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Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise

11.10.2012 | 11:14 Uhr
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
Vattenfall-Deutschland-Chef Tuomo Hatakka sieht Netzausbau und EEG-Umlage als größte Preistreiber in Sachen Strompreis an.Foto: dapd

Berlin.  Der Stromproduzent Vattenfall rechnet mit einer weiteren deutlichen Verteuerung des Stroms durch die Energiewende. Der Deutschland-Chef des schwedischen Staatskonzerns, Tuomo Hatakka, geht davon aus, dass der Strompreis für Haushaltskunden bis 2020 um 30 Prozent steigen könnte.

Als Deutschland-Chef von Vattenfall gehört Tuomo Hatakka zu den wichtigsten Energiemanagern Deutschlands: Der schwedische Staatskonzern ist der drittgrößte Stromproduzent in der Bundesrepublik. Es hat also Gewicht, wenn der Manager im Interview einen drastischen Anstieg der Strompreise voraussagt.

Herr Hatakka, gut ein Jahr ist seit der Energiewende in Deutschland vergangen. Welches Fazit ziehen sie?

Tuomo  Hatakka: Das Wachstum bei den erneuerbaren Energien ist schon beeindruckend. Leider passiert nicht genug im Bereich Netzausbau. Da gibt es sicherlich Synchronisierungsbedarf. Wenn der Netzausbau künftig nicht schneller vorangeht, wird die sehr ambitionierte Wachstumsprognose bei den Erneuerbaren schon etwas reduziert werden müssen. Ich glaube, dass die Energiewende länger dauern wird, als wir denken. Aber das bedeutet nicht, dass die Energiewende nicht umgesetzt werden kann.

Wo muss besonders dringend nachgesteuert werden?

Hatakka: Unterschätzt wird die Tatsache, dass wir Reservekapazitäten brauchen werden. Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2020 85.000 bis 90.000 Megawatt an erneuerbaren Kapazitäten haben. Das reicht sogar für die Jahreshöchstlast in Deutschland, die liegt irgendwo in der Größenordnung von 82.000 Megawatt. Aber das gilt nur, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Wenn nicht, dann haben wir eine Erzeugungslücke in der Größenordnung von 50.000 oder 60.000 Megawatt. Und wir müssen dann dafür sorgen, dass dafür Reservekapazitäten zur Verfügung stehen. Wir dürfen auch vorhandene Pumpstromspeicher nicht noch unrentabler machen. Ich hoffe, dass der Bundestag solche wichtigen Energiewende-Kraftwerke von der Netznutzungsentgeltpflicht befreit.

Müssen zur Sicherung der Versorgung neue konventionelle Kraftwerke gebaut werden?

Hatakka: Aktuell gibt es meines Erachtens genug. Eine Ausnahme könnte Süddeutschland sein. Da wird es, glaube ich, notwendig sein, mittelfristig neue Kapazitäten zu bauen. Wir müssen aber dafür sorgen, dass die vorhandenen Kraftwerke tatsächlich auch in Zukunft noch zur Verfügung stehen. Mit Gaskraftwerken etwa lässt sich im Moment kein Geld verdienen. Wir brauchen Anreize, dass diese Kapazitäten am Netz bleiben. Irgendetwas muss da passieren.

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Kommentare
11.10.2012
15:58
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Broncezeit | #12

Der Strom aus Kernenergie und Kohleverbrennung ist zurzeit um das zigfache billiger als erneuerbare Energie. Und mit jeder neu in Betrieb genommenen Erneuerbaren Stromquelle verschiebt sich der Preis zu Ungunsten des Endpreises für den Verbraucher.
Hinzu kommt noch, daß die Verfügbarkeit wegen Unplanbarkeit von Wind und Sonne, die Stromversorgung immer instabiler wird.
Naturgesetze kann man nicht durch Wünschdirwas außer Kraft setzen. da hilft auch kein beschimpfen der Energieversorger, die in DL, das zuverlässigste Versorgungsnetz aller europäischen Länder im Betrieb haben.

11.10.2012
12:55
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von FernerBeobachter | #11

Natürlich wird der Strom für den Endkunden teurer. Ist ählich wie mit Benzin, Brot, usw.
Nur, dass dabei niemand auf die Idee kommt, den Bäcker oder den Tankwart aus der Luft gegriffener Straftaten zu bezichtigen. Aber wie würde die Verkäuferin wohl reagieren, wenn man sie morgens in der Rush hour vor versammelter Nachbarschaft als Verbrecher titulieren würde, dass ein Brötchen jetzt 26ct statt 25 ct kostet?
Aber beim Strom, da spinnen sie, die Deutschen. Dauert nicht mehr lange, dan werden die Schönwetter- und Gelegenheitsstrom-Fans aus religiösen Gründen von der Steuer befreit:-)

6 Antworten
aus religiösen Gründen von der Steuer befreit:-)
von holmark | #11-1

FernerBeobachter, den Gedanken finde ich gar nicht so übel... Vlt. könnte man das ausweiten, indem man eine sozialistische Glaubensgemeinschaft gründet. Als Partei bekommen die Sozis ja nichts hin...

