Landesbetrieb wehrt sich gegen Lennestädter Windkraft-Kritik

In Südwestfalen dreht sich im Moment viel um Windkraft.
In Südwestfalen dreht sich im Moment viel um Windkraft.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Landesbetrieb Wald und Holz weist Kritik an Vermarktungsstrategie für Windkraftanlagen zurück. Lennestadts Bürgermeister hatte zuvor ausgeteilt.

Lennestadt/Medebach.. Stefan Hundt, Christdemokrat und Bürgermeister von Lennestadt, hat in der Sitzung des Regionalrates Arnsberg am Donnerstag in Soest heftige Kritik am Vorgehen des Landesbetriebes Wald und Holz bei der Vermarktungsstrategie für Windkraftanlagen geübt.

Sinngemäß: Der Landesbetrieb betreibe hinter dem Rücken der Kommune Akquise für Standorte im Staatswald, die weder in kommunalen Plänen, noch im Entwurf des Windenergiekonzeptes Südwestfalen auftauchten. „Ein Unding“, so Hundt.

Der Landesbetrieb Wald und Holz, Sitz in Münster, schildert dies anders. Die Gesprächsbereitschaft in Lennestadt und Kirchhundem sei nicht mehr vorhanden. „Wir haben den Dialog gesucht“, sagt Pressesprecher Stefan Befeld. Es sei bedauerlich, dass sich die beiden Kommunen weiteren Gesprächen verschließen würden. „Wir müssen wieder an einen Punkt kommen, an dem wir fachlich miteinander diskutieren.“ Der Landesbetrieb versuche für den Staatswald mit interessierten Investoren sogenannte Standortsicherungsverträge abzuschließen. „Das ist der allererste Schritt“, so der Pressesprecher. „Denn ohne Interessenten gibt es gar keine Planung.“

Kein Alleingang geplant

Natürlich seien die Kommunen mit im Boot. Bei ihnen liege schließlich die Planungshoheit: „Im Alleingang können wir keine Windkraftanlagen bauen“, unterstreicht er und betont einmal mehr das Bemühen des Landesbetriebes, die Diskussion über Standorte für Windkraftanlagen offen zu führen.

Energiegewinnung Am Anfang ja. Das bestätigt auch Thomas Grosche (CDU), Bürgermeister von Medebach: „Wir waren, Verwaltung und Rat, von Beginn an eingebunden. Der Landesbetrieb Wald und Holz war vom ersten Moment an offen und kommunikativ.“ Warum war?

„Ja, war“, sagt der 43-Jährige. „Unsere Erfahrung ist: Wenn es keine Übereinstimmung gibt, ist Schluss mit der Offenheit.“ Nachdem der Standort auf dem Hillekopf - hier gibt es einen Standortsicherungsvertrag mit einem Investor - in der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen werde, „gibt es mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander.“ Es sei der Eindruck entstanden, der Landesbetrieb Wald und Holz wolle das Vorhaben auf jeden Fall durchziehen. „Das sehen viele sehr kritisch.“ Für ihn sei letztlich „die Bürgermeinung entscheidend“. Ihr fühle er sich als Bürgermeister verpflichtet. Sein Wunsch ist es, ein aufwändiges Verfahren für den Standort zu vermeiden. „Bei uns ist substantiell kein Raum für Windräder. Über 95 Prozent der Fläche der Stadt liegt im Naturschutz- oder FFH-Gebiet.“

Keine konkreten Pläne

Im Düsseldorfer Umweltministerium wird der Streit einzelner Kommunen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz aufmerksam verfolgt. „Wer behauptet, es gibt keine Gespräche zwischen Landesbetrieb und Kommunen“, sagt Pressesprecher Frank Seidlitz, „der führt die Leute in die Irre.“ Man stehe im ständigen Dialog, und er versichert: „Es gibt keine konkreten Umsetzungspläne.“

Dass es offenbar an Transparenz hapert, bestätigt die Erklärung der Naturschutzverbände und der Windenergie-Branche (siehe unten) Sie fordern sie ein. Im Papier heißt es: „So können Konflikte im besten Fall vermieden, zumindest aber konstruktiv bearbeitet und entschieden werden.“ Treffer.