Madfeld macht es vor: Jetzt hackt’s

Brilon..  Jetzt hackt’s. Keine Sorge, kein Wutausbruch. Wer in diesen Tagen nach Madfeld fährt, kommt um diese Erfahrung nicht herum. Überall hackt es, schreddert es, schnitzelt es. Holzstämme werden kurz und klein gemacht. Und Männer bestaunen die leistungsstarken Maschinen aus der Forstwirtschaft mit glänzenden Augen. Holz gehört zu ihrem Beruf, Holz ist ihr Hobby. „Überall in Deutschland spalten und hacken die Männer mit großer Freude Holz.“

Ausgebildete Fahrer gesucht

Sie weiß es, sie ist aus der Branche. Ute Eickelmann gehört zum gleichnamigen Familienunternehmen aus Bestwig. Holztransporte sind sein Geschäft. „Wir haben 27 Lkw und 30 Mitarbeiter.“ Die 54-Jährige sitzt im Führerhaus eines knallroten Brummis und wartet. Auf wen? „Auf gut ausgebildete Fahrer. Es wird immer schwieriger, welche zu finden. Das ist ein großes Problem. Deshalb sind wir hier.“ Die Auftragslage hat sich seit zwei Jahren positiv entwickelt. Ute Eickelmann: „Es brummt.“ Allein zum Dortmunder Hafen bringt das Unternehmen jährlich 20 000 bis 30 000 Tonnen Holz.

Nichts Gegenteiliges weiß auch Christian Witte zu berichten. Der 40-Jährige ist bei den Egger Holzwerken in Brilon, 1100 Mitarbeiter. Der Leiter der Transportlogistik in Deutschland schwärmt vom integrierten Standort, vom perfekten Kreislauf: vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt. Jährlich werden allein in Brilon 650 000 Festmeter gesägt. Der waldreiche Standort spielt eine gewichtige Rolle: „Wir akquirieren ganz bewusst das Holz bei Waldbesitzern aus der Nähe.“

Susanne Zelic, verantwortlich für Vertrieb und Marketing bei GreenMech in Olpe, kauft kein Holz ein. Die Firma verkauft deutschlandweit Häcksler des britischen Unternehmens aus der Nähe von Birmingham. Für 24 000 Euro ist ein hochleistungsfähiger Häcksler zu haben. Für den privaten Gebrauch sind sie ein paar Nummer zu groß. In Kommunen sind sie nachgefragt. „Wir haben welche nach Kreuztal und Hagen verkauft.“ Zögerlich läuft es hingegen in der Forstwirtschaft, wenn es um digitale Hilfsmittel geht. „Mein Angebot, eine App auf dem Smartphone zu nutzen die das Holz erfasst, automatisch die Kubikmeter ermittelt und die Daten transferiert“, sagt Martin Wiegand von Forsttotal aus dem hessischen Jesberg. „Kommt bei älteren Mitarbeitern in der Forstwirtschaft nicht an. Sie vertrauen ihrer Kladde, tragen die Daten lieber mehrfach ein, auch wenn es viel mehr Zeit kostet.“

Holzhacker mit 612 PS

Wie schnell die Holzbearbeitung geht, demonstriert das Familienunternehmen Hauschulte-Oberdick aus Arnsberg. Ein 612 PS starker Holzhacker scheint die Stämme förmlich zu fressen. Die Augen der Zuschauer weiten sich, wenn sie sehen, wie ein Stamm im Bauch der Arbeitsmaschine verschwindet. Und nahezu in einem Atemzug auf der anderen Seite wieder herauskatapultiert wird - in Form tausendfacher Hackschnitzel.

So weit ist das junge Grün der Baumschule Mütherich aus Eslohe noch nicht. Douglasie, Nobilis und Nordmanntanne warten als zarte Pflänzchen im Netz auf eine neue Heimat. „Wenn sie so gekauft werden, können sie gleich durchstarten, kommen besser durch den Verbiss und sparen sich ein, zwei Jahre“, sagt Christian Mütherich. „Kleine Waldbesitzer sind unsere Kunden.“ Welche Sorte auf dem Vormarsch ist? „Die Douglasie“, sagt der 30-Jährige, „sie fühlt sich hier wohl.“