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Ermittlungen

Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt

20.05.2009 | 14:22 Uhr
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt

München/Essen. Mehrere Manager des Baukonzerns Hochtief müssen sich wohl vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. Der Vorwurf: Sie sollen mitverantwortlich für Dumpinglöhne auf einer Münchner Baustelle sein. Eine Verurteilung könnte schwere Folgen für die Firma haben.

Die Staatsanwaltschaft München hat Presseangaben zufolge Anklage gegen mehrere Manager des Baukonzerns Hochtief erhoben. Ihnen wird unter anderem Beihilfe zu Lohnwucher vorgeworfen, wie die «Süddeutsche Zeitung» vorab berichtet. 37 türkische Arbeiter waren auf einer Münchner Altenheim-Baustelle mit Hungerlöhnen abgespeist worden. Für Deutschlands größten Baukonzern könnte der Fall empfindliche Folgen haben: Sollten die Manager verurteilt werden, drohe der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

Hinter dem juristischen Begriff des Wuchers verbirgt sich der Vorwurf des Lohndumpings. Die türkischen Arbeiter hatten von November 2006 bis März 2007 den Rohbau des Altenheims errichtet und waren von einem türkischen Subunternehmer angeheuert worden. Sie erhielten laut dem Bericht statt des vorgeschriebenen Mindestlohns von gut 8,00 Euro netto, der in der deutschen Baunbranche gilt, nur 2,50 bis 3,50 Euro pro Stunde.

Dafür macht die Staatsanwaltschaft München I zum einen den Chef des türkischen Subunternehmens verantwortlich. Dieser saß nach der Razzia der Finanzkontrolle Schwarzarbeit im März 2007 fünf Monate in Untersuchungshaft. Zum anderen sollen laut Staatsanwaltschaft auch Mitarbeiter in der Münchner Hochtief-Niederlassung für die Praktiken verantwortlich gewesen sein. (ddp)

DerWesten

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Kommentare
27.08.2009
10:40
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt
von gajulca | #5

Der Mindestlohn …. Auch für Zusteller der WAZ?!
Als Betroffener bin ich immer wieder begeistert, wie engagiert die WAZ die Mindestlohndiskussion begleitet und in den Kommentaren Mindestlöhne befürwortet. So weit - so gut!
Allerdings scheint weder den Berichterstattern noch den Kommentatoren bekannt zu sein, dass im eigenen Konzern Hungerlöhne für die Zusteller, das wichtige „letzte Glied zum Kunden“ -siehe Stellenangebote! – gezahlt werden, von den Arbeitsbedingungen (Witterung/Nachtzeit) ganz zu schweigen:
Für im Schnitt 100 Zeitungen pro Tag bei einem Zeitaufwand von ca. 70 Minuten und 25 Arbeitstagen je Monat erhalte ich ca. € 4,91 je Stunde, wobei noch eine teilweise zu versteuernde Nachtzulage von durchschnittlich € 1,02 hinzukommt, insgesamt also stolze € 5,93 je Stunde!
Es gibt auch bezahlten Urlaub von 24 Werktagen bei einer 6-Tagewoche, was bedeutet, dass ich tatsächlich 4 ganze Wochen im Jahr frei habe.
Ach ja, hätte ich fast vergessen, Weihnachtsgeld gibt es selbstverständlich auch, wenn nicht die Geschäftsleitung, wie im Vorjahr geschehen und dank des Engagements des einzigen Betriebsrats schließlich verhindert, erneut versucht, die Kostenschraube an uns Zustellern anzuziehen.
Selbstverständlich ist jeder Zusteller für seine witterungsgerechte Bekleidung und Schuhwerk sowie für Leuchtmittel und Batterien selbst verantwortlich und trägt hierfür auch die Kosten.
Wenn das Auto für die Zustelltätigkeit benutzt wird, was in vielen Revieren notwendig ist, wird dies mit einer Vergütung von € 0,21 je im Revier gefahrenen km abgegolten, wobei es keine Rolle spielt, dass die Fahrzeuge durch ständiges stop-and-go außerordentlich stark beansprucht werden. Auch für verstärkte Verschmutzung der Fahrzeuge, gerade in ländlichen Revieren, erfolgt kein Ausgleich.
Ich würde mich freuen zu dieser Thematik in der WAZ einen Bericht zu lesen, glaube aber nicht wirklich an Wunder!

20.05.2009
19:06
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt
von Elektrosteiger | #4

Es gibt keine Dumpinglöhne in D, fragt mal bei der CDU nach...

Es gibt halt nur Leute die aufgrund des Reissackes in Hongkong etwas wnige verdienen....

Aber Duminglöhne??? Und das in D???

20.05.2009
14:38
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt
von Shortstory | #3

Bei mir ist auch die Krise angekommen. Lasst uns alle diese Blutsauger abwählen.

20.05.2009
09:52
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt
von Gegen Ausbeutung | #2

Das ist der neue Trend in Deutschland, Abzocke wohin man schaut. Löhne von 8 Euro für Facharbeiter werden als ausreichend erachtet und dennoch von den Firmen untergraben. Riesen Gewinne und der Arbeiter guckt in die Röhre. Wundert Euch nicht, wenn sich Deutschland demnächst geschlossen auf der Strasse trifft................

20.05.2009
08:29
Lohndumping: Hochtief-Manager angeklagt
von supply | #1

Ich meine der Mindestlohn von 8€ ist ja schon Lohnwucher....aber 2,50 bis 3,50....jetzt wird mir klar warum die Johanniter ihre Altenheime von HT bauen lässt.........ist ja billiger als von 1€ Sklaven

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