Materna zieht sich aus Firmenleitung zurück

Dortmund..  Bei der Gründung des Unternehmens waren Computer üblicherweise schrankgroß, im Ruhrgebiet prägten qualmende Fabrikschlote das Landschaftsbild und Informatik-Tüftler gingen ihrem Geschäft gewöhnlich in Garagen oder dem heimischen Wohnzimmer nach. Heute gehört die Materna GmbH in Dortmund zu Deutschlands führenden mittelständischen Software-Häusern mit rund 1500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von knapp 160 Millionen Euro.

1980 hoben Winfried Materna und sein Partner Helmut an de Meulen das Unternehmen als Zwei-Mann-Betrieb aus der Taufe. Jetzt, 35 Jahre später, ziehen sich die beiden Software-Pioniere aus der Firmenleitung zurück und wechseln am 1. April in den Beirat des weiterhin familiengeführten IT-Dienstleisters. Neuer Chef der Materna GmbH wird Helmut Binder, der vom Branchen-Riesen Rittal in Herborn kommt. Materna-Finanzvorstand bleibt Ralph Hartwig.

Mit den Produkten der Dortmunder Software-Schmiede kommen täglich Millionen Menschen in Kontakt, ohne es zu wissen. Materna gilt als einer der führenden Full-Service-Anbieter für IT-Dienstleistungen in Deutschland und Europa. Zielgruppen sind IT-Organisationen sowie Fachabteilungen in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung. Zu den Kunden gehört das Who-is-Who der deutschen Wirtschaft und Verwaltung. Materna-Software läuft unter anderem in den Rechenzentren großer Banken, in diversen Bundesbehörden wie der Agentur für Arbeit, sie steuert die Webseiten Berliner Bundesministerien und stellt IT-Vernetzungen bei großen Konzernen wie der Lufthansa, DHL und der Telekom her.

Der Name Materna steht auch für den Wandel des Ruhrgebiets von der Montanregion zum forschungsbasierten Hightech-Standort. Winfried Materna (70) und Helmut an de Meulen (64) lernten sich bei Forschungstätigkeiten am Informatik-Studiengang der Dortmunder Universität kennen. Beide setzten sich stets auch für die Belange der Region ein. Materna war acht Jahre lang Präsident der Industrie- und Handelskammer Dortmund und engagierte sich als Co-Moderator im Initiativkreis Ruhr. An de Meulen ist Vorsitzender des Vereins Pro Ruhrgebiet. Lange Zeit hatte die Materna GmbH Personalsorgen. Zeitweise blieben bis zu 200 IT-Stellen unbesetzt. Geeignete Kandidaten waren Mangelware. Inzwischen habe sich die Lage entspannt, hieß es gestern aus dem Unternehmen.

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