Lufthansa spart Personal auf Langstreckenflügen ein
21.07.2009 | 11:05 Uhr 2009-07-21T11:05:00+0200
Essen. Um Kosten zu senken, will die Lufthansa weniger Flugbegleiter einsetzen. Die Kürzungen betreffen vor allem Langstreckenflüge. Damit könnten jährlich 42 Millionen Euro oder 750 Stellen eingespart werden. Grund ist die schlechte wirtschaftliche Situation des Unternehmens.
Nach der Ankündigung von drastischen Sparmaßnahmen in Höhe von jährlich eine Milliarde Euro im Passagierbereich bei Lufthansa sickern nun Einzelheiten durch. Neben dem 20-prozentigen Stellenabbau in der Verwaltung des Bereichs Passage wird der Sparkurs auch Auswirkungen auf die Flugzeug-Besatzungen haben.
Weniger Flugbegleiter
„Auf jedem Langstreckenflug soll ein Flugbegleiter abgezogen werden”, heißt es in einem internen Schreiben der Personalvertretung Kabine, das der NRZ vorliegt. „Diese Maßnahme kann jährlich 750 Vollbeschäftigte (42 Millionen Euro) einsparen.” Zusätzlich sollen, wenn die Flugzeuge nicht ausgebucht sind, weitere Flugbegleiter kurzfristig von Flügen abgezogen werden können. Außerdem sollen die Kabinen-Chefs auf Großraum-Flugzeugen künftig in den Service integriert werden.
Unterdessen hat die Lufthansa intern mit eindrucksvollen Grafiken auf ihre dramatische Lage hingewiesen: Der Anteil der wichtigen Business- und Firstclass-Kunden ist im Europa-Verkehr von satten 58% im Jahr 1990 und 25% in 2000 auf nur noch 9% in 2009 gefallen. Im Übersee-Verkehr sackte die Zahl von 26 auf jetzt 18% ab.
Nicht mehr überall Marktführer
An vielen deutschen Flughäfen ist Lufthansa demnach kein Marktführer mehr. In Düsseldorf sackte der Marktanteil von 37% (im Jahr 2003) auf jetzt 24% ab, in Stuttgart von 44 auf 20%, in Hannover von 33 auf 19% und in Berlin von 35 auf 17%. An diesen Flughäfen wurde Lufthansa von Air Berlin überflügelt. In Köln, wo der konzerneigene Billigflieger Germanwings dick im Geschäft ist, bringe es Lufthansa nur noch auf 14%. „Wir verlieren Marktanteile an schnell wachsende Low Cost Carrier, die zu deutlich geringeren Kosten produzieren”, heißt es.
Lediglich an den Langstrecken-Drehkreuzen Frankfurt und München stehe Lufthansa noch relativ gut: „An allen deutschen Quellmärkten haben wir Marktanteile verloren, aus einigen ist Lufthansa bereits verdrängt.” Als Konkurrenz werden Ryanair, Easyjet aber auch Air Berlin genannt.
Konkurrenz durch asiatische Airlines
Auch um den interkontinentalen Geschäftsbereich sorgt sich Lufthansa. „Die Gefahr für uns ist nicht primär die Konkurrenz von British Airways und Air France/KLM”, heißt es. „Die zentrale Herausforderung für LH sind die Golf-Carrier und asiatische Airlines.” So hat allein Emirates seit diesem Jahr mehr Flugzeuge als Lufthansa und Konzerntochter Swiss zusammen. Emirates hat alleine 58 Riesenairbusse A380 bestellt.
Neben sinkenden Passagierzahlen ist für Lufthansa vor allem der Erlös pro Passagier ein Problem: Von Januar bis Mai sanken die Passagierzahlen um 6%, die Erlöse aber um 18%. Auch für das 2. Quartal 2009 wurde ein Minus im operativen Geschäft angekündigt. Trotz-dem bleibt das Unternehmen optimistisch. In dem internen Bericht heißt es: „Lufthansa ist eine der besten Airlines der Welt. Wir sind fest entschlossen, das zu bleiben!”

17:53
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21:26
@6 saint...
http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/7/22/news-126758110/detail.html
10:34
Daraus resultiert auch der Begriff Fliegen zum Spartarif.
07:58
Überteuerte Piloten? dasKollektiv, was sind Sie denn von Beruf? Und versprochen: Ich lache nicht.
01:57
..bei den überteuerten Piloten ist das auch kein Wunder......
01:09
Die müsen fliegen fliegen , fliegen.
Wenn ,mal was runterfällt, egal.
Denn der Flughafenparkplatz in Arizona ist schon übervoll.
Wie die S- Bahn in der Hauptstadt der DDR es wäre.
Huuups, die darf ja nicht fahren, damit für wenige Westabsahner der Gewinn steigt. Sollen doch fliegen, die Berliner.
Der BlatterSepp, der weiß schon, warum er die BRD NICHT als Ersatz für die EM vorschlägt:
Ein Land ohne Stadien, das geht.
Das Land. dessen Hauptstadt keinen Gleisverkehr anbieten kann, wird die Schuld bald woanders suchen...Flieger werden die Sonne grüßen, beim Kapitalstenfinale,
00:27
was ich nur komisch finde, wollen sparen wegen geld.haben aber genug um die aue zu übernehmen.???????da sollten die politiker mal nachschauen.ausserdem sucht die lufthansa nur eine möglichkeit festangestellte zu entlassen und sich billiglöhner zu holen!!!!!!!
21:43
@frankzewski
Der Sozialismus ist keine Alternative, zumindest gibt es kein funktionierendes Beispiel als Beleg. Insofern ist ein teilweise dysfunktionaler Kapitalismus mit all seinen Macken zumindest mal nicht schlechter als eine der bisher probierten Sozialismusvarianten.
21:28
wer nur ein wenig die sogenannte marktwitschaft analysiert, der weiss, dass die arbeitslosigkeit - mit zeitweisen ausnahmen - tendenziell weiter steigen MUSS, auch bei sinkenden löhnen. kann man übrigens seit hunder jahren bei karl marx nachlesen, will nur keiner, da die meisten angst vor der wahrheit haben. und: wollen wir alle in zukunft vernünftig leben, muss über eine alternative nachgedacht werden. ich habe sie leider nicht in der schublade. aber vielleicht sollte bild hier mal einen blog initialisieren, in dem die leser über alternativen zum kapitalismus diskutieren, sozusagen über einen sozialismus des 21. jahrhunderts. aber eher geht ein kamel durch ein nadelöhr, als dass hier der kapitalismus kritisiert wird, gelle. :-)