Das aktuelle Wetter NRW 2°C
Stuttgart 21

Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt

11.12.2012 | 15:22 Uhr
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
Das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ wird nach Angaben aus Regierungskreisen mindestens 1,3 Milliarden Euro teurer als bisher geplant.

Berlin.  Mindestens 1,3 Milliarden Euro wird das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ nach Angaben aus Regierungskreisen teurer. Veranschlagt waren rund 4,5 Milliarden Euro. Noch bevor die Zahlen offiziell auf dem Tisch liegen, ist ein Streit über die Aufteilung von Mehrkosten entbrannt.

Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wird nach Angaben aus Regierungskreisen mindestens 1,3 Milliarden Euro teurer. Diese Zahl gehe aus Berechnungen von neuen Studien hervor, bestätigten zwei mit den Unterlagen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Deutsche-Bahn-Vorstand will die Zahlen am Mittwoch dem Aufsichtsrat des Staatsunternehmens vorstellen.

In Regierungskreisen war von weiteren Risiken für das Projekt die Rede, das bisher mit rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt wurde. Diese könnten sich dann auf Mehrkosten von zwei Milliarden Euro summieren. Weder die Bahn noch das Verkehrsministerium wollte sich dazu äußern.

Bahn hält am Projekt „Stuttgart 21“ fest

Trotz der erwarteten Kostenexplosion hält die Bahn am umstrittenen Bahnhofsbauprojekt Stuttgart 21 fest. „Wir stehen zu ‘Stuttgart 21’, wir werden diesen Bahnhof bauen“, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein Ausstieg sei schon rechtlich nicht möglich.

Meldung vom 23.3.2012
Stuttgart 21 wird später fertig und teurer als geplant

Die Bahn hat angekündigt, dass das umstrittene Projekt 4,3 Milliarden statt 4,1 Milliarden Euro kosten wird. Baden-Württembergs Ministerpräsident betont: Bei 4,5 Milliarden ist Schluss. Gestritten wird zudem um die Ausgaben für die Ergebnisse des Schlichtungsprozesses.

Noch bevor die Zahlen offiziell auf dem Tisch liegen, ist ein Streit über die Aufteilung von Mehrkosten entbrannt. Das grün-rot regierte Land Baden-Württemberg lehnt es strikt ab, mehr als die bisher auf es entfallenden 930 Millionen Euro zu zahlen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht allein die Bahn in der Pflicht. „Die Bahn trägt als Bauherrin die unternehmerische Verantwortung und das Risiko“, bekräftigte er am Dienstag in Stuttgart. „Und die Bahn weiß das nicht seit heute“, fügte er unter Verweis auf einen Kabinettsbeschluss vom September 2011 hinzu. Das Land steuert zu den S-21-Gesamtkosten von maximal 4,5 Milliarden Euro 930 Millionen Euro bei.

Grube räumte zwar ein, dass die Bahn zum Teil selbst die höheren Kosten verursachte. „Auch wir als Bauherr haben Fehler gemacht“, sagte er der Zeitung. Doch machte er dafür außerdem die Projektpartner mit ihren zusätzlichen Wünschen und die massiven Proteste der Bevölkerung verantwortlich, die zu kostspieligen Verzögerungen führten. Neben dem Bund und dem Land sind auch die Stadt, die Region und der Flughafen Stuttgart an dem Vorhaben beteiligt. Die neuen Kostenschätzungen sind Ergebnis einer Chancen-Risiko-Analyse. Den darin genannten Kostenpunkten stehen Bahnkreisen zufolge auch Einsparmöglichkeiten gegenüber.

Baden-Württemberger stimmten für das Bahnprojekt

Das Bauprojekt erhitzt seit Jahren die Gemüter in der baden-württembergischen Landeshauptstadt und katapultierte im Frühjahr vergangenen Jahres die Grünen an die Spitze der Regierung. Ende 2011 gab die baden-württembergischen Bevölkerung dem Projekt in einer Volksabstimmung mehrheitlich ihren Segen.

