Lokführerstreik noch diese Woche - was man bisher weiß

Die Lokführergewerkschaft GDL will im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn wieder streiken. Noch in dieser Woche.
Die Lokführergewerkschaft GDL will im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn wieder streiken. Noch in dieser Woche.
Foto: Arno Burgi/Archiv
Was wir bereits wissen
Die Lokführer wollen erneut den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmlegen. Was kommt auf die Bahnreisenden zu? Die wichtigsten Fragen.

Essen.. Bahnfahrer müssen sich in dieser Woche wieder auf Streiks einstellen. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

Was ist passiert?

Am Freitag haben Bahn und Lokführergewerkschaft GDL ihre Tarifverhandlungen abgebrochen. Daraufhin beschloss die GDL am Sonntag offiziell, erneut zu streiken.

Wann wird gestreikt?

Das ist noch nicht bekannt. Die GDL hat wie immer versprochen, ihren Streik "rechtzeitig" anzukündigen. Derzeit wird erwartet, dass das einen Vorlauf von 24 Stunden bedeutet - die GDL hat Streiks in der Vergangenheit aber auch schon deutlich kurzfristiger angekündigt.

Wo wird gestreikt?

"Es wird ganz Deutschland betroffen sein", sagte ein GDL-Sprecher am Sonntag.

Bahn Offenbar haben die Lokführer vor allem den Güterverkehr im Blick. GDL-Chef Claus Weselsky sagte am Montag im "Bayerischen Rundfunk": "Wir werden sicherlich mehr den Güterverkehr in den Fokus nehmen, aber es bleibt nicht aus und ist nicht zu vermeiden, dass wir auch im Personenverkehr die Streiks durchführen." Die Erfahrung zeigt aber, dass der Verkehr im Rhein-Ruhr-Gebiet unter jeder Form von Streik leidet.

Wie lange wird gestreikt?

Ungewiss. Die GDL hat schon für wenige Stunden gestreikt, aber auch für mehrere Tage. Im Februar kündigte die Gewerkschaft sogar einen Streik über 100 Stunden an (vier Tage und vier Nächte), der dann aber abgeblasen wurde.

Die wievielte Streikrunde ist es?

Die fünfte. Die Gewerkschaft hat im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt.

Was tut die Deutsche Bahn AG?

Die Deutsche Bahn stellt sich auf Zugausfälle und Verspätungen ein. In der Europa-Leitstelle in Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, sagt ein Bahnsprecher. Auch für den Personenverkehr gibt es nach Bahn-Angaben Bereitschaftspläne der Betriebs- und Planungszentralen. Bei den vergangenen beiden Streiks hatte die Bahn einen Notfahrplan eingerichtet - Lokführer der Konkurrenzgewerkschaft EVG und verbeamtete Bedienstete streiken nicht.

Worum geht es eigentlich in dem GDL-Streik?

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Am Freitag seien die Verhandlungen in der mittlerweile 16. Runde am Knackpunkt der Lokrangierführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke. Ein zweites Berufsbild als "billiger Jakob" sei mit der GDL nicht zu machen, hatte GDL-Chef Claus Weselsky erklärt. Bisher hat allein die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge für die Lokrangierführer abgeschlossen. (mit dpa)