Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Beschäftigung

Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt

30.06.2009 | 18:36 Uhr
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt

Nürnberg/Düsseldorf. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni bundesweit leicht gesunken. In NRW war sie nahezu unverändert. Ein Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung ist dies nicht, betont die Arbeitsagentur. Die massive Kurzarbeit verhindert weiterhin einen Einbruch am Arbeitsmarkt.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Nordrhein-Westfalen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 550 auf 811 480 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote lag im Juni unverändert bei neun Prozent, im Vorjahresmonat wurden 8,4 Prozent ausgewiesen, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

>>> Die NRW-Arbeitsmarkt-Grafik <<<

Die Kurzarbeit habe weiterhin den Anstieg der Arbeitslosigkeit und den Abbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gebremst, sagte Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Sie schätzt die Kurzarbeit als «Brückenfunktion, ohne die im ersten Halbjahr vermutlich wesentlich mehr Menschen in NRW arbeitslos geworden wären».

Über 21.000 Unternehmen in NRW mit Kurzarbeit

Von Beginn der Wirtschaftskrise im Oktober bis Mai zeigten den Angaben zufolge in NRW 21 130 Betriebe aus konjunkturellen Gründen Kurzarbeit für 587 330 Beschäftigte an.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ging auch bundesweit die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 48 000 auf 3,41 Millionen zurück. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre hatte es im gleichen Zeitraum jedoch einen Rückgang um 129 000 gegeben. «Die erwartete Frühjahrsbelebung wird überlagert durch die starke Rezession», sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg. Bei der Quote habe es im Vergleich zum Vormonat ein leichtes Minus von 8,2 auf 8,1 Prozent gegeben.

1,4 Millionen Kurzarbeiter bundesweit

Zählt man die seit Mai nicht mehr eingeschlossenen Arbeitslosen mit, die bei privaten Anbietern vermittelt werden sollen, ergibt sich im Monatsvergleich sogar nur ein Rückgang um 31.000. Deutlich wird die Wirtschaftskrise und die «schwere Rezession» speziell beim Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Im Juni 2009 waren 250.000 Menschen mehr ohne Job. Ohne die vielen Kurzarbeiter und ohne den Rückgang der auf dem Markt verfügbaren Arbeitskräfte läge die Zahl noch höher. BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker bezifferte die aktuelle Zahl der Kurzarbeiter auf 1,3 bis 1,4 Millionen, wobei der Ausfall bei rund einem Drittel der normalen Arbeitszeit liege.

Trotzdem zeigte sich Weise bezüglich der allgemeinen Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter optimistisch. Die Wirtschaftskrise wirke sich «immer noch moderat» aus, für das laufende Jahr rechne er nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über vier Millionen. Er setzte aber voraus, dass die Kurzarbeit bis zum Jahresende weiter genutzt werde und das Wetter mitspiele. Gleichwohl erwartet er, dass in vielen Betrieben nach der Sommerpause die Kurzarbeit ausläuft und viele Menschen ihre Stelle verlieren. «Ich erwarte keine Entlassungswelle, aber steigende Arbeitslosigkeit», sagte der BA-Chef.

Hoffnung auf Konjunkturpaket II

Positiv werden sich nach Einschätzung der Experten die Maßnahmen des Konjunkturpaketes II auswirken, hauptsächlich in der Baubranche. «Dabei müssten die Auswirkungen im nächsten Jahr spürbar werden», kommentierte Weise. Und sein Vorstandskollege Heinrich Alt bezifferte den Effekt im kommenden Jahr mit einem halben Prozentpunkt Wachstum mehr beim Bruttoinlandsprodukt,

Nach wie vor unbelastet von der Krise zeigt sich laut der BA-Statistik die Sozial- und Gesundheitsbranche. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Juni etwa 22 000 mehr Altenpfleger, Erzieherinnen und Sozialarbeiter sowie 20 000 Krankenschwestern, Sprechstundenhilfe und Masseure gesucht. Das entspricht einem Plus von 52 beziehungsweise 17 Prozent. Insgesamt wurden der BA im Juni 484 000 offene Stellen gemeldet, davon 298 000 im ersten Arbeitsmarkt. Damit wurde nach Angaben von BA-Chef Weise der niedrigste Wert seit Juli 2005 erreicht. (ddp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
30.06.2009
21:38
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von kuba4711 | #29

Gib mal Butter bei die Fische.
Das Absenken der Arbeitslosenversicherung findest Du gut?

30.06.2009
21:26
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von malebenso | #28

Deutsch natürlich,die Zeit muß sein.

30.06.2009
21:25
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von malebenso | #27

Boa watt sind die vom Arbeitsamt *******,Beitrag von ehemals 6,5 % auf 2,8% gesenkt.
Bestimmt alles durch Betrug.
Als es brummte und der Durchlauf der Kunden in den Ämtern vor Ort Maße angenommen hat,die sich keiner vorstellen kann,da schwieg Volkes Stimme.
Da kloppen die Banken und sonstige Prolokapitalbolzen die Wirtschaft an die Wand und wer ist SCHULD?
Die Bekloppten vom Amt???
Leute,jede Vorargumentation ist schlicht und ergreifend erbärmlich.Was müsst IHR doch ALLES für amselige und frustrierte Wichte sein,eben typisch DEUSCH.Kotz.......

