„Mein Vater war eine ganz große prägende Figur“

Sie fühlen sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Geht das in der rauen Wirtschaftswelt überhaupt?

Das Unternehmen muss den Menschen dienen. Dieser Satz gilt. Für die tägliche Arbeit hat das viele Facetten. Es geht um Wertschätzung und Respekt für die Mitarbeiter, auch um Freiraum, damit die Beschäftigten eigene Entscheidungen treffen können. Wir helfen auch Mitarbeitern, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell und unbürokratisch. Dafür gibt es eine Unterstützungskasse, die der Betriebsrat verwaltet. Richtig ist aber auch, dass bei uns hart und viel gearbeitet wird. Sonst würde sich der Erfolg auch nicht einstellen.

Ihr Vater Heinz-Horst Deichmann ist im vergangenen Oktober gestorben. Was hat sich durch seinen Tod im Unternehmen verändert?

Er fehlt uns allen. Mein Vater war eine ganz große prägende Figur, und er hatte ein großes Herz für die Mitarbeiter. Unsere Aufgabe ist es, das Unternehmen in seinem Sinne weiterzuführen.

Ihr Vater hat früh den Generationswechsel im Unternehmen auf den Weg gebracht. Schon 1999 sind Sie Vorsitzender der Geschäftsführung der Deichmann-Gruppe geworden. Wollen Sie einmal ähnlich handeln, um die Firmenführung in die Hand Ihrer Kinder zu legen?

Ich habe großen Respekt davor, wie mein Vater mit dem Thema Generationswechsel umgegangen ist. Sich Stück für Stück zurückzuziehen ist für einen Vollblutunternehmer nicht leicht. Das hat er großartig gemeistert. Es ging ihm immer um das Wohl des Unternehmens. Mein Ziel ist es ebenfalls, das Unternehmen ohne externe Geldgeber in die nächste Generation zu führen.