Der Umbau des Bahnhofs, die kilometerlangen Tunnel unter der Innenstadt und die Anbindung Stuttgarts an die ICE-Strecke nach Ulm werden nach derzeitigen Planungen nicht vor Ende 2021 in Betrieb gehen.

Grube erklärte in dem Zeitungsinterview weiter, die steigenden Kosten für das Großprojekt verhagelten die Bilanz der Bahn in den kommenden Jahren nicht. „Die zusätzlichen Belastungen verteilen sich ja über viele Jahre.“ (rtr/dpa)



Kommentare
13.12.2012
17:51
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von haberkamp | #20

Es ist unfassbar, hier werden Milliarden verschleudert, unzählige marode Bahnhöfe überall im Land; und Bahnpreiserhöhungen waren wieder einmal unumgänglich. Ganz Deutschland müsste S 21-Demos durchführen

12.12.2012
13:11
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von berni44 | #19

Wer beruflich mit Ausschreibungen der öffentlichen Hand zu tun hatte, weiss welchen Quatsch diese Leute ausschreiben. Oft ist eine Lösung dadurch nicht möglich.
Es ist dann so, dass praktisch keine Ausschreibung vorhanden ist.
Wenn man den Auftrag haben will, muss aber so angeboten werden. Der billigste und nicht der preiswerteste Anbieter bekommt den Auftrag.
Hier wird nun während der Arbeiten durch Nachträge und ausserplanmässige Aufträge ,
erst eine Lösung des ursprünglichen Auftrages möglich.
Bei Milliardenprojekten ist das ganz normal. Eine Übersicht der vielen hunderte Gewerke ist nicht möglich.
Nach dem welt weiten Korruptiomsbericht, ist meines Erachtens , auch hier Korruption im Spiel.
Ich möchte nicht wissen, wieviel PKWs oder auch ganze Einfamilienhäuser dort so nebenbei abfallen.

12.12.2012
12:18
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von fj39 | #18

und dann fehlt das Geld für dringend erkannte Erneuerungen z. B. hier in NRW.

12.12.2012
10:21
S21-Kostendesaster
von gawain2410 | #17

Was im BAHN-Kostenwahn fehlt sind Bilder + Vergleiche (die Menschen haben keine Vorstellungen, was 6 Milliarden eigentlich sind):
Der Hbf Berlin sollte 600 Mio € kosten und ist bei 1,2 Mrd. gelandet (mit Abspecken am Projekt).
In der Ländle-Provinz soll nun mindestens das 5-fache verbuddelt werden.

Die Bahn hat bundesweit 5.400 Bahnhöfe und Haltestellen. Jeder könnte mit den S21-Milliarden mit 1.000.000 € instand gesetzt werden und es wäre immer noch eine Menge übrig. Da hätten ALLE Bahnfahrer was davon !

PS: S21 war mal mit 2,5 Mrd. € geplant. 6 Mrd. € sind also 3,5 Mrd. € Mehrkosten (= fast 150% Steigerung) !

11.12.2012
20:09
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von GregoryHouse | #16

Was? Das wird noch teurer? Nicht zu fassen! LOL

11.12.2012
20:00
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von Optio | #15

Wenn es nach den Besserwissen gehen würde würden wir heute noch mit der Postkutsche fahren.

Was haben die Juchtenkäfer gekostet?

5 Antworten
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von GregoryHouse | #15-1

Das verstehe ich nicht.Worin besteht denn der Fortschritt bei dem Projekt?

Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von Optio | #15-2

Bei der Einfahrt in den Stuttgarter HBF entgleisen keine Züge mehr. Auch kommt es nicht zu Zugkreuzungen mit ein- und ausfahrenden Zügen. Es entsteht mehr oberirdische Freifläche.

Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von peerkeinstueck | #15-3

Nach welchem physikalischen Gesetz entgleisen Züge oberirdisch, unterirdisch aber nicht?

Und das Problem mit ein. und ausfahrenden Zügen hat man bisher doch auch gelöst.

Bleibt als Fortschritt "mehr oberirdische Freifläche." Fläche, die mit irgendetwas zugebaut werden wird. Dann stehen da Bürohäuser oder vielleicht ein Einkaufszentrum.
Wahnsinnsfortschritt. So etwas hatten wir bisher noch nicht.

