute hätten viele Menschen "massive Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden", sagte Rips dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Sonntag. "Dieser Trend wird sich weiter verschärfen."

Rips zufolge steuern Groß- und Universitätsstädte, in denen es bereits jetzt an preiswerten Wohnungen fehle, "auf eine mittlere Katastrophe zu". Die Verteuerung der Wohnkosten treffe nicht nur Einkommensschwache, Rentner und Studenten. "Auch normal- und sogar viele gutverdienende Haushalte können das nötige Geld kaum noch aufbringen." Ein großes Problem sei die wachsende Altersarmut. "Wenn die Menschen künftig weniger Rente bekommen, aber immer höhere Wohnkosten zahlen müssen, dann ist das ein brandgefährlicher Zustand", sagte Rips. "Niemand sollte die soziale Sprengkraft unterschätzen".

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Tausende demonstrieren gegen hohe Mieten

An die Politiker appellierte der Mieterbund-Chef, schleunigst neue Wohnkonzepte zu entwickeln. "Schon bei der Bundestagswahl 2013 wird es - neben der Energiefrage - auf die Wohnungsfrage ankommen." Massive Kritik übte Rips an Verkäufen kommunaler Wohnungsbestände. "Immer mehr ausländische Investoren, die das schnelle Geld machen wollen, stürzen sich auf den deutschen Wohnungsmarkt." Dabei habe sich bereits gezeigt, welche Risiken ein Verkauf öffentlicher Wohnungen an Immobilienfirmen berge: Entweder vernachlässige der neue Eigentümer aus Kostengründen die Instandhaltung oder es gebe Luxussanierungen.

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Warschau, 10.09.12: In der polnischen Hauptstadt entsteht zurzeit das wohl schmalste Haus der Welt. An seiner engsten Stelle misst der Neubau lediglich 71 Zentimeter, an der breitesten ganze 1,20 Meter. Ende Oktober zieht der erste Mieter ein.

Aus Protest gegen hohe Mieten und die Verdrängung von Mietern aus ihren Stadtteilen gingen am Samstag mehrere tausend Menschen in drei Großstädten auf die Straße. In Hamburg demonstrierten nach Veranstalterangaben 4000 Menschen, in Berlin mehr als 1000. In Freiburg beteiligten sich 500 Demonstranten an den Protesten. (afp)

Kommentare
12.11.2012
09:45
@ meigustu | #8
von Partik | #9

Und was wäre dann Ihre Lösung der Misere?

Ich sehe da keine. Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass die beliebten Innenstädte der Boomstädte eine Erneuerung erfahren werden, also für Geringverdiener ausfallen.

Da wird nichts mehr sein mit sozialem Wohnungsbau, egal wie sehr man das auch fordert. Kein Eigentümer wird sein Millionen-Grundstück für ein paar Kröten der Stadt schenken, damit die da ein inselartiges Hartz 4 - Ghetto hochziehen kann.

Vor der Stadt wird sowas auch nicht mehr genehmigt, dafür sind die Erfahrungen mit sozial verkommenden Wohnsilos noch zu frisch.

Dazu kommt, dass die Städte anscheinend immer mehr Wohnraum für die Verteilung von Asylanten usw. brauchen. Und bevor sie die in Hotels unterbringen, wird dafür bestimmt erst der städtische Sozialwohnraum genutzt, fällt also auch für Geringverdiener ohne Lobby, und ohne gesetzlichen Wohnanspruch aus.

Die Verdrängung der Billigmieter aus den Großstädten wird nicht mehr aufzuhalten sein, steht zu vermuten.

12.11.2012
07:58
Sehr naive Theorie #7
von meigustu | #8

Die Neubauten die da angemahnt werden, liegen auch im sozialen Wohnungsbau preislich jenseits von allem was gerade die Menschen mit kleinem Einkommen bezahlen können. Sie werden auch nicht die Mieten in den nachrfragestarken Vierteln senken, wo die manchmal baufälligen Häuser saniert werden und dann natürlich den gleichen Mietlevel haben wie Neubauten.

Angesichts der schrumpfenden Städte wäre es gerade im Ruhrgebiet Gift, staatlich subventionierten Wohnraum zu schaffen. Wer soll soll denn diese Subventionen zahlen, wenn die Bürger immer wieder Politiker aufs Tablett hieven, die meinen mit sparen sein eine bessere Versorgung der Bürger ohne Macht zu erreichen ?

