Legaler Etiketten-Schwindel bei Bio-Produkten
11.09.2009 | 14:15 Uhr 2009-09-11T14:15:00+0200
Essen. Wo Bio draufsteht, ist nicht nur Natur drin. Eine Lücke in der EU-Bio-Verordnung ermöglicht es Herstellern, legal Aromastoffe aus dem Labor in Bio-Produkten zu verwenden. So muss Bio-Erdbeer-Joghurt keine einzige Erdbeere enthalten. Foodwatch wirft den Herstellern Etiketten-Schwindel vor.
Pralle Äpfel glänzen im Sonnenschein. Im Hintergrund verspricht ein idyllisch gelegener Bauernhof gesunden Genuss, fast wie aus dem eigenen Garten. Und das Bio-Siegel auf der Verpackung soll dann noch den letzten unschlüssigen Verbraucher davon überzeugen, dass er hier ein rundum natürliches Produkt in den Händen hält.
Dabei müssen Getränke, Joghurts oder Süßigkeiten mit dem Bio-Siegel gar keine Früchte enthalten, klärt jetzt die Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch auf. Sie wirft der Brauerei Carlsberg Etikettenschwindel bei ihrem Bio-Getränk BEO vor. Die Brause werde als "Bio Erfrischung" beworben. Tatsächlich stecke jedoch nur 5,5 Prozent „Bio“ in der Brause - und zwar in Form von Zucker und Gerstenmalzextrakt. Die Sorte „Heimat Apfel & Birne“ enthält laut Foodwatch weder biologisch noch konventionell angebaute Früchte. Für den Fruchtgeschmack sorgen nicht näher definierte natürliche Aromen und Zusatzstoffe.
Udo Dewies, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Carlsberg, erklärt dazu: "Wir halten uns beim Einkauf, der Produktion und der Auszeichnung streng an die EU-Bio-Verordnung."
Diese erlaubt nämlich den Einsatz natürlicher Aromen. Und „natürlich“ können auch Rohstoffe wie Holzabfälle aus der Papierproduktion sein, die mit Mikroorganismen wie Hefepilzen oder Bakterien in Substanzen umgewandelt werden, die nach Apfel, Erdbeeren oder auch Vanille schmecken.
Die Getränkehersteller Coca-Cola (The Spirit of Georgia), Sinalco (Sinconada) und Warsteiner (Aloha) werben laut Foodwatch mit der Natürlichkeit ihrer Produkte – sollen aber lediglich „natürliche Aromen“ verwenden, die auch im Labor hergestellt sein können.
Foodwatch: "Legaler Etiketten-Schwindel"
„Das ist legaler Etiketten-Schwindel“, erklärt Martin Rücker, Sprecher von Foodwatch. Das Bio-Siegel und Begriffe wie „Heimat“ und „Nachhaltigkeit“ suggerierten dem Verbraucher Natürlichkeit und Qualität. „In Wahrheit sind oft gar keine Früchte drin, sondern nur Aromen als billiger Rohstoffersatz.“
Die Verbraucherrechtsorganisation sieht einen Imageschaden für das Bio-Siegel durch die Trickserei der Hersteller. „ Wir hoffen auf ein Umdenken bei den Unternehmen, die ihre Kunden täuschen“, betont Rücker. Verbraucher haben darum auf der Internetseite von Foodwatch die Möglichkeit, sich direkt beim Hersteller zu beschweren.

07:58
Wenn ich mir mal andere Lebensmittel kaufe, gucke ich genau auf die Zutatenliste. Ich lass mich nicht mehr verarschen. Aromatisiertes braucht kein Mensch.
07:06
... und ich dachte immer BIO heißt Bin Im Orient....
21:53
Und wo ist Frau Aigner? Bestimmt bei BASF Genkartoffeln sortieren vermute ich mal.
13:02
#20#
Sehe ich ebenfalls so. Aber Recht haben und Recht bekommen sind leider zwei verschiedene Paar Schuhe. Die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen scheinen so lückenhaft zu sein,
dass diese Bio-Schummel-Produzenten nicht belangt werden können.
12:01
Seit wann ist Etikettenschwindel legal? Ich nenne das Betrug. Und Betrug ist strafbar.
07:55
da freuen sich die Schwarzmaler scheinbar noch. Aber natürlich ist es nicht so, dass BIO keinen Sinn hätte.
Es sind nur die üblichen, raffgierigen Verdächtigen, wie z.B. viele konventionell arbeitende Bauern und andere Grossbetriebe, die ihren Lobbyismus munter betreiben und lügen, was das Zeug hält.
Im Bioladen um die Ecke kann man sich auf die eigene Nase und Augen verlassen und reklamieren bei Fehlkauf.
Mittlerweile sind dort die echten Bioprodukte zum Teil billiger als im Supermarkt, ausserdem gibt es sehr gute BIOsupermärkte.
07:47
Ich ernähre mich (und meinen Anhang) immer mehr aus dem eigenen Garten.
Bereits im Frühjahr wird auf der Fensterbank ausgesät, später in die Beete gepflanzt.
Seit mein Mann hausgemachtes Pflaumenmus probiert hat, schmeckt ihm die Supermarktversion nicht mehr.....
Übrigens reicht schon eine große Fensterbank oder ein Balkon zum Hobbygärtnern - unsere Nachbarin pflanzt jedes Jahr Kartoffeln in einer alten Duschtasse und erntet nicht schlecht.
06:38
Was wurde eigentlich an die in Brüssel vertretenden EU-Abgeordneten von der Industrielobby bezahlt, um solch eine Schwachsinnseu-bioverordnung abzusegnen ? Ich nehme an, dass diese EU-Banausen für sich eigene Biolieferanten haben, wo wirklich Bio drin ist. Das Blödvolk kann man ja ruhig betrügen, Der maximale Verdummunungsgrad ist - Gott sei Dank - erreicht ;-)
00:29
Ich kaufe schon lange keine Fruchjoghurt mehr, nachdem ich eine Fernsehsendung über die Vera....e der Konsumenten gesehen habe. Quark oder Joghurt ohne alles mit echten Früchten der Saison versehen! Das ist gesund!
20:54
Immer Firmennamen nennen, sonst ist das mit dem Unparteilichen in der Printausgabe schnell vorbei!