Lokführer: Verhandlungen über kürzere Arbeitszeiten vertagt

Berlin..  Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben ihre Tarifgespräche auf den Mittwoch kommender Woche vertagt. Greifbare Ergebnisse wurden bei den Verhandlungen gestern in Berlin nicht erzielt, wie beide Seiten anschließend mitteilten. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, sagte, es gebe weiter Meinungsverschiedenheiten über die künftige Tarifstruktur. Es seien aber drei weitere Verhandlungstermine für den Februar vereinbart worden.

Bahn-Personalchef Ulrich Weber wertete das als gutes Zeichen dafür, dass man nun in einem Verhandlungsrhythmus sei.

Einmalzahlung ausgehandelt

Beide Seiten rechnen nicht mit einem schnellen Tarifabschluss. Erst nach dem 28. Januar wolle die GDL den Zwischenstand bewerten und feststellen, ob die Bahn auf Zeit spiele oder nicht. Die Gewerkschaft hat in dem Tarifkonflikt bereits sechsmal zum Streik aufgerufen, zuletzt Anfang November.

Die GDL hat zuletzt gefordert, die Wochenarbeitszeit um eine Stunde zu verkürzen. Für das Jahr 2014 hatte die GDL für alle ihre Mitglieder eine Einmalzahlung von 510 Euro ausgehandelt. In diesem Tarifvertrag würden erstmals die Berufsgruppen, für die die Regelungen gelten sollen, benannt, sagte Weselsky. Es handele sich aber um einen Extra-Tarifvertrag, „der nichts mit dem zu tun hat, was noch vor uns liegt“.

Die Bahn verhandelt getrennt mit der GDL und der von den Mitgliederzahlen her größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Der Konzern will aber erreichen, dass am Ende für die jeweilige Berufsgruppe das gleiche Tarifergebnis herauskommt. Die Gespräche mit der EVG waren in der vergangenen Woche ohne jede Annäherung zu Ende gegangen, die EVG hatte Streiks nicht ausgeschlossen.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte, er gehe mit „einer gespannten Erwartung“ in die weiteren Verhandlungen. „Dass wir über das Thema Belastung und Arbeitszeit reden wollen und reden müssen, ist unstreitig.“ Die Frage sei, „was fällt uns ein, um dort, wo die Belastung zu viel wird, eingreifen zu können, etwa über Einstellungen oder andere Schichtsysteme.“ Die Vorschläge der Bahn lägen auf dem Tisch.