MAN hält Talsohle für durchschritten
15.02.2010 | 16:18 Uhr 2010-02-15T16:18:00+0100
München.Aufwärtstrend bei MAN: Der Nutz- und Maschinenhersteller erhielt im Januar mehr Neuaufträge als noch einen Monat zuvor. 2009 war das Unternehmen durch die Wirtschaftskrise, Abschreibungen und die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre in die roten Zahlen gerutscht.
Der Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller MAN sieht nach Millionenverlusten im Jahr 2009 die Talsohle durchschritten. Im Januar habe der DAX-Konzern wieder mehr Neuaufträge erhalten als einen Monat zuvor, sagte der neue Vorstandssprecher, Georg Pachta-Reyhofen, am Montag bei der Vorlage der Bilanz in München. Damit setze sich der Trend aus dem Schlussquartal fort.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete MAN zwar in seinem Kerngeschäft mit Lkw, Bussen, Dieselmotoren und Turbomaschinen trotz der Wirtschaftskrise einen Gewinn. Doch hohe Abschreibungen auf die Beteiligung am schwedischen Lkw-Bauer Scania sowie Millionenkosten für die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre bescherten dem Konzern unter dem Strich einen Verlust von 258 Millionen Euro. 2008 hatte der Konzern einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der operative Gewinn fiel von 1,7 Milliarden auf 504 Millionen Euro.“MAN hat es auch 2009 geschafft, im operativen Geschäft einen deutlichen Gewinn zu erzielen. Das ist in diesem weltwirtschaftlichen Ausnahmejahr ein bemerkenswerter Erfolg und zeigt die nachhaltige Stärke unserer Gruppe“, sagte Pachta-Reyhofen.
Unternehmen will sparen
Wie der Konzern weiter mitteilte, ließ der massive Nachfragerückgang vor allem im Transportsektor den Umsatz um 20 Prozent auf 12,0 Milliarden Euro sinken. Damit lägen die Erlöse aber „noch immer auf einem guten Niveau“.Der Auftragseingang sank gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro, wie MAN weiter mitteilte. Der Marktrückgang habe sich gleichermaßen im In- wie im Ausland gezeigt. Rückläufige Orders habe es vor allem bei MAN Nutzfahrzeuge mit minus 43 Prozent und dabei besonders bei schweren Lkw gegeben. Im Jahresverlauf habe sich das Geschäft jedoch auf niedrigem Niveau stabilisiert.
Im laufenden Jahr will MAN ungeachtet der anhaltenden Schwierigkeiten der Branche mindestens genauso viel Betriebsgewinn einfahren wie im Vorjahr. Dabei will das Unternehmen erneut auf die Kostenbremse treten. Die Einsparungen sollen insgesamt in etwa so hoch sein wie im vergangenen Jahr, sagte Pachta-Reyhofen. 2009 hatte MAN die Kosten um 700 Millionen Euro gesenkt. Rund die Hälfte davon sei nachhaltig, sagte Pachta-Reyhofen. Hinzu kämen 180 Millionen Euro Einsparungen durch die Kurzarbeit, die auch in diesem Jahr voll zum Tragen komme.An der Börse wurden die Zahlen positiv bewertet. Die Aktie stieg bis zum Mittag überdurchschnittlich um 1,6 Prozent auf 50,88 Euro.
Mit dem erwarteten Zusammengehen mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania unter der Führung von Volkswagen hat MAN keine Eile. „Scania hat für uns keine Priorität“, sagte Pachta-Reyhofen. „Wir sind jedoch nach wie vor offen für Kooperationen“, ergänzte er. Er sehe nach wie vor die Vorteile, etwa bei der Entwicklung neuer Abgastechnologien. (ddp)

18:12
Die Botschaft hör ich wohl ,allein mir fehlt der Glaube.
Mich würden mal in diesem Zusammenhang Fundamental-Indizes interessieren,die aussagen wie sich das Transport-Volumen in unserer Volkswirtschaft derzeit entwickelt.
Daraus könnte man rückschließen ,ob die Wirtschaft tatsächlich mehr Transport-Kapazitäten benötigt -also auch mehr LKW-jenseits der Ersatzbeschaffung hinaus!