Litauen führt am 1. Januar den Euro ein

Vilnius..  Zum Jahreswechsel verabschiedet sich Litauen von seiner Währung Litas und führt als dritter baltischer Staat den Euro ein. Die Regierung setzt auf die Vorteile der EU-Währung, die Bevölkerung fürchtet den „Teuro“. Auch für Deutschland ändert sich etwas. Mit dem Währungswechsel in Litauen kommt es zu Änderungen beim Stimmrecht im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei geldpolitischen Entscheidungen tritt ein Rotationsprinzip in Kraft. Bundesbank-Chef Jens Weidmann wird deshalb künftig alle fünf Monate im EZB-Rat ohne Stimmrecht sein.

Litauen ist das 19. EU-Land, das den Euro einführt. Ursprünglich wollte das Nato-Mitglied bereits 2007 den Euro übernehmen, scheiterte aber an einer leicht überhöhten Inflation. Nach einem harten Sparkurs in der Finanzkrise, in der die Wirtschaft 2009 um 15 Prozent einbrach, erfüllte Litauen nun problemlos alle Kriterien. Die Ostseerepublik gehört wieder zu den wachstumsstärksten Staaten in Europa, leidet aber unter den Folgen hoher Auswanderung und wird eines der ärmsten Euro-Länder sein. Die Zentralbank rechnet mit positiven Auswirkungen auf Handelsbeziehungen, Investitionen und Zinsniveau.