1 Antwort
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von Juelicher | #8-1

Teilweise scheinen Sie sich auf den Antworter bzgl. meines Kommentars, nämlich #7-1 bezogen zu haben.
Auf Wohnungsmangel jedenfalls können Sie logischerweise nur mit Neubauten reagieren, die mittelfristig für Druckverlust auf dem Markt sorgen. Genau so wurde in den Neunzigern die damalige Wohnungsnot überwunden.
Zum Ruhrgebiet habe ich nichts anderes geschrieben als Sie.

11.11.2012
21:02
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von Juelicher | #7

Im strukturschwachen, schwindsüchtigen Ruhrgebiet sind nennenswerte Mietsteigerungen allenfalls in wenigen kleinen Quartieren der Fall. Die vielen einkommensschwachen Menschen in unserer Region können darüber froh sein, dass sie hier keine Situation wie in den Boomstädten (München, Hamburg, Berlin, Köln etc.) oder den wachsenden Unistädten (Freiburg, Münster etc.) vorfinden. Schlecht informierte Zeitgenossen dürfte es aber sehr verunsichern, wenn sie ohne nähere Hintergrundinfos immer wieder derartige reißerischen Schlagzeilen lesen müssen.
In den betroffenen Städten ist die Situation allerdings oft katastrophal. Hier müsste dringend erheblicher neuer Wohnraum entstehen, um wenigstens den allgemeinen Anstieg zu bremsen. Ein Problem ist aber, dass oft der Raum fehlt, um überhaupt ausreichend neue Wohnungen zu erstellen. Offenbar war die Investition in neuen Wohnraum in der Vergangenheit nicht allzu attraktiv, weil der umfangreiche Mieterschutz in Deutschland als starke Bremse wirkt.

2 Antworten
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von kadiya26 | #7-1

Eben deshalb sollten die Gemeinden und Städte mehr als Bauherren und Vermieter auf den Plan treten. Studenten, junge Familien und Rentner brauchen keine Luxuswohnungen sondern bezahlbaren Wohnraum. Der Platz ist da, gerade im Ruhrgebiet!

Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von Juelicher | #7-2

@kadiya
Wie sollen hoch überschuldete Kommunen als Bauherr u. Vermieter von Miethäusern auftreten? Staat als Bauherr - dann sehen die Häuser nach ein paar Jahren wie in der DDR aus! Siehe nur Zustand der Straßen und öffentlichen Gebäude! Wo wollen Sie in München oder Köln noch nennenswerte Bauplätze finden?
Im Ruhrgebiet ist Neubau weitgehend überflüssig, da alle Städte aufgrund von permanenten Bevölkerungsschwund erhebliche Leerstände aufweisen. Hier steigen die Mieten auch nur minimal.
Was stellen Sie sich denn unter bezahlbaren Neubauten für Rentner etc. vor. Unter 7 Euro bekommen sie das ohne massive Subventionen jedenfalls nicht hin. Das Leben ist doch kein "Wünsch Dir was" für sozial Schwächere!

11.11.2012
17:18
Mit 3,50 € Miete kann man kein Haus in Schuss halten.
von meigustu | #6

Ein Handwerker gibt keinen Rabatt wenn man ihn volljunzt das die Mieter kein Geld haben.

3 Antworten
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von bernd-der-baer | #6-1

Die meisten Handwerker werden von großkotzigen Vermietern ja auch nicht mehr bezahlt und gehen in die Pleite.

Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von kadiya26 | #6-2

Richtig Bernd!
Aber das nicht die "normalen" Vermieter eines Wohnhauses sondern die Investitionshaie und sog. "Anleger", die ganze Häuderriehen günstig aufkaufen und dann sanieren lassen (gerne OHNE zu bezahlen) und dann für sehr teuer Geld an Emporkömmlinge verkaufen.

Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von Ergonomy | #6-3

"Die meisten Handwerker werden von großkotzigen Vermietern ja auch nicht mehr bezahlt und gehen in die Pleite."

Selten so einen Schwachsinn gelesen.

11.11.2012
15:11
Griechenlands Eigentümer haben sich eben verkalkuliert.
von Partik | #5

Und ein Menschenrecht auf bezahlbaren Wohnraum - wer soll das finanzieren? Irgendwann ist auch mal gut mit den Forderungen von Geringverdienern auf Kosten der Allgemeinheit.