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von wkah | #11-2

Bitte nicht wieder der Vergleich mit dem Brötchen oder Brot
Ein Brötchen bekomme ich bei Discountern zu wesentlich niedrigeren Preisen.
Die Preissteigerung von Brot und Brötchen ist nicht vergleichbar, mit denen beim Strom.
Also in soweit Blödsinn.

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von FernerBeobachter | #11-3

@11-2 Stimmt, zumindest beim Brot orientiert sich SCHEINBAR der Endpreis beim Kunden am Einsatz von Material, Verarbeitungs- und Transportaufwand und natürlich am Geschmackserlebnis des Kunden. Das ist bei vielen anderen Dingen des täglichen Lebens, wie z.B. Sprit, Telefon, Internet, Kleidung, usw. nicht der Fall.

Sollte der Einwand jetzt bedeuten, alle kleinen und mittleren Bäckerein zu zwangsverstaatlichen, damit es absofort nur noch eine Sort Brot zum Discounterpreis zu kaufen gibt? Ich hoffe doch, nicht!

Oder sollen umgekehrt jetzt alle Brotverkäufer per lex eine Art Individualisierungsgebühr pro Brötchen erheben, damit kreuz und quer durchs immer mehr kleine Backstuben wie Pilze aus dem Boden schießen, die 1001 Sorten Brot und Brötchen nach dem Zufallsprinzip drauf losbacken und backen und backen, egal, wieviel Brot die Leute gerade essen können und wollen? Wohl auch nicht. Ist aber (leider noch) die bundesdeutsche Strom-Realität. Mahrzeit:-)

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Broncezeit | #11-4

Dann kaufen Sie Ihren Strom doch auch bei Discountern.

@1-5 schlaue Idee, aber zu spät...
von FernerBeobachter | #11-5

,denn Batterien bzw. Akkus werden tatsächlich anhand des Preis-Leistungsverhältnisses ausgesucht und gekauft und nicht nach dem Namen. Getankt wird da, wo´s am günstigsten ist, und Brot backen wir selbst, ist nicht nur billiger. sondern schmeckt auch idR viel besser.
Und beim Strom wird regelmäßig der Preis verglichen, und wenn sich größere Einsparpotentiale andeuten, der Anbieter gewechselt.
So reicht das Geld am Ende der Woche sogar noch für ein paar Croissants vom Bäcker um die Ecke. Nein, zu Fuß bzw. mit dem Drahtesel. Dass die Stromkosten für uns unbezahlbar werden, kann ich zur Zeit nicht erkennen. Da gibts sicherlich ganz andere Posten auf der Ausgabenseite, die Existenzen in den Ruin treiben werden...
Danke, der Nächste bitte...!

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von wkah | #11-6

Ferner Beobachter

dann vergleichen sie doch einfach die Preissteigerungen bei Brot,Brötchen, usw.

und dann beim Strom

Na macht es klick...............................

11.10.2012
12:46
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von wohlzufrieden | #10

Linke wählen.

11.10.2012
12:29
Schnöde Rache
von Kravattenmuffel | #9

Das hat schon was von „Strafe muss sein…“, gepaart mit Nötigung. Es hat nichts damit zu tun, dass es alles für die Bürger zum Nulltarif geben muss.
Das gab es bis jetzt ausschließlich für die Energie-Riesen bei Atomkraftwerken. Keine Versicherungen, keine Entsorgungskonzepte usw. Das wurde alles auf die Allgemeinheit, den Steuerzahler, abgewälzt. Da weht jetzt ein anderer Wind.

Und – da gibt es imo gar keinen Pardon – wer viel verbraucht, zahlt auch viel. Auch in Wirtschaft und Industrie.

Leider ist von Regierungsseite nichts zu erwarten, schließlich profitiert der Fiskus bei jedem Euro Mehrausgabe mit. Und wenn sich Kapital und Bürger gegenüber stehen, ist nicht fraglich wie sich Berlin entscheidet.
Bleibt nur die Selbsthilfe: Kühlgewölbe im Garten statt Kühlschrank, Erdofen statt E-Herd, selber Singen & Flöten statt DSDS und ab und zu kalt Duschen, ist auch gesünder. Schöne, neue Welt.

1 Antwort
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Broncezeit | #9-1

Immer wieder dieselbe leier, Glauben Sie ein Staatsbetrieb schließt eine Versicherung ab?
Entsorgungskonzepte sind Sache des Staates. Oder machen Sie für ihren Müll eine eigene Halde. Vielleicht im Wald? Wo Sie glauben ihren Müll unbeobachtet loszuwerden.