Dafür lohnen sich 6 Mrd allemal.

Optio ist Grundstücksmakler oder Tunnelbauer in Stuttgart
von meigustu | #15-4

für die ist S21 ein gewaltiger Fortschritt - bei der Erreichung des persönlichen Lebens-Zieleinkommen.

Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von GregoryHouse | #15-5

@meigustu

Sie haben die Banken als Finanzierer vergessen...DIE sind immer dabei.

11.12.2012
19:39
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von tomatenkiller_neo | #14

Teurer, geringere Leistung, gefährlicher - welcher Vollpfosten wollte sich hier eigentlich ein Denkmal setzen ??

1 Antwort
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von GregoryHouse | #14-1

Banken und Grundstückshaie. Und politische Erfüllungsgehilfen finden sich immer.

11.12.2012
18:23
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von mc3hammer | #13

Hätte man nicht jahrelang Parlamente und Bürger über die Höhe der tatsächlichen Kosten grotesk belogen, dann hätte es auch niemals eine Zustimmung zu diesem Schwachsinn gegeben. Alles andere ist jetzt nachträglich nur noch die übliche Augenwischerei. Aber bestimmt wird man wieder irgend einen "Konsens" finden - bis zur nächsten Hiobsbotschaft.

11.12.2012
18:05
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von peerkeinstueck | #12

Im Grunde handelt es sich bei solchen Großprojekten nicht um "Mehrkosten", sondern um eine Anpassung an realistische Zahlen.

Bei solchen Projekten werden die Kosten immer heruntergerechnet, um sie politisch durchzubringen. Für 6 - 8 Mrd hätte S21 nie eine Chance gehabt. Also setzt man alles niedriger an un spielt nachher den Überraschten.

11.12.2012
17:51
Mehrkosten für Stuttgart 21 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt
von kuhermi | #11

Bis 2021 mindestens 10-12 Milliarden!!!!!!!!!

Aus dem Ressort
Umweltministerin Hendricks plant den Einstieg ins Fracking
Fracking
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erlaubt die umstrittene Gas-Fördermethode. Es ist ein Ja-Aber-Gesetz mit strengen Auflagen. Eine entscheidende Rolle soll ein Experten-Gremium übernehmen.
Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger formuliert ehrgeizige Ziele
Thyssen-Krupp
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger ruft ehrgeizige Ziele für den Essener Industriekonzern aus. Er will mit Thyssen-Krupp „mindestens“ einen Jahresgewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von zwei Milliarden Euro erreichen. Offen lässt Hiesinger aber, wann die Erwartungen erfüllt werden sollen.
Zinsen zu gut – LBS in NRW will Tausenden Kunden kündigen
Bausparen
Nicht jeder Bausparer will den Traum einer eigene Immobilie verwirklichen. Manche sind vor allem an guten Zinsen für ihr Erspartes interessiert. Einige Bausparkassen mögen das nicht länger dulden. Die LBS West etwa droht jetzt mehreren Tausend Kunden in NRW, ihnen die Bausparverträge zu kündigen.
89 Burger-King-Filialen geht nach Kündigung bald Ware aus
Burger King
Nach der fristlosen Kündigung gegen die Firma Yi-Ko Holding, sind deren 89 Burger-King-Filialen vorerst weiter geöffnet. Aber: In Kürze droht der Nachschub auszugehen. Yi-Ko will sich gerichtlich gegen die Schließung der Schnellrestaurants wehren. Auch eine Schadenersatzklage steht im Raum.
Bahn sieht Tarifrunde am Freitag als "wichtigen Einstieg"
Tarifstreit
Neues Spiel, neues Glück? Im Tarifstreit bei der Bahn wird zwei Wochen nach dem jüngsten Lokführerstreik wieder verhandelt. Einiges hängt von den neuen Angeboten ab, die die Bahn angekündigt hat. Aber eine Einigung wird am Wochenende noch nicht erwartet.
Umfrage
30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

 
Fotos und Videos