Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Ruhrgebiet

Mehrheit für neue Olympia-Bewerbung

Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
Die Ruhrgebietler verlassen häufig den Pott.Foto: Felix Heyder

Als eine Klammer für das Ruhrgebiet sehen die Bürger allerdings Großveranstaltungen wie die ­Kulturhauptstadt Ruhr 2010. ­Etwas mehr als die Hälfte der von Forsa Befragten ist der Meinung, dass Mega-Events dem gesamten Revier nutzen. Etwas weniger als die Hälfte erklärten, nur einzelne Städte hätten davon profitiert.

Kommentar
Der Ruhrpott kennt keine Grenzen

Wirklich überraschend ist es nicht, dass die Ruhrgebietler ein mobiles Völkchen sind und sich mit ihren Nachbarn gut verstehen. Mal abgehen von den Ostwestfalen. Das Revier steht für Weltoffenheit und Toleranz. Dass dem Ruhri die Menschen von der Rheinschiene am meisten liegen, hat sicherlich...

Bei der Frage, ob sich die Region erneut um die Ausrichtung der Olympischen Spiele bewerben soll, ist das Bild eindeutiger: 60 Prozent sind dafür, 38 Prozent dagegen. Bei den 18- bis 44-Jährigen liegt die ­Zustimmung sogar bei 71 Prozent.

45 Prozent kennen den Initiativkreis Ruhr

Unter den Ruhrgebiets-Institutionen sind die beiden Landschaftsverbände und der Regionalverband Ruhr die bekanntesten. Den Initiativkreis Ruhr kennen ­indes nur 45 Prozent der Befragten. Insbesondere unter den ­jungen Ruhrgebietlern hat sich die Existenz des IR noch nicht herumgesprochen. Allerdings sind 74 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass das Ruhrgebiet vom Initiativkreis profitiert.

Bei den Selbstständigen, die am ehesten eine Affinität zu dem Unternehmens-Netzwerk haben, hapert es jedoch: Nur 60 Prozent von ihnen sind davon überzeugt, dass der IR dem Ruhrgebiet nutzt.

Arbeitslosigkeit größtes Problem

Forsa fragte auch nach den ­größten Problemen im Ruhrgebiet: 53 Prozent nannten die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Erwerbs­losigkeit ist damit mit weitem ­Abstand die größte Sorge.

Forsa-umfrage
Merkel und Steinbrück im Revier gleichauf

Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück liegen bei der Beliebtheit im Ruhrgebiet gleichauf. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Initiativkreises Ruhr gaben jeweils 41 Prozent der Befragten an, dass sie bei einer Direktwahl für Merkel bzw. Steinbrück stimmen würden.

Auf Platz zwei mit gerade einmal 13 Prozent folgt die Finanznot der Städte. Armut und soziales Gefälle bezeichnen nur vier Prozent als das größte Problem.

Bei den Defiziten der Infrastruktur brennen den Ruhris der ­Zustand der Straßen und fehlende Straßenverbindungen am heftigsten auf den Nägeln. 51 Prozent der Ruhrgebietsbürger befürchten, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern werde.

Frank Meßing

  1. Seite 1: Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
    Seite 2: Mehrheit für neue Olympia-Bewerbung

1 | 2

Facebook
Kommentare
17.10.2012
11:03
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von tegtmeier | #5

Et gippt ga kein Revier, weil zwei Drittel vonne Leute in 3 Jahre 4 ma auf Reisen warn. Un meine Nachbarn wohn nich nebenan, sondern im Sauerland oder in Höxter. Herr, schmeiß Hirn!

17.10.2012
10:51
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von hapeer | #4

Nun ja, Herr Hombach, man mag sich hier im Ruhrgebiet ja durchaus wohlfühlen.
Aber ob man obendrein "stolz" auf sein Umfeld sein kann/soll? Hmmm ...

17.10.2012
00:24
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von dfr | #3

"Zwei Drittel haben in den letzten drei Jahren das Revier öfter als viermal verlassen. "

Wenn das schon als "mobil" gilt, was ist dann "immobil"? Wer innerhalb von 3 Jahren satte viermal die 20 km bis ins Münsterland gewagt hat muss ja schon geradezu reisewütig sein...

Mehr als ein verwirrtes Kopfschütteln bleibt mir da nicht ;-)

1 Antwort
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von vaikl2 | #3-1

Bei mir wars kein Kopfschütteln, sondern heftiges Schenkelklopfen vor Lachen;-)

Hat das Ruhrgebiet etwa die Mauerreste günstig ersteigert und drumrum aufgebaut? Wo gibt es eigentlich die Visa zum "Verlassen" Richtung Sauerland? Sind die Grenzer Ex-Bergleute? Bekommen die Auswanderer bei ihrer Rückkehr medizinisch-psychologische Ersthilfe? Weiß der MAD und der BND schon davon?

Fragen über Fragen... ein Teufelskreis.

16.10.2012
23:53
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von Hugo60 | #2

Ist doch nicht verwunderlich, dass man dieser hässlichen Gegend ab und zu mal entfliehen möchte.
Und um etwas Kulturelles zu erleben, muss man die Region verlassen, entgegen der medial verbreiteten Lüge, heir sei kulturell und sowieso immer so viel los.
Ich empfehle Duisburg, damit man nachvollziehen kann, warum man oft mal eben weg will oder muss.

16.10.2012
22:09
Revier-Bürger sind mobil und mögen ihre Nachbarn
von Erbaermlich | #1

Meine Nachbarn sind Nasen. Und ich mag die nicht.

Umfrage
Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

 
Aus dem Ressort
Praktikum kostet junge Oberhausenerin das Arbeitslosengeld
Soziales
Die Oberhausenerin Sabine M. ist auf Jobsuche. Die Zeit bis zur Einstellung nutzt sie und macht ein Praktikum. Obwohl es unbezahlt ist, wird ihr das Arbeitslosengeld gestrichen - zu Recht, sagt die Agentur für Arbeit. "Eigeninitiative ist wohl nicht erwünscht", bilanziert die junge Frau bitter.
Patrick Pouyanné wird neuer Konzernchef des Öl-Riesen Total
Nachfolger
Nach dem Unfalltod des Total-Direktors Christophe de Margerie setzt der französische Ölkonzern erst einmal auf ein Führungstandem. An die Spitze rückt Raffinerie-Direktor Patrick Pouyanné. Bis Ende 2015 steht ihm Ex-Chef Thierry Desmarest als Vorsitzender des Verwaltungsrats zur Seite.
Google kauft für 542 Millionen ein Startup - und eine Vision
Investitionen
Der Internet-Riese investiert eine Rekordsumme für ein Unternehmen, das bisher im wesentlichen eine Vision zu bieten hat. Magic Leap arbeitet an einer Brille, die dem Betrachter den Eindruck vermittelt, mitten drin im Gesehenen zu sein.
Bilanz zum Gelsenkirchener Qualifizierungsprojekt „Emila“
Arbeitsmarkt
Über 600 Migrantinnen nahmen zwischen 2012 und 2014 am beruflichen Qualifizierungsprojekt „Emilia“ teil. Die europäischen Fördermittel für das Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid laufen aus. Verantwortliche und Teilnehmer zogen nun Bilanz.
Bayer Leverkusen muss 16 Millionen Euro zurückzahlen
Teldafax
Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen steht eine mächtige Rechnung ins Haus: Der Verein muss 16 Millionen Euro an Sponsorengeldern zurückzahlen. Das Geld stammt von Teldafax und fließt jetzt, nach der Pleite des Billigstromanbieters, an die Gläubiger zurück.