Wer sich keine neue oder ordentlich sanierte Wohnung im Szeneviertel der so und so schon teuren Großstadt leisten kann, der muss eben in kleinere Städte oder in den Wohnsilo ziehen.

Für ein paar Euro Miete in der leckeren Altbauwohnung wohnen, ein paar Minuten mit der U-Bahn zur (sofern vorhandenen) Arbeit oder Uni, und um die Ecke das tolle Kneipenviertel - das können sich die bisherigen Mieter der in die Jahre gekommenden Häuser halt bald abschminken.

Billiger Wohnraum ist eben eher das Wohnsilo in der Vorstadt. Klar, da will natürlich keiner hin, der seine Altbauwohnung in der Innenstadt gewohnt ist, aber die Innenstädte werden eben mittlerweile alle saniert.

Ist aber auch ok, diese abgeranzten, beschmierten Innenstadt-Altimmobilien mit Kohleofen und Schimmelkeller, sind ja auch nicht gerade eine Zierde.

1 Antwort
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von bernd-der-baer | #5-1

Selten so einen Schwachsinn gelesen.

11.11.2012
13:51
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von PaulKersey | #4

Was heißt denn hier teuere Mieten genau?
Leider sind keine Zahlen genannt worden.

Wenn ich dagegen sehe, was Mieter heute so alles in einer nicht luxusmodernisierten sondern dem normalen bezahlbaren Standard als Ausstattungsmerkmal verlangen wird mir schwindelig.
Dann sollen die, die jetzt jammern mal selber bauen. Die werden dann erschrocken sein, was das heute alles so kostet.
Durch Medien, insbesondere Fernsehsendungen werden doch Begehrlichkeiten geweckt, die dann plötzlich auch bezahlt werden müssen.
Dafür sind dann aber auch kalt min. 7,50 bis 8 € je m2 erforderlich.
Vermieter, insbesondere die kleinen Familien mit bis zu haben Wohnungen in erschiedenen Objekten haben doch ein Anspruch auf angemessene verzinsung des eingesetzten Kapitals oder glaubt da einer noch an den barherzigen Samariter der für Nöppes Wohnraum anbietet.

Schrottwohnungen sind hier ganz klar ausgenommen.

11.11.2012
12:54
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von darabu | #3

ich denke, daß bezahlbarer Wohnraum ein Menschenrecht sein muß. Wie fatal es sein kann sehen wir in den von der Krise arg gebeutelten südeuropäischen Ländern. Dort müssen 100tsde ihre Wohnungen räumen, weil sie arbeitslos geworden sind und die Kredite nicht mehr bedienen können. Diese Entwicklung wird uns zeitverzögert ebenfalls erreichen, die Politiker sind hier aufgerufen rasche Lösungen zu finden und umzusetzen, sonst..............

11.11.2012
12:29
unrealistische Forderungen
von Partik | #2

Billigen Wohnraum findet man eben nur noch in unattraktiven Städten oder Landesteilen, in alten Häusern, oder in Häusern mit von vornherein niedriger Komfortausstattung.

Der Frust ist sicher verständlich, aber die beliebten Großstädte mit reichlich Szenevierteln, top ÖPNV, und kurzen Wegen, unterliegen halt momentan einer Erneuerung und verstärkten Beachtung von Gutverdienern.

Die alten Schrottimmobilien, die in den letzten Jahren halt gerne von Billigmietern bewohnt wurden, sind eben langsam nicht mehr lohnenswert. Da wollte ja auch kein Gutverdiener wohnen. Jetzt wollen die auch gerne in Innenstädten wohnen, und danach richtet sich der Markt.

Die billige Altbauwohnung mit Nachkriegs-Ausstattung im Szeneviertel ist eben langsam Geschichte, was aber bei der zunehmenden Innenstadt-Bevorzugung auch zu erwarten war.

Die kommunale Subvention von billigem Großstadt-Wohnraum ist eben nicht mehr zu bezahlen. Da bleibt für Geringverdiener eben nur die Landflucht.

11.11.2012
12:06
Mieterbund warnt vor steigenden Mieten in Großstädten
von xxyz | #1

Es gibt auch noch genügend Städte, die massive Leerstände haben.

Da muß man gar nicht in den Osten fahren. Es macht doch keinen Sinn auf der einen SEite den Rückba und auf der anderen Seite den Neu zu fördern. Wenn Städte zu teuer werden, werden sie unattraktiv.

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