30.06.2009
21:05
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von kuba4711 | #26

@ 24 soll heissen : redet die Öffentlichkeit

30.06.2009
21:04
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von kuba4711 | #25

Und auch nach dem Totalzusammenbruch der neoliberalen Marktanbetungstheologie rdez die Öffentlichkeit von Marktbereinigung und Konsolidierung.
Wo nichts mehr ist -jedenfalls nicht mehr auf dem Kreditfinanzierten Exportbereich- da kann sich auch nichts konsolidieren.
Der Markt -auch der Arbeitsmarkt ist kein denkendes Subjekt.
Man kann Marktbedingungen aber politisch dergestalt ausbauen ,dass eine Entwicklungsdynamik nach oben -oder wie in der bisherigen Zeit - nach unten einsetzt.
Aber weder die gegenwärtige Bevölkerung, noch die derzeitige sog. Elite in unserer Bananenrepublik , ist dazu bereit noch fähig.
Es muss also noch dicker kommen.
Und wie die Zeichen am Horizont des amerikanischen Finanzsektors es anzeigen ;so kommt in den nächsten Wochem ein weiterer Krisenschub.
Ich frage mich ob man bis dahin die Arbeitslosenstatistik bis auf Null - Arbeitslose manipuliert hat.

30.06.2009
20:39
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von Katharina2008 | #24

Die Kurzarbeit ist bald ausgereizt und das wird noch dieses Jahr geschehen.

Faktisch wird das Problem nur zeitverschoben, aber all die Kurzarbeiter können sich auf eine Arbeitslosigkeit einstellen, denn das werden sie sein und das ist unausweichlich.

Der Markt muss sich bereinigen und das wird er auch, über einen massiven Stellenabbau.

Mit Kurzarbeit sind nämlich nicht die Probleme gelöst, da sie globaler Natur sind und da kann auch der Bund nur begrenzt etwas dagegen tun.

Wir werden uns zwangsweise auf höhere Arbeitslosenzahlen einzustellen haben und das wird sich in den 2, eher 3 Jahren auch nicht so schnell bessern.

Unternehmen, die sich umstrukturieren, werden schließlich nicht kurz danach wieder großzügig Leute einstellen, wenn die Zeiten unsicher sind.

30.06.2009
19:30
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von Elektrosteiger | #23

Ach, ich vergaß, es ist ja Monatsende und dann ist immer Märchenstunde mit dem Onkel Weise aus Nürnberg..

IRONIE AUS

Wer glaubt eigentlich noch diese gequirlt Schxxx. die da jeden Monat bekannt gegeben wird.
Diese Zahlen werden erst in Berlin von der Bundesregierung schöngerechnet, und dann tut die BA dann ihren Senf dazu, und schon stimmt die Statistik (jedenfalls für die Politiker)...Und wenn das so weiter geht, dann haben wir zur Bundestagswahl Arbeitermangel...

30.06.2009
18:32
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von immerNett | #22

@20 Kein Problem, die Lohnkosten werden gesenkt und dann hat wieder jeder Arbeit.

30.06.2009
18:24
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von Sozialerdemokra | #21

ZU 17: Natürlich ist Kurzarbeit besser als Arbeitslosigkeit. Aber der Rückgang der Arbeitslosenzahlen beruht auf einer Manipulation an der Statistik.
Alle neo-liberalen Parteien halten offiziell an der Fiktion der Möglichkeit der Vollbeschäftigung fest. Angeblich kann man Vollbeschäftigung erreichen, wenn alle richtig qualifiziert werden und sich ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemühen. Um diese Fiktion aufrecht zu erhalten, ist ein ganzer Wirtschaftszweig entstanden, um Arbeitslose zu beschäftigen. Das ist zwar teuer, aber die Fiktion kann aufrecht erhalten werden. Wenn es auf dem Arbeitsmarkt ein Überangebot an Arbeitskräften von 12 % gibt, macht es wenig Sinn, Arbeitslose zur Arbeit zu zwingen, es sei denn er hat einem Beruf, in dem Arbeitskräfte dringend gesucht werden. Die würden dann nur die Arbeitswilligen verdrängen. Aber man geht noch weiter. Um die Fiktion aufrecht zu erhalten, wird die Masse der Arbeitslosen verdächtigt, nicht arbeiten zu wollen. Die Fiktion wird gestärkt durch eine quasi religiöse Arbeitsethik. Danach muss jeder gesunde Mann arbeiten und Leistung erbringen und Frauen sind nur von der Verpflichtung zur Erwerbsarbeit in der elterlichen Phase ausgenommen. Das >Problem ist nur, dass es nicht genug bezahlte Arbeit für alle gibt

30.06.2009
18:22
Kurzarbeit verhindert weiter Einbruch am Arbeitsmarkt
von keinerbrauchtdasarbeitsamt | #20

wieviel hat das die arbeislosenagentur, früher arbeitsamt, von der regierung zum schönen der arbeitslosenstatistik bekommen.

20 milliarden €!!!!!!!!!!

damit man so viele wie möglich in maßnahmen steckt die nichts bringen.
zusätzlich wären die externen betreuer sonst auch arbeitslos, wie vorher auch.

ob die bundesagentur für arbeitslose selber glaubt was sie veröffentlicht.
zuzutrauen ist denen das.

ich nenne das speziell vor der wahl volksverarsche!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/103513/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
13.200 Schlecker-Frauen ohne Job - Verdi gibt Politik Schuld
Schlecker
Der Gläubigerausschuss beschließt die Abwicklung des insolventen Unternehmens, da keine wirtschaftliche Perspektive erkennbar sei. 13.200 Beschäftigte verlieren damit endgültig ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig entbrannte ein Streit, wer für die Schlecker-Pleite verantwortlich ist.
Text 43 Kommentare 43
Deutsche Textilfirmen entdecken „made in Marokko“
Mode
Konzerne wie Zara oder Diesel lassen verstärkt ihre T-Shirts und Jeans in Afrika fertigen. Die Vorteile gegenüber China liegen auf der Hand: Es ist preisgünstiger – und schneller. Kritiker sorgen sich allerdings um die Näherinnen.