11.10.2012
12:23
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von peerbeinstueck | #8

Es sind paradiesische Zeiten für die Energieversorger.
Die können die Preise bis zum geht-nicht-mehr anheben und die ganze Wut richtet sich auf die pööhse Politik und ihre Energiewende.

Viele scheinen zu glauben, dass Strom aus Kernenergie oder aus Kohleverbrennung nichts kostet.

11.10.2012
12:15
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von KamSahSiegteTraurig | #7

Ich habe kein Verständnis dafür, dass gute und sinnvolle Argumente, die jeder nachvollziehen kann, benutzt werden, um noch reicher zu werden. Wenn ein Millionär die Preise so erhebt, damit er Millionär bleiben kann und auch etwas daran verdient, dann ist das in Ordnung. Aber wenn er eine Situation so ausnutzt, dass er Milliardär wird, nein danke.

1 Antwort
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Broncezeit | #7-1

Und wie soll man Millionär werden!

11.10.2012
12:09
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Partik | #6

30% bis 2020?

Kein Problem, das Geld haben wir noch. Dann muss eben die fette Handy-Flatrate dran glauben, das Auto nur noch alle zwei Wochen gewaschen, oder eine Maß weniger auf der Wiesn gesoffen werden.

Auch wenn alle Strom-Shnäppchenjäger bei jeder neuen Meldung laut heulen - selbst 100% Strompreisverteuerung würden die Deutschen nicht ins finanzielle Chaos stürzen.

2 Antworten
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von drasos | #6-1

Die 10% der Deutschen die 90% des Vermögens horten sicher nicht.....

Denen müsste man 50% ihres Vermögen schlichtweg wegenteignen.....

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Broncezeit | #6-2

#6-1
Genau, das haben die Linken in der DDR auch gemacht und als sie das Geld verpraßt haben haben sie bei Strauß um einen Kredit gebettelt.

11.10.2012
11:55
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von unwitz | #5


Es gibt einfach keinen Klimaschutz zum Nulltarif. Da kann ich Herrn Hatakka nur beipflichten.

Wenn eine der größten Industrienationen der Welt meint, sich nach einen Erdbeben im Pazifik als Öko-Musterknabe zu präsentieren und eine Energiewende im Eiltempo vollziehen zu müssen, dann darf sie sich dann nicht beschweren, wenn dies mit Kosten verbunden ist. Das edle Ziel hat seinen Preis.

Es wird noch viel Anstrengung brauchen, um die notwendige Einsicht und Akzeptanz hierfür zu gewinnen.

11.10.2012
11:53
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von klaig | #4

Ich nenne sowas glatte Erpressung und Wucher. Das darf doch nicht einfach so hingenommen werden. Irgendwann ist auch mal Schluss mit Preistreiberei und Abzocke.
Die Argumente der Energieriesen sind lachhaft. Wenn ich was verändern will, muss ich investieren, aber doch nicht auf dem Rücken der Verbraucher nach dem Motto "no risk, much fun" Das kann jeder. Da aber nicht jeder die Möglichkeit hat, sein eigenes Kraftwerk zu bauen aus Wind, Sonne und Wasser muss der Staat gegen diese Absahner vorgehen, weil der Normalverbraucher das nicht mehr bezahlen kann. Oder das Volk wird handeln. Und das wird sicherlich kein Spass mehr für die Energieriesen.

2 Antworten
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von Juelicher | #4-1

Moment mal - jede Investition muss refinanziert werden. Meinen Sie, dass das Geld dafür vom Mond kommt? Der Preis einer Ware - hier ist es Strom - muss selbstverständlich vom Konsument aufgebracht werden plus eines angemessenen Gewinns. Ob Letzterer zu hoch ist, ist eine andere Frage! Die EEG-Umlage sehe ich auch kritisch. Sie ist aber politisch gewollt u. kann nicht den Energieriesen angelastet werden. Genauso ist es mit der Freistellung vieler Unternehmen von der EEG-Umlage, welche die Verbraucher bezahlen müssen.

Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von drasos | #4-2

Es ist völlig ausreichend wenn ein Erzeuger mit +/- 0 herauskommt....25% Gewinnmargen wie sie heute verlangt werden sind nicht nur unrealitisch sie sind auch unanständig....

11.10.2012
11:37
Laut Vattenfall drohen bis zu 30 Prozent höhere Strompreise
von wanne-eickel123 | #3

Wer will die Energiewende? Die Regierung!
Wir kaufen den Atomstrom aus Frankreich. Toll!!!! Wenn so ein Ding in Frankreich hochgeht bekommen wir den Mist trotzdem ab.
Atomkraftwerke anschalten und ausbauen. Kohle weiter abbauen und neue Kraftwerke bauen. Nur so geht es....

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