Lokführer legen Streikpause ein

An Rhein und Ruhr..  Bahnreisende können durchatmen – zumindest vorerst. Nach dem Ende des längsten Streiks der Lokführer in der Geschichte der DB AG kündigte GDL-Chef Claus Weselsky am Wochenende eine Streikpause an. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient“, sagte der Gewerkschaftsboss der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, „und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren“.

Wie lange die Ausstände unterbrochen werden und Fahrgäste somit sicher an ihr Ziel kommen können, sagte Weselsky allerdings nicht. Zudem droht den Kunden Ungemach durch eine neue Drohkulisse, die die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) inzwischen aufbaut. Die EVG verhandelt mit der Bahn derzeit ebenfalls über einen neuen Tarifvertrag. Ihr Chef Alexander Kirchner verwies am Wochenende auf zwei noch ausstehende Verhandlungstermine im Mai. Wenn es bis dahin nicht zu einem Abschluss komme, müssten die Kunden im Personenverkehr mit Ausständen rechnen.

Nach dem Auslaufen des Lokführer-Streiks am Sonntagmorgen war die Bahn besonders im Fernverkehr noch mit ihrem Notfahrplan unterwegs, der jedoch Zug um Zug im Laufe des Tages durch zusätzliche Angebote aufgestockt wurde. Der Grund: Die GDL hatte den Streik erst nach Betriebsbeginn beendet. Es war daher für die Bahn nicht überall möglich, die Züge im Laufe der Nacht an ihre vorgesehenen Positionen zu bringen. Tröstlich für alle Pendler: Für den heutigen Montag verspricht die Bahn wieder ihr normales Zugangebot im Regional- und Fernverkehr.

Stau im Rangierbahnhof

Deutlich länger wirkt sich der Streik auf den Güterverkehr aus. Viele Waren hätten sich in den Rangierbahnhöfen gestaut, teilte die Bahn gestern mit, erst Mitte der kommenden Woche sei daher damit zu rechnen, dass alle Güter an ihrem Zielort eintreffen.